DTM: Mercedes „mogelt“ Götz zum Titel

Maximilian Götz ist der erste Champion der „neuen DTM“. Der Deutsche ist eine großartige Saison gefahren und hat sich absolut verdient den Meistertitel in der ersten GT3 Saison der Serie geholt. Aber….

Wieder einmal konnte es ein deutscher Automobilkonzern nicht lassen, die Stallorder eindeutig zu überstrapazieren und befahl, dass Götz, der unbedingt gewinnen musste, in den letzten Runden des finalen Laufs am Norisring von Philipp Ellis auf P2 und dem Führenden Lucas Auer vorbeizuwinken war. Abgesehen von den Stern-Anhängern tobte die Fangemeinde, und natürlich konnte auch der designierte Champion Liam Lawson sein „Pech“ nicht fassen.

Der Neuseeländer startete von der Pole, wurde aber bereits in Runde 1 von Titelrivale Kelvin van der Linde torpediert. Sein Red Bull Ferrari war im Eimer und er rollte nach zweimaligem Boxenhalt eine Stunde nur mehr um den Kurs, während van der Linde um den Sieg fightete. Karma wollte es wohl so, dass auch der Audi Pilot später ausschied. Doch die Gerechtigkeit siegte am Ende doch nicht, weil sich Mercedes das „Recht“ herausnahm, den Wettbewerb wieder einmal drastisch zu verzerren. „Aus meiner Sicht ist es immer ein Geben und Nehmen“, erklärte Mercedes AMG DTM Chef Thomas Jäger auf Nachfrage der Kollegen von Motorsport-Total.com. AF Corse Teamchef und Lawson Boss Ron Reichert titulierte die Benz-Aktion als „Schande für den Sport“.

Hersteller nicht lernwillig

2015 holte sich Mercedes-Junior Pascal Wehrlein aufgrund einer ähnlich konzertierten Aktion den Titel. Unvergessen auch der „Timo, schieb ihn raus“ Sager des damaligen Audi Sportchefs Wolfgang Ullrich an Pilot Scheider im Duell mit Rob Wickens. Audi zahlte damals EUR 200.00 Strafe und Ullrich wurde gesperrt. Aber anscheinend haben die werten Herren an den Kommandoständen bei Benz, Audi und Co. aus den Fehlern der Vergangenheit noch immer nicht gelernt, und verstehen nicht, dass Stallorder im Motorsport zwar ein erlaubtes, wenn auch nicht gern gesehenes, taktisches Mittel ist, es sich aber auf ein „Team“ und nicht gleich auf eine ganze Marke beziehen sollte. Hier ein Beispiel zum Mitschreiben: Hätte also Auer als Führender mit seinem Winward Gefährten Ellis getauscht, damit der den Titel gewinnen würde, wäre niemand vom Sitz aufgesprungen. Aber einen Piloten, der außer Reichweite des Sieges liegt, dann mal rasch durchzuwinken, ist einfach unsportlich.

Götz ist der Titel aufgrund seiner Leistungen absolut zu gönnen. Aber Serienboss Gerhard Berger sollte für die kommenden Jahre regeltechnisch eingreifen, dass derartige Platzwechsel nur sehr schwer möglich sind und auch bestraft werden können. Eine Stallorder zu verhindern, ist fast unmöglich, wie uns schon die F1 Historie zeigt. Aber es besteht durchaus die Chance, das „legale Mogeln“ mit zahlreichen Nachteilen zu versehen.

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