Ferrari schenkt Vettel den Puszta Sieg

Sebastian Vettel schleppt sich mit einem angeschlagen Ferrari zum Sieg in Budapest, muss sich aber bei seinem Team für einen Nicht-Angriffspakt von Stallkollege Kimi Räikkönen bedanken

Sebastian Vettel feierte gemeinsam mit seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen am Hungaroring einen Doppelsieg und baute seine Führung in der Fahrerwertung vor der Sommerpause weiter aus. Der Deutsche hatte nach rund einem Drittel des Rennens massive Probleme mit der Spur, musste auf den Geraden seinen Lenker immer leicht nach links neigen, um den Wagen geradeaus zu halten. Räikkönen rückte immer näher und wunderte sich „wieso fährt er so langsam? Ich kann ein deutlich schnelleres Tempo gehen.“ Doch am Kommandostand der Roten entschied man, den in der Weltmeisterschaft führenden Vettel vorne zu behalten und erklärte dem „Iceman“, dass er „Begleitschutz“ spielen muss. Dieser traute seinen Ohren und fragte nochmals nach „wollen wir das jetzt bis zum Rennende machen?“ Vettel kämpfte sich mit dem waidwunden Boliden bravourös ins Ziel, durfte sich hinterher aber vor allem bei Boss Maurizio Arrivabene und Räikkönen für die 25 Zähler bedanken.

Hamilton beweist Fairness

Mercedes schien zunächst nicht mit den Roten mithalten zu können. Durch Vettels unfreiwillige Schleichfahrt, kamen die Silberpfeile aber an die Spitze heran. Nachdem sich Valtteri Bottas vergeblich daran versucht hatte, Räikkönen zu attackieren, tauschte man die Fahrer per Stallorder und ließ nun Lewis Hamilton versuchen – dies allerdings unter der Prämisse, dass sollte sein Versuch fehlschlagen, er wieder zurücktauschen müsste. Der Brite setzte die Ferraris zwar stark unter Druck, aber auch er konnte auf dem engen, kurvigen Kurs nicht vorbeigehen. Als alles schon mit einem Podium Vettel-Räikkönen-Hamilton rechnete, bewies Lewis, dass er ein großer Sportsmann ist, hielt sein Wort und riskierte in der letzten Runde viel, um Bottas wieder vorbeizulassen. Der Finne war nämlich im Fight mit dem heranstürmenden Max Verstappen. Durch den Platzwechsel verzichtete Hamilton im WM-Kampf auch freiwillig auf drei Zähler. „Es war ein schwieriges Wochenende. Die Reifen funktionierten nicht so, wie wir es erhofft hatten, dann ging im Rennen der Funk nur selten, und ich kam zwar an die Ferraris heran, konnte aber nirgends überholen. Am Ende ließ ich Valtteri wieder vorbei. Wir hatten eine Abmachung“, so Hamilton.

McLaren zeigt auf

Wie vorhergesagt, präsentierte sich McLaren-Honda auf einem Kurs, auf dem die Motor-Power nicht so entscheidend ist, hervorragend. Fernando Alonso holte als Sechster das absolute Maximum heraus und sicherte sich im letzten Umlauf auch noch die schnellste Rennrunde. Teamkollege Stoffel Vandoorne holte als Zehnter seine ersten Saisonzähler, hätte aber sogar noch weiter vorne sein können, hätte er sich beim Boxenstopp nicht verbremst. „Es war ein erfreuliches Wochenende für uns. Fernando und Stoffel fuhren stark, wir kamen mit beiden Wagen ins Ziel, und beide holten Punkte“, hatte Renndirektor Eric Boullier endlich einmal Grund zur Freude. Dank der eingefahrenen neun Punkte hat McLaren nun die rote Laterne in der Teamwertung an Sauber F1 (5 Zähler) abgegeben.

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