Frauenpower in der DTM – ein Rückblick zum Weltfrauentag

Lella Lombardi, die erste Frau mit Punkten in der Formel 1, war auch die erste Dame in der DTM. Einige sind ihr gefolgt, die erfolgreichste war Ellen Lohr. Formelaustria rollt anlässlich des Weltfrauentags die Geschichte auf

In der DTM-Premierensaison 1984 startete Lella Lombardi am Hockenheimring in einem werksunterstützten Alfa Romeo GTV. Die Italienerin belegte nach Rang zehn im ersten Rennen im zweiten Run sogar Platz sechs, war aber als Gaststarterin nicht punktberechtigt. Im Anschluss an die Saison 1988 beendete sie ihre sportliche Laufbahn. 1992 erlag Lombardi im Alter von 50 Jahren einem Krebsleiden. Beate Nodes stieg 1985 in die DTM auf und erreichte in einem Ford Sierra 1986, ihrer ersten vollen DTM-Saison, auf der Berliner Avus als Dritte das erste Stockerl einer Frau in der Serienhistorie. Nach dem Ende ihrer Motorsport-Karriere wurde sie Geschäftsfrau im Einzelhandel. 2008 verstarb sie im Alter von 44 Jahren an Herzversagen.

Mercedes holt die Ladies

Unbestritten die bekannteste Fahrerin der DTM ist Ellen Lohr. Die ehemalige Chemie-Studentin belegte in ihrer Debütsaison in Wunstorf Rang fünf und Platz zwei beim Saisonfinale in Salzburg, ihr erstes Podium in der DTM. Zudem eroberte sie am gleichen Wochenende an gleicher Stelle im Formel Ford den Titel als Deutsche Meisterin. 1991 holte sie Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach zwei Formel-3-Jahren fix in die DTM und bereits in Zolder schien Lohr auf dem Weg zum Sieg, rutschte aber auf einer Ölspur von Jacques Laffites Auto aus. Ein Jahr später, 1992, folgte der viel beachtete Sieg im ersten der beiden Rennen in Hockenheim im Mai. „Ja, dieser Sieg war toll, ganz sicher der Höhepunkt meiner Karriere und eine Leistung, an die sich viele Menschen bis heute erinnern“, sagt Lohr, die am Jahresende Elfte wurde, 1993 schloss sie sogar noch einen Platz besser ab. Die „Miss Österreich“ von 1983, Mercedes Stermitz, hat ihre sportlichen Wurzeln im Ford-Fiesta-Ladies-Cup. Von dort ging es mit BMW gleich in die 1987 einmalig ausgetragene Tourenwagen-WM, wo Stermitz zwei Top-10-Ergebnisse holte. 1988 stieg die Österreicherin in die DTM ein und fuhr zwölf Rennen für BMW, in denen sie elf Punkte holte. Ihr bestes Resultat war P15 beim Flugplatz-Rennen in Wunstorf.

Die neuen Vorbilder

Nach der Grundausbildung in den britischen Formelserien erhielt Susie Wolff 2006 von Mercedes die große Chance in die DTM einzusteigen. Allerdings fuhr sie meist Jahreswagen und konnte so erst in ihrem fünften Jahr Punkte einfahren: in Klettwitz und in Hockenheim belegte sie jeweils den siebten Platz. Nach sechs Saisonen verließ sie die Serie Ende 2012 nach 72 Rennen, um in der Formel 1 als Testfahrerin zu arbeiten, wo sie auch Geschichte schrieben. Im Freien Training zum Großen Preis von Großbritannien 2014 in Silverstone bewegte sie als erste Frau seit 22 Jahren ein Formel-1-Auto an einem Rennwochenende. Rahel Frey war die erste Frau am Podium im deutschen Formel-3-Cup und auch die erste, die 2009 in dieser Rennserie einen Sieg einfuhr. Danach nahm die unter anderem an der GT1-WM und an den 24 Stunden von Le Mans teil, bevor sie sie Audi 2011 für die DTM verpflichtete. In Valencia hielt sie Ex-Weltmeister Andy Priaulx in Schach und wurde Siebte. Sie ist bis heute die letzte Pilotin, die in der DTM punkten konnte.

 

Alle Pilotinnen in der DTM Geschichte

Lella Lombardi (Italien)

Saisons: 1984, Rennen: 2, Siege: 0, Punkte: 0

Beate Nodes (Deutschland)

Saisons: 1985-1988, Rennen: 28, Siege: 0, Punkte: 99

Traudl Klink (Deutschland)

Saisons: 1986, Rennen: 1, Siege: 0, Punkte: 0

Ellen Lohr (Deutschland)

Saisons: 1987-1996, Rennen: 145, Siege: 1, Punkte: 283

Mercedes Stermitz (Österreich)

Saisons: 1988, Rennen: 12, Siege: 0, Punkte: 11

Annette Meeuvissen (Deutschland)

Saisons: 1988-1991, Rennen: 59, Siege: 0, Punkte: 18

Vanina Ickx (Belgien)

Saisons: 2006-2007, Rennen: 19, Siege: 0, Punkte: 0

Susie Wolff (Großbritannien)

Saisons: 2006-2012, Rennen: 72, Siege: 0, Punkte: 4

Katherine Legge (Großbritannien)

Saisons: 2008-2010, Rennen: 31, Siege: 0, Punkte: 0

Rahel Frey (Schweiz)

Saisons: 2011-2012, Rennen: 20, Siege: 0, Punkte: 6

 

 

Die DTM auf Formelaustria wird präsentiert von der BMW Austria Group

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