Die Formel 1 Stars von morgen? Diese Talente konnten bei den Young Drivers Tests überzeugen

Die Formel 1 verabschiedete sich nach dem Grand Prix von Budapest in die Sommerpause, doch das Fahrerlager packte nach dem Rennen nicht wie üblich seine sieben Sachen, sondern verweilte noch bis Mittwoch Abend in der ungarischen Hauptstadt um zu testen.
Während der Hype um den Test von Robert Kubica nicht zu übersehen war, gab es eine Reihe anderer Namen, die man sich für die Zukunft merken sollte.

 

LANDO NORRIS (GBR) – McLaren

Norris gilt in britischen Rennsportkreisen schon länger als der nächste Lewis Hamilton. Während dies etwas klischeehaft klingt, kommt dieser Vergleich nicht von ungefähr. Er ist der hellste Stern am britischen Nachwuchshimmel seit langer Zeit.

Norris fährt nach zwei Titeln in der Formel Renault (Eurocup 2016 und Northern European Cup, ebenfalls 2016) in diesem Jahr in der FIA Formel 3. Durch diese Leistungen bekam der junge Engländer einen Platz im renommierten Juniorprogramm von McLaren. Seinen ersten F1-Test konnte er sich, durch Gewinn des „McLaren Autosport British Racing Drivers‘ Club Award“ im Dezember letzten Jahres, sichern.

Am zweiten Testtag konnte sich das Paddock von seinem enormen Potential überzeugen. Norris finishte am zweiten Gesamtrang und musste sich nur Sebastian Vettel geschlagen geben.

Für 2018 dürfte ein Aufstieg in die Formel 2 bevorstehen und wenn er seine Leistungen weiter bestätigt, wird es vermutlich nicht mehr lange dauern, bis sich Norris in der Formel 1 etablieren wird.

 

CHARLES LECLERC (MCO) – Ferrari

Der GP3-Champion von 2016 wechselte dieses Jahr in die Formel 2 und fährt auch dort dem Rest des Feldes regelmäßig um die Ohren. Mit sechs Poles und fünf Siegen in 14 Rennen steht er an der Spitze der Fahrerwertung und hat einen Vorsprung von imposanten 50 Punkten auf seinen ersten Verfolger. Der Titel im Debutjahr sollte also nur noch Formsache sein.

Leclerc beeindruckte bei seinem ersten offiziellen Ferrari-Test am Dienstag mit Platz 1 und gab eine mehr als sehenswerte Talentprobe ab. Seine Leistungen könnten mit einem F1-Cockpit bei Sauber im nächsten Jahr belohnt werden. Ferrari wird im Zuge des Motorendeals mit dem schweizer Team, wohl einen eigenen Nachwuchsfahrer ins Auto setzen.

Ferrari sieht in Leclerc jedenfalls den nächsten großen Star. Man sollte also nicht überrascht sein, wenn er der spätere Nachfolger von Kimi Räikkönen wird.

 

GEORGE RUSSELL (GBR) – Mercedes

Norris wird als Großbritanniens nächster große Racing-Star angepriesen, aber George Russell ist ihm dicht auf den Fersen. Der 19-Jährige war der erste Gewinner der britischen Formel-4-Serie im Jahr 2014, bevor er die nächsten zwei Jahre in der Europäischen Formel 3 fuhr und ebenfalls zu beeindrucken wusste.

Russell wechselte 2017 in die GP3 und wurde ins Förderprogramm von Mercedes aufgenommen.  Mit zwei Poles und zwei Siegen führt er die GP3-Wertung zur Häflte der Meisterschaft an.

Russell, der von Mercedes sehr forciert wird, wird damit wohl in die Fußstapfen von Pascal Wehrlein und Esteban Ocon treten und sein Weg sollte ihn schon bald bis in die Formel 1 führen.

 

SANTINO FERRUCCI (USA) – Haas

Santino Ferrucci steigt derzeit unter US-Amerikanischer Flagge die Leiter zur Formel 1 empor und könnte der nächste Amerikaner nach Indy 500-Sieger Alexander Rossi in der Königsklasse des Motorsports werden.

Der aus Woodbury, Connecticut stammende Bursche, fuhr eine halbe Saison F2000 in den USA, bevor er 2013 nach Europa übersiedelte. Angekommen in Europa, fuhr er einige Rennen in verschiedenen Formel-3-Meisterschaften. Ferrucci konnte bereits 2016 als Testfahrer von Haas die Luft der Formel 1 schnuppern.

Die Zeit wird zeigen, was die Zukunft für Ferrucci bereithält, aber er sieht sich jedenfalls sehr gut für sein Ziel, die Formel 1, aufgestellt.

 

LUCAS AUER (AUT) – Force India

Lucas Auer ist ein relativ neuer Punkt auf dem F1-Radar, aber seiner Leistungen in der DTM mit Mercedes blieben nicht unbemerkt. Mit Force India, dank des gemeinsamen Sponsors BWT verbunden, sowie durch die Unterstützung von Mercedes, erhielt Auer Anfang dieser Woche die Chance, sich in einem Formel 1 Auto zu beweisen.

Der Neffe der F1-Legende Gerhard Berger hat gesagt, dass er eine Zukunft in der Formel 1 für realistisch hält. Diese würde jedoch auch von seiner Leitung in der DTM abhängig sein.

Wird Lucas Auer der langersehnte nächste Österreicher in der Formel 1? Mal sehen, was die Zukunft bringt.

 

LUCA GHIOTTO (ITA) – Williams

Luca Ghiotto bekam seine erste Chance von Williams, hinter dem Steuer eines F1-Autos zu beeindrucken. Er war einer der Anwärter auf den Fahrertitel in der GP3 im Jahre 2015.

Der Italiener verlor den Titel allerdings knapp gegen den damaligen Mercedes-Junior und aktuellen Force-India-Piloten Esteban Ocon.

Zurzeit fährt er erfolgreich in der Formel 2. In der aktuellen Saison konnte er bereits drei zweite Plätze erzielen und liegt in der Gesamtwertung auf dem derzeitigen fünften Platz.

Ghiotto erreichte am zweiten Testtag den 11. Rang und lies dabei einiges an Talent erkennen.

 

PIERRE GASLY (FRA) – Red Bull Racing

Vielleicht der bekannteste Junior Driver auf dieser Liste. Für viele sollte Pierre Gasly wohl schon in der Formel 1 sein, angesichts seines Titels in der letztjährigen GP2-Meisterschaft.

Doch Toro Rosso entschied sich vor der Saison, den immer wieder strauchelnden Russen Daniil Kvyat zu behalten und so ging Gasly nach Japan und fährt dort in diesem Jahr Rennen in der Formel Super Serie. Doch er arbeitet weiterhin für Red Bull im Simulator und hatte sogar einen einmaligen Formel E-Einsatz im letzten Monat mit Renault e.dams.

Gasly hat alles in seiner Macht stehende für einen F1-Platz getan. Jetzt heißt es warten, ob Toro Rosso sich nach dieser Saison von Kvyat trennt, oder wenn nicht, den wechselwilligen Carlos Sainz ziehen lässt.

Dann wäre der schnelle Franzose wohl erste Wahl als dessen Nachfolger.

 

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