Ferrari Coup in Fernost

Die Roten feiern zum ersten Mal seit zwei Jahren einen Doppelsieg durch Sebastian Vettel vor Charles Leclerc, Bulle Max Verstappen wird Dritter

392 Tage ohne Rennsieg waren für Sebastian Vettel genug. Der Deutsche zeigte sich in der Nacht auf dem Stadtkurs höchst konzentriert und aggressiv, triumphierte absolut verdient. „Es war ein tolles Rennen. Die letzten Wochen für mich waren nicht so schön, aber die Fans haben immer zu mir gehalten. Der Call zum Stopp kam sehr spät, vor der letzten Kurve, und ich hab dann alles in die Outlap gesteckt. Ehrlich gesagt, war ich überrascht wie ich als Erster bei Start-Ziel vorbeikam. Am Schluss habe ich das Rennen kontrollieren können“, strahlte der Heppenheimer nach seinem 53. Grand Prix Sieg und dem fünften in Singapur. Eigentlich war Mercedes als Favorit nach Singapur angereist, doch schon im Qualifying muckten die Erzrivalen aus Italien auf und holten durch Charles Leclerc die Pole Position, der sich im Rennen aufgrund eines teaminternen Undercuts mit Rang 2 begnügen musste. „Es ist immer hart, den Sieg aus der Hand geben zu müssen. Aber für das Team ist 1-2 toll. Vor dem Rennen wären wir schon mit einem Podium zufrieden gewesen,“ resümierte Leclerc. Entgegen den Erwartungen bei Teamchef Toto Wolff und Co. waren die Ferrari-Piloten auch im Rennen klar schneller als die Silberpfeile. Zudem traf man die eindeutig besseren strategischen Entscheidungen, wodurch man den ersten Doppelsieg seit Ungarn 2017 einfahren konnte – gleichzeitig auch der erste eines Teams beim Nachtrennen in Singapur.

Bullen glücklich, Mercedes mit Schadensbegrenzung

Entgegen den eigenen Erwartungen schnappte sich Max Verstappen den letzten Stockerlplatz. Der Niederländer fuhr konstante Rundenzeiten, machte keinen Fehler und hielt auch dem erst in der Schlussphase heftigen Druck von Lewis Hamilton Stand. „Der Boxenhalt war ideal getimed und großartig. Hinten raus war es ein wenig schwierig mit den Reifen, aber für uns ist das ein gutes Ergebnis“, sagte Verstappen. Keine Chance auf den Sieg hatten diesmal die Silbernen, die sich schlichtweg strategisch verpokert hatten. Das Überholen auf dem Marina Bay Street Circuit ist unter nahezu gleich schnellen Boliden extrem schwierig. Daher war klar, dass man mithilfe der Reifenstopps agieren musste. Doch da holte man Valtteri Bottas zu früh und Hamilton zu spät im Vergleich zu Ferrari herein. „Der Undercut von Ferrari kam aus dem Nichts, sehr mutig. Wir haben es nicht gemacht und es war ein wirklicher Fehler von uns. Wir haben dann gehofft, wenn wir Lewis länger draussen lassen, dass wir ihn noch ranbekommen. Das ging aber auch nicht. Wir waren das Wochenende am falschen Fuß. Vielleicht ist es die richtige Watschn zur richtigen Zeit“, analysierte Toto Wolff eindeutig.

Alfa mit Führungsrunde

In einem turbulenten Rennen lag zwischenzeitlich Antonio Giovinazzi mehrere Runden in Führung, womit er der erste Pilot eines anderen Teams außer Mercedes, Ferrari oder Red Bull in unglaublichen sechs Jahren, dem dies gelang. Letztmalig am Stockerl stand ein Alfa-Fahrer 1983 als Riccardo Patrese beim Heimspiel in Monza Dritter wurde. Davon ist das Team aktuell allerdings noch weit weg.

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