Einstimmigkeit im Fahrerlager

In Austin wurden zahlreiche Piloten nach ihrer Einschätzung des angeblichen Budget Cap Verstoßes von Oracle Red Bull Racing gefragt. Der Tenor war eindeutig – es wurden harte Strafen gefordert.

Red Bull soll als einziges Team die Budgetgrenze überschritten haben, wenn auch laut FIA nur „geringfügig“. Die Schätzung liegt bei rund 1,8 Millionen Dollar, womit man aber einige Zehntel an Rundenzeit gewinnen kann.

Der GPDA-Vorsitzende George Russell kommentierte: „Wir leben in einer so technischen Welt, in der du bestraft wirst, wenn du bei einem kleinen Detail über das Limit gehst – egal ob es 100 Gramm zu wenig Sprit sind oder wenn der Heckflügel von Lewis in Brasilien zwei Millimeter zu breit ist. Du wirst disqualifiziert und entsprechend bestraft.“

Daher fordert der Brite auch bei Geldfragen klare Kante. „Das ist schon ein ernster Verstoß. Wenn sie zu viel ausgegeben haben und das Performance am Auto gebracht hat, muss man ihnen diese nehmen. Eine Geldstrafe wäre nicht angemessen, selbst 100 Millionen nicht. Sie wären vermutlich glücklich darüber. Aber wenn man ihre Budgetgrenze reduziert oder die Zeit im Windkanal streicht, dann tut das wirklich weh.“

Auch Ferrari-Star Carlos Sainz sagte: „Wir wissen, wie viel eins, zwei, drei, vier Millionen bei der Entwicklung ausmachen können. Darum haben ja auch alle vor ein paar Jahren 350 Millionen ausgegeben. Es ist daher wichtig, dass die Strafe den Anreiz nimmt, das Budget um zwei oder drei Millionen Dollar zu überziehen.“

„Ich persönlich hoffe, dass es eine strenge und harte Strafe gibt, denn das sollte nicht passieren. Regeln sind die Regeln“, fordert Valtteri Bottas. „Ich hoffe, es wird eine Strafe, die ihnen wirklich richtig wehtut.“

Sebastian Vettel hält die FIA dazu an, „eine schnelle und klare Entscheidung zu treffen sonst ist das etwas dumm. Niemand hat Zweifel, dass Max Verstappen der Weltmeister 2021 ist“, aber es ginge hier um Teamangelegenheiten.

„Das Beste wäre, wenn man transparent ist, damit jeder sehen kann, was passiert. Ansonsten reden die Leute nur und spekulieren. Ich glaube, diese Ära ist vorbei. Wir leben in einer Zeit, in der Transparenz immer normaler wird. Ich denke nicht, dass der Sport da außen vor sein sollte. Ich sehe nicht, warum wir nicht wissen sollten, was los ist“, so der Deutsche weiter.

Fernando Alonso erinnert daran, dass „Ferrari 2019 zwei Rennen mit etwas gewonnen hat, von dem wir alle wussten, dass es nicht legal war. Und nichts ist passiert. Sie durften die Siege behalten. Man stelle sich nur mal vor, sie hätten die Meisterschaft mit dem Motor gewonnen.“

„Wir müssen den Leuten, die die Macht haben, vertrauen. In der Formel 1 hat man schon immer Grauzonen ausgenutzt. Und die, die die Meisterschaft gewonnen haben, haben immer eine Grauzone ausgenutzt, die andere dann kopiert haben. Das ist die Natur der Formel 1.“

„Alle Weltmeister nutzen Grauzonen. Ich kann mich in den vergangenen Jahren an kein Team erinnern, das die Meisterschaft gewonnen hat und nicht irgendetwas gefunden hat, von dem die anderen Teams überrascht waren – von Brawn GP bis Red Bull 2012“, so der Spanier.

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