Formelaustria präsentiert das große Preseason Exklusiv-Interview mit Österreichs Motorsporthoffnung Ferdinand Habsburg – Teil 1
Ferdinand, wie genau bist Du zum Motorsport gekommen, war ein bestimmtes Ereignis für Dich ausschlaggebend?
Das erste Ereignis war, als ich mit 8 halb in Salzburg und halb in Wien gewohnt habe. An den Wochenenden bin ich in Salzburg Sonntag in der Früh zum Kindertraining (Unter 12) im Go-Kartfahren. Der Sohn eines Freundes meines Vaters war im Red Bull Junior Programm und hat mich mitgenommen. Das war mein erster Kontakt mit Motorsport.
Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben heute aus? Was machst Du, wenn Du gerade nicht im Rennauto sitzt?
Mein typischer Ablauf sieht so aus, dass ich um 7 Uhr aufstehe, weil ich ein Morgenmensch bin. Dann frühstücken – da investiere ich auch für eine gute Eierspeise oder Porridge ein wenig Zeit, denn Frühstück ist mir sehr wichtig. An Tagen, wo ich nicht im Auto stecke, habe ich mindestens zwei Trainingssessions. Manchmal sind es nur Krafttage, wo ich einmal Oberkörper, einmal Unterkörper oder Kardio-Vaskular Training mache, radfahre, laufe oder schwimme. Es ist abwechslungsreich und kommt drauf an wie hoch die Intensität sein soll. In der Woche vor dem Rennen wird mehr Mobilität reingebracht. Zu Mittag koche ich gerne. Nachmittags dann nochmal eine Session.
Deine Schwester ist jetzt auch in London….
Ja, seitdem meine kleine Schwester auch in London wohnt, treffe ich mich mit ihr und auch meinen Freunden, denn das ist mir sehr wichtig. Sonntags ist immer Messe. Ich achte immer darauf, dass alles ausbalanciert ist. Mein Sozialleben und der Familienkontakt sind mir sehr wichtig, einfach energetisch und regenerativ. Aber ich investiere auch spirituell Zeit, um meine Beziehung zu Gott zu entwickeln.
Die Winterpause ist fast vorüber, wie bereitest Du Dich über den Winter vor? Hast Du auch mal „frei“?
Ich würde sagen, dass die Tage in denen ich Pause habe, genauso intensiv sind wie die, wo ich arbeite. Meine Pausentage sind wichtig, damit ich genug Energie habe und mich fokussieren kann, dass wenn der Druck kommt und ich performen muss, die volle Energie da ist. Nach einem Rennwochenende ist gewöhnlich Montag frei und das sind die Tage, an denen ich zur Ruhe komme, lange im Bett bleibe, und ganz relaxed esse. In der Winterpause steht viel Testen am Programm. Heuer war speziell, weil ich auch noch in Daytona war. Da war ich den ganzen Januar in Amerika und bin das 24h Rennen gefahren, eine wirklich wichtige Lernerfahrung. Es war ein wahnsinnig hartes Rennen, das war sehr hilfreich.
Die F3 Pre-Season-Tests hast Du auch schon hinter Dir, wie ist der erste Eindruck vom Auto?
Es hat sich nicht viel verändert vom letzten Jahr. Wir arbeiten an den Bremsen, an der Geometrie und am Set-Up. Diese Sachen kann man jetzt in dieser Phase austesten. Das ist meistens für mich eine schwierige Zeit, da das Auto komplett anders kalibriert ist. Das Basispaket funktioniert sehr gut, das haben wir letztes Jahr schon gesehen.
Wie würdest Du das Team generell beschreiben, was macht Euch aus und welche Ziele habt Ihr?
Ziel ist natürlich die Meisterschaft zu gewinnen, die Fahrermeisterschaft und die Teammeisterschaft. Carlin würde ich als eine lustig aussehende Stoppuhr beschreiben. Von außen sieht es sehr lustig aus, wir machen viel Spaß und Blödsinn, wie Fußballspielen. Aber wenn es zur Sache geht, funktionieren wir wie eine Uhr. Es ist keine Tausendstelsekunde nicht ausgenutzt und es ist beeindruckend, wie schnell die Mechaniker umschalten können, wenn die Arbeit beginnt. Wir sind alle junge Fahrer und da ist es wichtig Spaß zu haben. Du beginnst mit dem Rennfahren, weil Du eine Leidenschaft dafür hast, nicht, weil Du Profi-Rennfahrer werden willst. Du fährst am besten, wenn Du so frei bist, dass Du dieses Gefühl haben kannst. Spaß auf der Rennstrecke ist der Weg zum Erfolg und zu schnellen Rundenzeiten. Wenn Du nicht weißt warum Du überhaupt da bist, dann kannst Du gleich nach Hause fahren. Es ist also wirklich sehr wichtig mit jungen Fahrern immer Spaß zu haben und immer die positiven Seiten zu sehen, auch wenn es gerade schwierig ist. Wenn man Mist gebaut hat, ist es auch wichtig, wie eine Stoppuhr anzuhalten, und an sich selbst zu arbeiten. Diese Mischung haben sie wirklich sehr gut hinbekommen.
Teil 2 folgt am Freitag!
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