Gasly endlich am Ziel

Die Karriere von Pierre Gasly verlief nicht gerade nach Musterplan. Nach dem GP2-Titel im Jahr 2016 hätte man annehmen können, dass er in die F1 wechselt, doch dem war nicht so. Erst durch Umwege gelangte er ans Ziel.

Pierre Gasly hat es nun endlich geschafft und ist in der Formel 1 angekommen, doch die Karriere des nun 21-jährigen verlief nicht nach Musterplan. Als Gasly den GP2-Titel im Jahr 2016 gewann, hätte man vermutet, dass er ein Angebot bekommt in der Formel 1 zu fahren. Doch stattdessen wechselte er in die japanische Super Formula. Laut dem Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko war Pierre Gasly nach dem GP2-Titel noch nicht bereit für die Königsklasse. „Er hat neben Pech auch Fehler gemacht und ist in Japan als Person gereift, was dringend notwendig war. Er musste lernen, selbstständig zu sein, weil dort kein Mensch seine Sprache gesprochen hat. Er musste sich dort durchsetzen. Das hat er dann auch geschafft.“, erklärt Marko die Lage. Doch beim GP in Malaysia ergab sich für Gasly endlich eine Chance und er gab sein Debüt bei Toro Rosso als Ersatz für Carlos Sainz, der zu Renault gewechselt hatte.

Dass Gasly so lange brauchte, um in die Formel 1 zu gelangen, hat seiner Meinung nach auch anderer Gründe gehabt: „Ich hatte keinen Manager, war immer alleine und musste mich gegen die großen Haie im Fahrerlager durchsetzen. Ich bin stolz darauf, es geschafft zu haben – ohne Manager und ohne für mein Cockpit zu zahlen. Auch wenn es oft hart war und ich mich gefragt habe: Warum muss ich so lange warten?“

Doch auch der Teamkollege von Gasly Brendon Hartley legte keine typische Karriere hin, denn neben den vier Formel 1 Rennen, die er bestritten hat, fuhr er parallel auch in der WEC für Porsche. Gasly und Hartley sind in der nächsten Saison wieder für Toro Rosso am Start, doch das wahre Potential wird sich, laut Helmut Marko, erst in der kommenden Saison entfalten: „Toro Rosso hatte derartig viele Motorenprobleme. Die beiden sind ja kaum zum Fahren gekommen. An einem gesamten Rennwochenende ist ein Gasly inklusive Training keine 30 Runden gefahren.“ Bei Hartley war die Situation sogar noch schwieriger einzuschätzen, da er insgesamt nur vier Wochenenden im Einsatz war. „Da ist auch noch die Doppelbelastung dazugekommen. Er fuhr jedes Wochenende mit einem anderen Auto. Das richtige Potential wird man erst 2018 sehen.“

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