Am vergangenen Wochenende konnte sich Penkse-Pilot Josef Newgarden den Titel in der IndyCar Series sichern. Der hochveranlagte Allrounder wäre ein Kandidat für den nächsten Amerikaner in der Formel 1
Mit Phil Hill (1961) und Mario Andretti (1978) holten bislang zwei US-Amerikaner den WM-Titel in der Königsklasse des Motorsports. Richie Ginther holte 1965 für Honda F1 den ersten Rennsieg, Toptalent Peter Revson gewann 1973 in Großbritannien und in Kanada, wurde zweimal in Serie WM-Fünfter, starb aber ein Jahr später bei Testfahrten mit Shadow in Kyalami, Südafrika. Alexander Rossi war der bislang letzte Formel-1-Amerikaner. Der spätere Indy 500 Sieger fuhr 2015 auf Marussia hinterher, ehe er nach Übersee zurückkehrte. Scott Speed konnte zwischen 2006 und 2007 bei Toro Rosso nicht glänzen und flog nach einem Handgemenge mit Boss Franz Tost aus dem Team. Eine ähnliche Lachnummer war Mario Andrettis Sohn Michael, der 1993 bei McLaren an der Seite von Ayrton Senna ganz alt aussah und nach nur 13 Grands Prix die Segel streichen musste.
Zu schneller Aufstieg
Mit einem zweiten Platz beim Saisonfinale 2017 im kalifornischen Sonoma krönte sich Newgarden in seinem sechsten IndyCar Jahr zum Champion. Der 26-Jährige aus Tennessee gewann 2008 das Formula Ford Festival und wurde in der Folgesaison Vizemeister der British Formula Ford Championship. Von dort brachte ihn das bekannte Carlin Team direkt in die GP3, ein Schritt der für den Amerikaner noch zu früh kam. „Der Sprung war sehr groß und ich brauchte die halbe Saison um mich an die Wagen und die Pace zu gewöhnen“, erinnert sich Newgarden. Der US-Boy steigerte sich im Verlauf der Saison massiv und kämpfte am Ende in den Rennen immer um die Ränge 5-7 anstatt um Platz 20 wie zu Beginn. Dennoch machte er einen Schritt zurück und kehrte aus Europa zurück in seine Heimat, wo er in der IndyLights, der Juniorserie zur IndyCar, an den Start ging. Gleich als Rookie fuhr er 2011 fünf Siege in 14 Rennen ein und sicherte sich überlegen den Titel. Er stieg mit dem Team von Sarah Fischer direkt in die IndyCar auf, wo er später zu Ed Carpenter Racing ging. 2015 schnappte er sich in Alabama den ersten Sieg. Wenig später, beim Firestone 600 in Texas, verunglückte er aber schwer. Nach einem Fahrfehler von Conor Daly schlug Newgarden zweimal in die Streckenbegrenzung ein, wurde mit gebrochenem Schlüsselbein und Handfrakturen ins Krankenhaus eingeliefert. Zwei Wochen nach seinem Unfall kehrte er aber bereits in sein Fahrzeug zurück und wurde Achter in Elkhart Lake.
Formel 1 als Option?
Ein Einstieg für Newgarden in die Königsklasse wäre rein technisch möglich. Die nötigen Superlizenz-Punkte hätte er, seine besten Leistungen brachte er immer auf Straßen- oder Stadtkursen. Mit Haas F1 gäbe es sogar ein eigenes amerikanisches Team. „Josef hätte absolut das Zeug in der Formel 1 zu fahren. Er ist talentiert, schnell und für sein junges Alter sehr analytisch. Er hat heuer bewiesen, dass er ein Champion ist und es wäre spannend zu sehen, wie er sich in der hochtechnischen Formel 1 schlägt. Allerdings weiß ich nicht, ob er sich dort von der zwischenmenschlichen Seite her wohlfühlen würde, denn in der IndyCar Series ist alles viel gemütlicher, offener und freundschaftlicher“, erklärt Ex-Formel 1 Star Juan Pablo Montoya, dessen Wagen bei Penske Newgarden für diese Saison übernahm.
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