Eintagsfliege oder Trendwende

Max Verstappen hat beim Österreich GP die Siegesserie der Mercedes-Silberpfeile beendet. Nun hoffen die meisten Fans in Silverstone auf die Fortsetzung des Umsturzes

Mit einer beherzten Aufholjagd und vollem Risiko schnappte sich Red-Bull-Racing-Pilot Max Verstappen beim Heimrennen seines Arbeitgebers Platz 1und sorgte in Spielberg so vorerst für ein Ende der Dominanz von Mercedes AMG Petronas. Weder WM-Leader Lewis Hamilton noch dessen Teamkollege Valtteri Bottas konnten den Niederländer auf seinem Siegeszug stoppen. Noch schlimmer – sie konnten auch Ferrari nicht das Wasser reichen und waren, nachdem sie bis zum Österreich GP jedes Saisonrennen für sich entschieden hatten, nur mehr dritte Kraft. „Wir hatten diesmal keine Chance. Das soll natürlich nicht sein, war aber so. Wir müssen das analysieren und wieder zurückschlagen“, erklärte Mercedes Teamchef Toto Wolff.

Comeback von Silber?

Und genau diese Wiederauferstehung soll es in Silverstone, dem Mekka der Hamilton Fans, geben. Seit 2013 gab es auf dem ehemaligen Flugfeld der Royal Army nicht weniger als fünf Siege für Mercedes in sechs Rennen, vier davon gingen auf Hamiltons Konto. Nur im Vorjahr konnte Sebastian Vettel im Ferrari dem späteren Weltmeister die Suppe versalzen. Großen Anteil daran hatte der damalige Teamkollege des Deutschen, denn Kimi Räikkönen schubste Hamilton in Runde 1 im Zweikampf in einen Dreher und der Brite fiel auf den letzten Platz zurück. Vor seinen Heimfans flog er entfesselt durchs Feld und wurde schließlich noch Zweiter hinter Vettel.

Wetter als Faktor

Eine entscheidende Rolle bei Verstappens Sieg in Spielberg hatte das Wetter. Denn die extrem heißen Temperaturen halfen sowohl Red Bull als auch Ferrari die Reifen rasch ins richtige Arbeitsfenster zu bringen. Damit war ein wesentlicher Vorteil für Mercedes dahin. Die Vorhersage für Silverstone sieht aber 21-23 Grad Celsius und leichte Bewölkung voraus, also das ideale Wetter für die Silbernen. „Wenn es wieder Britisch kühl ist, dann werden wir sicher mehr Zeit brauchen, um die Reifen auf Temperatur zu bringen wie Mercedes. Das ist natürlich schon ein Nachteil,“ so Vettel.

Fürsprecher Berger

Der vierfache Champion geriet zuletzt immer wieder ins Schussfeld, hat aber nun in Gerhard Berger einen prominienten Fürsprecher gefunden. „Totgesagte leben länger. Ich trau Sebastian noch einiges zu. Er ist ein cleverer Kerl, auch wenn es momentan für ihn etwas schwierig ist. Da kommen ein paar Fehler zusammen, von ihm und vom Team, und dann hatte er auch noch Pech. Aber man darf Sebastian nie abschreiben. Der ist nicht umsonst viermal Weltmeister geworden.“

Posted in ,