Katar ist bereit eine enorme Summe für die Austragung eines Formel 1 Grand Prix zu bezahlen, Fans stehen einem weiteren Grand Prix im Mittleren Osten aber kritisch gegenüber.
Abu Dhabi hat einen, Bahrain auch. Das finanzstarke Katar hat aber keinen Grand Prix. Als 2004 der Losail International Circuit in Katar zur Austragung der MotoGP Rennen eröffnet wurde, übertraf Bahrain dies nochmal, indem man die Formel 1 willkommen hieß. Nasser bin Khalifa Al Attiyah ist dies bis heute ein Dorn im Auge.
Der Präsident des nationalen Motorsport und Motorrad Verbandes von Katar ist daher in Gesprächen mit Bernie Ecclestone, um über eine Austragung eines Grand Prix in der parlamentarischen Monarchie zu verhandeln. Ein Rennen in Katar würde die Zahl der Austragungsorte im Mittleren Osten auf drei erhöhen. Ecclestone hatte enthüllt, dass Bahrain ein Veto Recht gegenüber weiteren Rennen im Mittleren Osten hat und von diesem im Falle von Katar gebraucht macht. Der 84 jährige F1 Chef fügte hinzu, dass trotz Schlichtungsversuchen zwischen den beiden Parteien keine Einigung erzielt werden konnte. Laut Al Attiyah, der auch FIA Vize Präsident ist, steht ein Deal für ein Rennen ab 2016 oder 2017 unmittelbar bevor. Dies wurde möglich gemacht, indem Katar zugestimmt hat, das Rennen auf einem Stadtkurs in Doha auszutragen, anstatt auf dem Losail International Circuit zu fahren. „Das wäre komplett was anderes, als Bahrain zu bieten hat. Daher kann das Konzept funktionieren“, so Ecclestone. Der Chef des Bahrain International Circuit Shaikh Salman bin Isa Al Khalifa hat bestätigt, dass die Verhandlungen weiterhin laufen. „Ich weiß nicht welche Auswirkung der Deal auf unser Rennen haben wird.“ Eine Einigung kann aber schnell zustande kommen, wenn Katar die Streckengebühr für den Bahrain GP übernimmt.
Zum Unterschied von Bahrain (jährliches BIP USD 32 Milliarden) hat Katar ihre enorme Wirtschaftskraft (jährliches BIP USD 202 Milliarden) benutzt, um sich große Sportereignisse ins Land zu holen. Seit der Jahrtausendwende hat das 11.600 km2 große Land – halb so groß wie Sizilien – neun Weltmeisterschaften und elf Asien Meisterschaften veranstaltet. Unter anderem: 2009 das Volleyball Club Weltfinale, 2010 die Indoor Athletics Weltmeisterschaften, 2011 den Asien Fußball Cup, 2011 die Arabischen Spiele und 2015 die Handball Weltmeisterschaft. Die Fahrradstraßen WM, die Outdoor Athleten Weltmeisterschaften, der FIFA Confederations Cup und die FIFA Fußball WM wurden ebenfalls nach Katar vergeben. Dazu kommen noch die Global Champions Tour, die WTA Tennis Tour, das IAAF Diamond League Meeting und die MotoGP. Keine andere Nation hat so viele Sportevents der Extraklasse in den letzten beiden Jahrzehnten veranstaltet.
Bei einem dritten Grand Prix im Mittleren Osten würde die Kritik an „Big Bernie“ wieder groß sein. „Er kümmere sich nicht um die sportliche Seite der Formel 1, der Profit ist das Einzige was zählt“, wird man dann wieder zu hören bekommen. 2015 werden 20 Rennen ausgetragen, Mexiko kommt wieder in den Kalender zurück. Aserbaidschan wird 2016 folgen und auch ein zweites Rennen in den USA steht zur Diskussion. Ein Katar GP würde durch die hohe Antrittsgebühr den Umsatz der kommerziellen Rechteinhaber erheblich steigern, 60% davon gehen an die Teams. Er würde aber auch den Druck auf die Traditionsrennen wie den Deutschland GP, den Italien GP oder den Belgien GP erhöhen. Geht man weiterhin in Richtung neuer Märkte, weg von der europäischen F1 Heimat – 60% der weltweiten Zuschauer kommen aus Europa – wird die Kritik an Bernie wachsen. Vergibt man ein weiteres Rennen in den Mittleren Osten, würde sich die Entscheidung in die Liste von vielen fragwürdigen Entscheidungen einreihen die in letzter Zeit in der Formel 1 getroffen worden sind.
BREAKING NEWS: Williams in Barcelona nicht bei Tests!
Atlassian Williams F1 Team wird aufgrund unvorhergesehener Umstände nicht am Preseason Test in Barcelona teilnehmen!
Audi F1 Team launcht eigene Akademie
Das Audi Revolut F1 Team hat den Launch seines Fahrerentwicklungsprogramms bekanntgegeben.