Ebel: „Wir sehen wieder einen ganz anderen Vettel!“

Kultreporter Kai Ebel war bei Sport1 zu Gast und sprach dort über Sebastian Vettel sowie das Duell zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton

Kai Ebel über…

… die Leistung von Sebastian Vettel in Baku

„Er hat alles richtig gemacht. Er hat vor allem auf dem Straßenkurs die Nerven behalten und gerochen, hier ist was drin. Nach und nach haben sich dann die Favoriten verabschiedet. So konnte er profitieren. Straßenrennen sind immer etwas Besonders. Da muss man Geduld mitbringen und das hat Vettel gut gemacht.“

… Vettels Entwicklung

„Er war ein paar Jahre unschlagbar und hat vier Titel geholt. Dann läuft man mit breiter Brust herum. Dann kommt er zu einem Team, wo ihm jemand um die Nase herumfährt. Dann kriegt man Selbstzweifel und wird unsicher. Auf diesem Weg musste er sich wieder zurückarbeiten. Das hat er in den letzten zwei Rennen hinbekommen. Das war eine Kopfsache. Jetzt läuft es wieder besser. Man sieht einen ganz anderen Sebastian Vettel.“

… Vettels Umfeld

„Er braucht ein familiäres Umfeld und muss sich auch außerhalb des Cockpits wohlfühlen. Das war bei Red Bull gegeben. Dann kommt er zu Ferrari, da ticken die Uhren anders. Aber da hat er sich noch wohlgefühlt, als er mit seinem Freund Kimi (Räikkönen; Anm. d. Red.) gefahren ist. Als Leclerc kam, hat sich das geändert. Dann war Vettel nicht mehr der Große. Da wird man dann auch mal nervös. Vettel braucht eine gewisse Wärme und die hat er bei Ferrari verloren. Jetzt ist die Frage, wie die Temperatur bei Aston Martin ist.“

… dessen Neuanfang bei Aston Martin

„Irgendwann verliert man den Glauben an sich selbst. Er war kurz vor dem Punkt. Jetzt hat er aufgeholt. Einen Punkt muss man noch beachten. Er fährt mit Lance Stroll im Team, dessen Vater das Team gehört. Der möchte sicherlich auch nicht, dass sein Sohn zu weit hinten abfällt.“

… Max Verstappen in Baku

„Er hat vor den Reifen getreten. Das macht er auch nicht bei jedem Rennen. Und er wusste auch vor dem Rennen, dass er voll bewaffnet ist und ein gutes Auto zur Verfügung hat. Wenn man dann die Chance hat und Mercedes schwächelt, freut man sich. Er hat eigentlich alles richtig gemacht, muss das Ding nur noch nach Hause fahren. Und dann bricht einem das Auto aus. Da verliert man natürlich die Nerven.“

… den Titelkampf in der Formel 1

„Der Renngott ist der Meinung, wir wollen es spannend haben. Das ist das, was wir alle am liebsten sehen, dass mehr als nur ein Fahrer um die WM fährt. Jetzt hat Hamilton einen Gegner auf Augenhöhe – Max Verstappen. Das ist das, was wir uns wünschen. Da Max und Lewis auf Augenhöhe und auch noch so gegensätzlich sind, ist das ein Duell, auf das ich mich sehr freue.“

… Verstappen und Lewis Hamilton

„Für mich ist Max zugänglicher. Wir kennen uns privat sehr gut. Ich bin mit seinem Manager befreundet und kenne seinen Vater gut. Max hat ein Selbstverständnis, jeden zu schlagen. Wenn man ihn fragt, wer sein Wunschteamkollege sein soll, sagt er, es ist ihm egal. Weil er sagt, er schlägt eh jeden. Aber das ist keine Arroganz. Hamilton ist ihm von der Erfahrung voraus. Max rutscht jetzt erst in seine beste Zeit hinein. Bei Lewis geht es schon in Richtung Routine.“

… Red Bull und Mercedes

„Ich würde sagen, Red Bull hat die stärkere Kombination. Hamilton ist vorne. Aber Pérez (Sergio; Anm. d. Red.) hat eine unglaubliche Rennintelligenz. Bottas (Valtteri; Anm. d. Red.) hatte über die Jahre immer das beste Auto. Perez würde im selben Auto auch die Erfolge feiern wie Bottas in den letzten Jahren.“

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