Häkkinen: „Der Käse ist noch lange nicht gegessen!“

Der US Grand Prix hat laut Mika Häkkinen in jeder Hinsicht geliefert – „ein großartiges Rennen, ein riesiger Fanaufmarsch, und das echte Gefühl, dass die Formel 1 nach 18 schwierigen Monaten die Coronakrise überstanden hat

„Ich war wirklich beeindruckt zu sehen, wie sehr die Formel 1 in Amerika wächst und welche Begeisterung die Fans für unseren Sport mittlerweile haben“, schrieb Mika Häkkinen in seiner Unibet-F1-Kolumne.

Der Finne sagt, die US Fans hätten hautnah miterlebt, warum Lewis Hamilton und Max Verstappen derzeit die Titelanwärter sind. „Beide Jungs haben während des gesamten Rennens unglaublich hart gearbeitet und sind unterschiedliche Zwei-Stopp-Strategien gefahren, was bedeutete, dass der jeweilige Reifeneinsatz entscheidend war. Austin ist hart zu den Reifen, selbst die harte Mischung muss behutsam gepflegt werden. Daher ist das Feingefühl des Fahrers von entscheidender Bedeutung.“

Häkkinen erklärt, dass „hätte Max nach seinem zweiten Stopp zu stark gepusht, wäre Lewis wohl ohne Probleme in den letzten Runden an ihn rangekommen, um ihn zu überholen.“ Aber der Red Bull Pilot habe sich „sehr gereift“ präsentiert und den Sieg abgeklärt nach Hause gebracht. „Es ist nicht einfach, Dich zurückzuhalten, wenn Du weißt, dass der Kerl dahinter Dich erwischen wird. Aber es war essenziell, die Reifen über die Distanz zu retten.“ Als Hamilton nach Runde 50 die Lücke auf knapp eine Sekunde Rückstand geschlossen hatte, „gelang es Max, sie für zwei oder drei Runden wieder ein wenig auszudehnen. Das war ein Schlüsselmoment. Und obwohl Lewis bis zur Zielflagge pushte, musste er einsehen, dass Max seine Strategie perfekt getimt hatte.“

Auch Häkkinen war überrascht wie sich das Kräfteverhältnis über das Wochenende hinweg verschob. „Nach dem ersten Training sah es so aus, als hätte Mercedes einen großen Vorsprung. Als sich die Strecke weiterentwickelte und die Auswirkungen der holprigen Strecke einige Setup-Änderungen erforderten, änderte sich das Bild aber.“ Der „Flying Finn“ sah die Pole-Runde von Max als Zeichen, „dass er und sein Auto wirklich die nötige Pace hatten, um Mercedes zu schlagen. Aber Lewis hatte einen so guten Start, dass der Pole-Vorsprung in Kurve 1 verlorenging.“

Häkkinen lobte auch Verstappens Teamkollegen Sergio Perez. „Er sah lange so aus, als könnte er die Pole holen. Obwohl er dann nur als Dritter gestartet war, konnte er auf Lewis genug Druck ausüben, um ihn zu seinem ersten Stint etwas früher zum Boxenstopp zu zwingen, und ihm so den Undercut zu verunmöglichen.“ Dass Perez dann zurückfiel, erklärt der Doppelweltmeister vor allem mit der nicht funktionierenden Trinkflasche. „Das machte ihm gegen Ende des Rennens das Leben schwer. An einem heißen Tag ist Dehydrierung beim F1-Rennen nicht ideal!“

Der Champion von 1998 & 1999 bleibt dabei, dass „der Käse noch lange nicht gegessen ist. Max hat jetzt zwar bei noch fünf verbleibenden Rennen einen Vorsprung von zwölf Punkten auf Lewis, aber ein einziger Ausfall, zum Beispiel durch einen Unfall oder ein mechanisches Gebrechen, und die Weltmeisterschaft kann ganz schnell wieder in die andere Richtung laufen. Das ist noch lange nicht vorbei, und das wissen sowohl beide Teams als auch beide Fahrer.“

Posted in ,