Die nachträgliche Strafe beim US Grand Prix gegen Fernando Alonso zeigt, dass die F1 Renndirektoren die Situation absolut nicht im Griff haben.
Die Rennkommissare bestraften Alonso, weil „sein Auto in einem unsicheren Zustand auf die Strecke geschickt wurde.“ Der Spanier erhielt eine 10-Sekunden-Stop-Go-Strafe, die nach dem Rennen in eine 30-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde. Es ging ernsthaft darum, dass sein rechter Außenspiegel stark ramponiert war und letztlich abbrach. Wieso sagt man nicht einfach dem Team, sie sollen ihn beim Boxenstopp fixieren – wie in der NASCAR oder IndyCar – oder einfach abmontieren?
Eine absolut lächerliche Entscheidung einer Truppe, die so große Angst vor einem schweren Unfall hat, dass man komplett überreagiert, aber versagt, wenn es wirklich wichtig ist. Safety Car Phasen werden zu spät ausgerufen, rote Flaggen praktisch nie eingesetzt. Aber die Fahrer müssen sofort büßen, wenn etwas nur annähernd nicht nach Regelbuch scheint.
Als Daniel Ricciardo in Monza an der wohl ungünstigsten Stelle des Kurses ausrollte, geschah einige Runden einfach nichts. In den 1980ern wäre das normal gewesen, aber heutzutage ist das undenkbar. Anstatt dann die rote Flagge zu schwenken, das Rennen anzuhalten, die Sache zu bereinigen und wieder neu zu starten, kam es zum kompletten Durcheinander.
Der Höhepunkt an Inkompetenz erreichte uns beim Japan GP als Pierre Gasly in höchstem Tempo und Null Sicht bei heftigem Regen unter Gelb an einem Bergungsfahrzeug vorbeizischte. Sichtlich geschockt, gab der Franzose danach an, vom Kran auf der Strecke gar nicht gewusst zu haben. Erinnerungen an den tödlichen Crash von Jules Bianchi an selber Stelle wurden wieder wach.
Kevin Magnussen wurde von den Stewards sowohl in Budapest, Montreal als auch in Singapur an die Box gerufen, weil ihm ein Endplate am Frontflügel nach einem Zweikampf wegstand. Das Stück ist nach den Regeln verpflichtend mit Seilen fixiert. Es besteht also je nach Beschädigung unterschiedlicher Handlungsbedarf. Magnussen musste immer reinfahren. Kurioserweise durfte Sergio Perez beim US GP mit dem gleichen Problem weiterfahren. Und prompt flog das beim Mexikaner schwer deformierte Teil nach einigen Topspeedrunden in hohem Bogen weg. Auch dann durfte er weiterfahren.
Und nun Alonso. Der Doppelweltmeister wurde in die Luft geschleudert, weil Lance Stroll im Zweikampf zu spät nach links zog. Irgendwie hielt der Alpine F1 Team Star seinen Wagen im Rennen, schleppte ihn an die Boxen und wurde dann nach einer Begutachtung durch die Mechaniker und Reparaturen wieder rausgelassen.
Die Stewards argumentierten, der Wagen sei nicht mehr fahrtauglich und brummten ihm einen Stop-Go-Penalty auf. Man darf sich fragen, inwiefern die Strafe „geholfen“ hätte, das Auto wieder sicherer zu machen? Hätte sich der Alpine durchs Warten selbst repariert?
Es scheint immer unerklärlicher, wieso es für die Formel 1 so schwierig ist, ihre eigenen Regeln umzusetzen. Selbst die offensichtlichsten Vergehen brauchen Runden bis entschieden wird, wobei sich das Renngeschehen dann oft schon komplett geändert hat. Es ist auch nicht erklärlich – ohne nun sportpolitisch zu werden – warum irgendetwas nach dem Rennen beurteilt werden muss.
Dass die Formel 1 sich ihrer selbst nicht sicher ist, zeigt der Umstand, dass Eduardo Freitas nach seiner debakulösen Rennleitung in Japan nicht mehr mit von der Partie ist.
Wie die Fahrer und Teamchefs schon lange fordern, muss der Strafenkatalog für Vergehen immer einheitlich sein und auch immer gleichbleiben. Vielleicht sollte man sich tatsächlich professionelle Referees besorgen, deren Aufgabe ausschließlich in der Überwachung des Regelwerks liegt.
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