Führungsroulette in Russland

Mercedes feierte im Sotschi Autodrom einen doch überraschenden Doppelsieg, vor allem weil Ferrari vom Pech verfolgt war

Lewis Hamilton holte sich den neunten Rennsieg in dieser Saison, seinen vierten im Olympiapark von Sotschi. Der Engländer war heuer nicht immer der schnellste Mann auf der Strecke, aber der, der keinen Fehler machte und dessen Fahrzeug perfekt hielt. Zum Sieg freilich kam er wie die Jungfrau zum Kinde, denn der Titelverteidiger übernahm die Führung im Rennen Dank einer Virtual Safety Car Phase nach dem Ausfall von Ferrari-Star Sebastian Vettel. Bis dahin hatte er gegen die Roten kein Mittel, blieb allerdings immer in Schlagdistanz. „Was für ein fantastischer Job. Das ist genau das, was wir brauchten. Wir geben eben niemals auf“, funkte Hamilton nach der Zieldurchfahrt an die Box. „Unser Teamgeist inspiriert mich. Ich musste wirklich hart kämpfen, dass ich den Ferraris hinterherkomme. Es wird immer härter und härter zu gewinnen, aber so macht es sehr viel Spaß.“ Den ersten Doppelerfolg der Silbernen seit Silverstone komplettierte Stallkollege Valtteri Bottas, der bei den Restarts Teamleader Hamilton nicht gefährdete und dann Charles Leclerc hinter sich halten konnte. „Das Ergebnis ist gut für uns. Leider ging sich für mich der Sieg nicht aus. Ich hatte im ersten Stint einfach nicht die nötige Pace. Das Duell gegen Charles hat viel Spaß gemacht“, so Bottas.

Ferrari im Pech

Eigentlich waren die Roten klar die Schnellsten an diesem Wochenende, doch das Rennglück spielte wahrlich nicht in ihre Hände. Am Start zog Sebastian Vettel an Polesetter Charles Leclerc vorbei und Ferrari genoss rundenlang eine Doppelführung. Doch nach seinem Boxenstopp rollte Vettel wenige Kurven später mit einem beschädigten Hybrid-System aus. Leclerc verlor durch die folgende Virtual Safety Car Phase die Führung an Hamilton, der dadurch weniger Zeit für seinen Reifenwechsel benötigte. Da beim Restart George Russells Williams mit Defekt in die Mauer krachte, konnte Leclerc den Rückstand aber durch das Safety Car wieder wettmachen. Allerdings beschloss die Ferrari-Box den Monegassen erneut reinzuholen, um ihm die gleichen weichen Reifen aufzuziehen wie Hamilton. Doch dadurch rutschte er hinter den zweiten Mercedes von Bottas zurück und kam an diesem bis zur Zielflagge nicht mehr vorbei. „Wenigstens haben wir Konstanz, aber sehr schade, dass wir nicht gewonnen haben. Mercedes war im Renntrimm sehr schnell. Die Taktik war eigentlich, dass Seb und ich gleich tauschen, aber das Team hatte das im Griff. Wir hatten im Prinzip die Pace, dass wir vor Valtteri ins Ziel kommen, aber die Safety Cars haben uns nicht geholfen,“ sagte Leclerc.

Der Formel 1 Zirkus zieht nun weiter nach Suzuka, wo es mit dem Großen Preis von Japan am 13. Oktober weitergeht.

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