Hochspannung in Interlagos

raik-mont-barr-inte-2004-e1336994709231Seit über 40 Jahren gastiert die Formel 1 in Brasilien. Mehr als zehn Jahre ist Interlagos am Saisonende und hat schon viele knappe Entscheidungen gesehen. Auch heuer?

Der Grand Prix von Brasilien ist zwar seit 1973 offiziell im WM-Kalender, doch fand er jahrzehntelang zu Saisonbeginn – oft sogar als Eröffnungsrennen – statt. Dass in Interlagos zum Jahresausklang gefahren wird, gibt es erst seit der Saison 2004. Zum Saisonfinale desselben Jahres war die WM aber schon längst zugunsten von Michael Schumacher entschieden. Ein Jahr später war Brasilien nur der drittletzte Lauf, endete aber mit dem eher überraschenden Erfolg von Juan Pablo Montoya. 2006 siegte Felipe Massa als erster Brasilianer seit Ayrton Senna 1991, Fernando Alonso krönte sich zum Doppel-Weltmeister und gab Schumi das Nachsehen.

massabrasilZahlreiche Thriller

Zu einem wahren Krimi kam es 2007, als die beiden McLaren Rivalen Alonso und Lewis Hamilton als Titelfavoriten ins Finale gingen. Der Spanier wurde Dritter, der Brite nur Siebter, und so schnappte ihnen Kimi Räikkönen mit dem Rennsieg auch noch den Titel weg, mit einem einzigen Punkt Vorsprung. Noch dramatischer verlief der Lauf der nächsten Saison, als Massa in einem Herzschlagfinish dank seines Rennsiegs für 15 Sekunden Weltmeister war. Aber Hamilton überholte in heftigem Regen auf den letzten Metern noch Timo Glock und überquerte so als Fünfter die Ziellinie, wodurch er in der Endabrechnung einen Punkt mehr hatte als der Lokalmatador. 2009 krönte sich Jenson Button zum verdienten, aber auch sensationellen Champion für Brawn GP und 2010 kämpfte sich Sebastian Vettel mit einem Sieg in den WM-Fight gegen Teamkollege Mark Webber und Alonso zurück, den er dann in Abu Dhabi auch für sich entscheiden konnte. Ein Jahr später war der Titelkampf längst entschieden als der F1-Troß nach Interlagos kam, aber zumindest konnte sich Webber an seinem Red Bull Racing Team, das ihn gegenüber Vettel klar benachteiligt hatte, mit einem Sieg „rächen“. 2012 schnappte sich Button in einem chaotischen Rennen souverän den Sieg und machte so Vettel erneut zum Champion. Der Deutsche wurde nach einem kontroversen Überholmanöver gegen Toro Rosso Pilot Jean Eric Vergne Sechster und hielt so noch drei Punkte seines Vorsprungs gegen Alonso, der Zweiter geworden war. Auch 2013 hatte Alonso das Nachsehen gegen Vettel, doch diesmal ganz deutlich, nachdem der Heppenheimer alle neun Rennen der zweiten Saisonhälfte – einschließlich Brasilien – in einem völlig überlegenen Red Bull gewinnen konnte.

mclaren-sunbathing-alonso-seat-sunbath-fernando_3376727Im Zeichen der Silbernen

Im folgenden Jahr begann die Dominanz der Silberpfeile und Nico Rosberg holte den Sieg. Dadurch machte der Deutsche das Mercedes-Titelduell mit Hamilton noch einmal spannend, denn für den Abschluss-GP in Abu Dhabi hatte die FIA auf Druck von Bernie Ecclestone die Wahnsinnsidee doppelter Punkte ausgeschrieben. Im Vorjahr dominierte Rosberg im Land des Sambas erneut und gewann eindrucksvoll. Allerdings stand Hamilton zu diesem Zeitpunkt bereits als Weltmeister fest. Am besten in Erinnerung aus 2015 blieb den Fans aber das Bild von Alonso im Sonnenstuhl eines Renn-Marshalls oberhalb des Senna-S, in den er sich gesetzt hatte, nachdem sein mieser McLaren im Qualifying wieder einmal den Geist aufgegeben hatte.

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