F1 Tests Bahrain: Red Bull & Alpha Tauri stark, Mercedes & Aston Martin straucheln

Die Formel 1 Wintertestfahrten 2021 sind Geschichte. Formelaustria analysiert die Auftritte der Teams an den drei Tagen am Bahrain International Circuit

Mercedes-Benz in Formula One logo.svg

Mercedes AMG Petronas

Bestzeit: 1:30.025

Runden: 304

Die amtierenden Weltmeister zeigten eine der am wenigsten überzeugenden Preseason-Leistungen in der Hybrid-Ära. Es gab Probleme mit der Zuverlässigkeit (Getriebe), einen Sitzwechsel bei Lewis Hamilton, und einige Abflüge von der Strecke, die darauf hinwiesen, dass mit dem Heck des W12 nicht alles in Ordnung ist. Natürlich darf man ein Team, das die letzten Jahre alles gewonnen hat, nicht abschreiben. Dennoch war es das erste Mal seit Jahren, dass Mercedes wirklich in Schwierigkeiten war. „Wir haben einige Verbesserungen vorgenommen, aber wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen“, sagte Hamilton. „Ich kann keinen speziellen Bereich auswählen, wir müssen einfach überall noch an den Stellschrauben drehen.“ Andrew Shovlin, technischer Leiter an der Strecke, bekräftigte die Befürchtungen: „Wir haben kleine Fortschritte bei der Balance bei höherer Benzinlast gemacht und das Fahrverhalten wurde vorhersehbarer, aber wir können anhand der Daten, die wir in den letzten Tagen gesammelt haben, das Renntempo erkennen Wir sind nicht so schnell wie Red Bull. Wir hatten auch in den letzten Jahren Probleme mit dem Tempo bei den Wintertests, konnten diese vor dem ersten Rennen aber beheben. Diesmal sind wir da nicht so sicher.“
Red Bull Racing 2021 logo.png

Red Bull Racing

Bestzeit: 1:28.282

Runden: 369

Red Bull Racing hat in Bahrain eine starke Duftmarke abgeliefert und bei Mercedes sicher Stirnrunzeln verursacht. WM-Anwärter Max Verstappen hatte bis auf einen selbstverschuldeten Dreher keinerlei Probleme und markierte Topzeiten. Sein neuer Teamkollege Sergio Perez fand sich mit dem RB16B sehr schnell zurecht, hatte nur einen kleinen Schreckmoment als sich bei hoher Geschwindigkeit die Motorabdeckung löste. „Ich habe noch viel zu lernen im Auto, um das Maximum herauszuholen“, sagte Perez. „Aber ich meine, das Beste, was ich tun kann, ist, geduldig zu sein und die ersten Rennen so zu fahren, wie sie kommen. Ich werde mehr über die Dinge im Team erfahren. Im Moment muss ich nur geduldig sein und zusammen mit meinen Ingenieuren müssen wir einfach weiter sehr hart arbeiten.“ Verstappen resümierte ebenfalls positiv: „Ich denke, es war ein gutes Wochenende, aber das ist natürlich keine Garantie, dass wir vorne sind. Alle Teams führen beim Testen unterschiedliche Programme durch, daher werden wir erst in 14 Tagen in Q3 herausfinden, wo wir wirklich sind. Dennoch würde ich sagen, dass sich das Auto gut anfühlt und ich freue mich darauf, Rennen zu fahren.“
McLaren Racing logo.svg

McLaren F1

Bestzeit: 1:30.144

Runden: 327

McLaren hatte die schwierige Aufgabe die neue Mercedes Power Unit im „alten“ Chassis unterzubringen und das scheint perfekt gelungen zu sein. Mitte Februar hatte es in Silverstone einen positiven Shakedown gegeben und die Testfahrten waren für die Briten sehr erfolgreich. Der MCL35M hatte drei reibungslose Tage, auch wenn die Laufleistung nicht extrem hoch war. Lando Norris und Neuzugang Daniel Ricciardo waren dementsprechend zufrieden. „Wir hatten mit ein paar Dingen zu kämpfen, die in gewisser Weise schlecht und gut sind“, sagte Norris. „Du willst nie auf Probleme stoßen, aber es ist gut, dass wir etwas über das Auto gelernt haben und Zeit haben, es anzusprechen, bevor wir zum Rennen zurückkehren. Positives und Negatives, aber alles in allem ist es positiv, und genau dafür sind wir hier während des Tests. “ Ricciardo fügte hinzu: „Ich bin wirklich froh, dass der Wagen so zuverlässig war und die Tests ohne wirkliche Probleme oder Bedenken verliefen. Es waren drei gute Tage. Ich habe mich auch wirklich gleich wie zu Hause gefühlt.“
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Aston Martin F1

Bestzeit: 1:30.460

Runden: 314

Genau an dem Ort, an dem Racing Point den längst überfälligen Sieg einfuhr, begann die neue Aston Martin-Ära, allerdings relativ verhalten. In einem Test, bei dem es nur wenige Zuverlässigkeitsprobleme für die Teams gab, kämpfte Aston Martin gleich mit zwei relativ großen Problemen: Am Samstagmorgen gab es ein Getriebeproblem, das Sebastian Vettels Outing ruinierte. Beim letzten Stint des vierfachen Champions im AMR21 machte ein Verlust des Ladedrucks dem Deutschen das Leben schwer. Dadurch verlor Aston Martin sehr viel Zeit und Testkilometer, insbesondere Neuankömmling Vettel, der so auch keine Qualifyingsimulation fahren konnte. Trotzdem war Vettel, der von Rot zu Grün gewechselt hat, zuversichtlich, was seine und Aston Martins Lage angeht. „Ich denke, es gibt noch viel zu verbessern und über das Auto zu lernen, gerade beim Setup. Aber ich denke, jeder ist in der gleichen Position – mit nur drei Testtagen ist es unmöglich, alles zu schaffen. Für uns werden wohl die ersten beiden Rennen, besonders für mich, eine steile Lernkurve beinhalten. Das erste Rennen ist das erste Rennen, und wenn es so läuft, wie geplant, gibt es danach 22 weitere. Also ist in einem arbeitsreichen Jahr dann noch genügend Zeit.“
Alpine F1 Team logo.png

Alpine F1

Bestzeit: 1:30.318

Runden: 396

Die größte Erkenntnis aus dem Eröffnungstest in Bezug auf Alpine waren die exorbitante Größe der Airbox und die tolle Lackierung. Executive Director Marcin Budkowski offenbarte, dass sich der A521 im Verlauf der drei Tage mehrfach veränderte, denn Alpine testete im Rahmen eines umfangreichen Programms eine Reihe von Komponenten. Budkowski war happy, dass Alpine alle Punkte abarbeiten konnte, ohne auf nennenswerte Probleme zu stoßen. „Es gibt immer Dinge, die man gerne tun würden, mehr Aero-Tests, mehr Reifentests, mehr Teile zum Ausprobieren, aber wir haben fünf Testtage in drei gepackt und sind so ziemlich da, wo wir wollten. Wir haben diese Woche viel gelernt, haben an Leistung gewonnen und ich war sehr beeindruckt davon, wie die Crew und die Leute in der Fabrik in den letzten Tagen zusammengearbeitet haben. Besonders beeindruckt war Budkowski auch von Fernando Alonso. „Er kehrte nach zweijähriger Pause in die Formel 1 zurück und schien von seiner jüngsten Kieferverletzung nicht im Entferntesten betroffen zu sein. Er war sofort schnell, konstant und gab großartiges Feedback. Das erwartet man sich von Fernando, aber er war bereits voll in das Team integriert und ist in Topform.“
Traditional Scuderia Ferrari badge

Scuderia Ferrari

Bestzeit: 1:29.611

Runden: 404

Ferrari fuhr die drittbeste Zeit während der Tests dank Carlos Sainz, obwohl der Gesamtauftritt eher mittelmäßig war. Es gab nichts sehr Auffälliges, aber auch nichts mehr Katastrophales wie noch in der Vorsaison. Die Geschwindigkeit auf der Geraden war bei Ferrari 2020 eine brutale Schwachstelle und die scheint nach den ersten Eindrücken behoben zu sein. „Als wir letztes Jahr für das Rennen und das Qualifying hier in Bahrain waren, waren wir auf den Geraden sehr langsam – wir sind nicht in Q3 gekommen und waren sehr weit von der Pole entfernt“, erinnert sich Teamchef Mattia Binotto. „Wenn ich mir jetzt die ersten Tage anschaue, denke ich, dass die Geschwindigkeit zumindest auf den Geraden in Ordnung ist. Es scheint kein so großer Nachteil zu sein wie im letzten Jahr. Wir wissen, dass es nicht nur um Leistung geht, sondern auch um den Luftwiderstand des Autos – wie wir letztes Jahr oft gesagt haben -, aber ich möchte sagen, dass beide dazu beigetragen haben, unsere Geschwindigkeit auf den Geraden zu verbessern, und dass wir heute der Meinung sind, dass dies kein Nachteil mehr ist. ” Ferrari konzentrierte sich darauf, Sainz in Rot auf den neuesten Stand zu bringen, und Binotto war insgesamt zufrieden. „Es ist normal, dass die Atmosphäre jetzt sicherlich besser ist als 2020. Aber ich denke auch Carlos passt sehr gut zu uns und zu Charles. Sie sind zwei junge Fahrer – erfahren, aber jung – die auf der Strecke und auch außerhalb gut miteinander auskommen.“
Scuderia Alpha-Tauri.svg

Scuderia Alpha Tauri

Bestzeit: 1:29.053

Runden: 422

AlphaTauri’s AT02 war sicher die Überraschung während des dreitägigen Tests. Pierre Gasly war nicht nur schnell, sondern zeigte auch Führungsqualitäten, um die Richtung des Teams zu bestimmen. „Es ist viel besser als im letzten Jahr zur gleichen Zeit in Barcelona. Ich bin wirklich glücklich.“ Rookie Yuki Tsunoda hatte zunächst zahlreiche technische Probleme – ein Fehler am Kraftstoffsystem, am DRS, an seinen Pedalen und ein Stromausfall – schlug sich danach aber sensationell. Sein Tempo, besonders am Sonntagnachmittag, war auffällig. „Ich hatte bereits großes Vertrauen in ein Formel-1-Auto, die Car Control und auch alle Knöpfe am Lenker. Als wir nach Bahrain kamen, war es daher viel einfacher, uns nur auf das 2021er Auto zu konzentrieren, um Erfahrung zu sammeln“, so Tsunoda Der Test von AlphaTauri hätte nicht besser laufen können.
Logo Alfa Romeo Racing Orlen.svg

Alfa Romeo ORLEN

Bestzeit: 1:29.766

Runden: 422

Alfa Romeo war zu Beginn des Tests etwas unter dem Radar bis Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi mit schnellen Zeiten aufhorchen ließen. Am wichtigsten war aber, dass das Duo im C41 eine riesige Kilometerleistung abspulte – und das ohne gravierende Probleme. Teamchef Frederic Vasseur verfolgte dies aufgrund seines positiven Covid-19-Tests wohlwollend aus der Ferne. „Wir haben alles erledigt, wofür wir hierhergekommen sind, und jetzt müssen wir nur noch sehen, wo wir sind, wenn wir wieder hier sind“, sagte Räikkönen. „Testzeiten bedeuten nichts und im Moment wissen wir nicht, wie sich alle anderen Teams entwickeln. Aber wir wissen, wie unser Auto funktioniert, und es ist besser als letztes Jahr“, so der „Iceman“ weiter. Auch Technikdirektor Jan Monchaux zeigte sich vorsichtig optimistisch. „Die Ergebnisse sind ermutigend, aber wir lassen uns nicht mitreißen: Wir wissen, dass noch viel zu tun ist, fühlen uns aber bereit, die Meisterschaft zu beginnen, fühlen uns besser vorbereitet als im letzten Jahr. Das Auto war die ganze Woche über zuverlässig und wir haben die Schwächen von 2020 verbessert.“
Uralkali Haas F1 Team logo.png

Haas F1

Bestzeit: 1:31.531

Runden: 394

Auch wenn die Testfahrten für Haas mit einem Hydraulikproblem am Eröffnungstag und einem Getriebewechsel schlecht begannen, konnten Formel-2-Champion Mick Schumacher und Nikita Mazepin letztlich viele Runden abspulen. Samstag legte Haas mehr Kilometer zurück als jedes andere Team, und die beiden Rookies schlugen sicher sehr gut.  Beide gingen ruhig und methodisch an die Sache heran, machten keine Fehler, auch wenn Haas bei weitem das langsamste Team war. „Wir schauen nicht so sehr auf das Tempo. Für uns geht es mehr ums Lernen. Ich würde also nicht sagen, ob ich beeindruckt oder nicht beeindruckt war. Ich bin in dieser Hinsicht ziemlich neutral. Für mich ist das Wichtigste, dass die Jungs alle Prozesse und Verfahren lernen. Dass sie nichts falsch machen, dass sie nicht crashen oder so etwas. Das hat mich beeindruckt. Sie sind zwei Piloten, auf die wir für die Zukunft aufbauen können“, resümierte Teamchef Günther Steiner. „Ich würde sagen, wir sind zufrieden mit dem Verlauf des Tests. Der erste Tag war offensichtlich ein bisschen schade, aber wir haben aufgeholt“, fügte Mick hinzu.
Williams Racing 2020 logo.png

Williams F1

Bestzeit: 1:30.117

Runden: 373

Williams‘ vordringliches Ziel ist es, die rote Laterne wieder abzugeben. Mit neuem Investor und unter neuer Führung ließ man zuerst Testfahrer Roy Nissany auf die Strecke, ehe die Stammpiloten Nicholas Latifi und George Russell ans Steuer des FW43B durften. Vor allem Latifi litt stark unter dem heftigen Wind und drehte sich immer wieder. Russell lieferte wieder die beste Zeit des Teams und war damit im Mittelfeld. Der FW43B war aufgrund der Entscheidung des Teams, den maximalen Abtrieb zu suchen, besonders anfällig bei Böen. „Wir wussten, dass dies der Fall sein würde, aber diese Bedingungen haben gerade das Schlimmste des Autos hervorgehoben und hervorgebracht“, sagte Russell. „In einigen Aspekten ist es gut, weil wir dadurch einen sehr guten Datensatz erhalten. Wenn wir einen dreitägigen Test hätten, bei dem die Bedingungen vollkommen ruhig sind, und der nur das Beste aus dem Auto herausholte, würden wir hier mit einem falschen Gefühl des Optimismus sitzen.“ Auch Teamchef Simon Roberts schlug in dieselbe Kerbe: „Die ersten Anzeichen sind, dass das Auto wie erwartet ist, also bisher keine Überraschungen. Damit sind wir absolut zufrieden, haben aber noch Arbeit vor uns.“

 

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