Mercedes hat in Australien 2019 dort weitergemacht, wo man in Abu Dhabi 2018 aufgehört hat – ganz vorne. Allerdings fuhr die interne Nummer 2 Valtteri Bottas als Erster durchs Ziel
Valtteri Bottas stahl in Melbourne mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg den Favoriten Hamilton und Vettel klar die Show. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Der Start war perfekt, es war sicher mein bestes Rennen. Ich hatte alles unter Kontrolle“, so der 29-Jährige, der sich mit einem perfekten Start aus Reihe 1 an Polesetter Lewis Hamilton vorbeischob und die Führung bis zum Schluss nicht mehr hergab. Am Ende lag Bottas über 20 Sekunden vorne. Neben seinem ersten Rennsieg seit Abu Dhabi 2017 schnappte sich der Finne auch noch den erstmals seit 1959 wieder vergebenen Zusatzpunkt für die schnellste Runde. „Es ist die neue Regel und ich wollte die Runde unbedingt haben.“
Champion unzufrieden
Deutlich gedämpft war die Freude bei Hamilton, der aber professionell blieb. „Für unser Team ist ein Doppelsieg super und Valtteri hat ein unglaubliches Rennen gemacht, sich den Sieg verdient. Allerdings ärgerte sich der Titelverteidiger während des Rennens mehrfach lautstark über die Boxenstopp-Taktik. Der Brite wurde deutlich früher als Bottas zum Reifenwechsel reingeholt und fühlte sich daher um seine Siegchancen gebracht. Mercedes reagierte mit Hamiltons Stopp auf Ferrari, wo Vettel ebenso nach 15 von 58 Runden reinkam. Teamchef Toto Wolff gab hinterher auch zu, dass „die Strategie für Lewis sicher nicht ideal war.“
Motor hat gehalten
Dritter wurde Max Verstappen, der somit die Vorgabe von Red Bull Motorsportdirektor Helmut Marko erfüllte. Der Niederländer sorgte mit seinem Duell gegen Vettel wieder für Action und holte am Ende auch Hamilton ein, jedoch nicht mehr vorbei. „Ich bin glücklich, dass ich das Podium geschafft habe. Der Zweikampf mit Sebastian hat Spaß gemacht. An Hamilton konnte ich aufgrund der Strecke nicht vorbei, weil es einfach kaum Möglichkeiten zum Überholen gibt. Kaum bist Du auf 1-2 Sekunden dran, verwirbelt es zu stark oder Dir geht der Platz aus.“ Der 21-Jährige vergaß auch nicht sich bei Honda für die neuen Motoren zu bedanken. „Es ist ein positiver Start, wir sind vor Ferrari. Das Team und auch Honda haben einen super Job gemacht. Alles hat gehalten und wir waren schnell.“
Vettel konnte nicht, Leclerc durfte nicht
Der große Verlierer war Sebastian Vettel. Der Deutsche konnte in Runde 34 den Angriffen Verstappens nicht mehr standhalten und dann auch nicht mit ihm oder gar Mercedes mithalten. „Es war nicht unser Tag, wir waren einfach nicht schnell genug. Warum wissen wir noch nicht,“ so der vierfache Weltmeister, Besonders überrascht war Vettel vom hohen Gummiverschleiß an seinem Ferrari. „Ich hatte im letzten Drittel unheimlich Probleme mit den Reifen, hatte unheimlich zu kämpfen. Die Reifen waren am Ende total zerstört und habe wirklich nur mehr probiert, das Auto nach Hause zu bringen.“ Auch Platz 4 konnte er aber nur ins Ziel retten, weil der deutlich schnellere Teamkollege Charles Leclerc nicht überholen durfte. „Charles war klar schneller und ich hätte ihn sicher nicht halten können“, gab Vettel zu.
Enges Mittelfeld, dünne Reifen
Erwartungsgemäß war der Kampf im Mittelfeld extrem eng. Am Ende fuhren Magnussen (Haas), Hülkenberg (Renault), Räikkönen (Alfa), Stroll (Racing Point), Kvyat (Toro Rosso) und Gasly (Red Bull) auf den Plätzen 6 bis 11 innerhalb von gut zwei Sekunden Abstand über die Linie. „Es war ein unglaublicher Fight. Ich weiß auch nicht wie ich das geschafft habe, denn meine Reifen waren am Ende komplett rasiert. Ich werde die ganze Nacht wieder von Magnussen träumen. Irgendwie kleben wir einfach aneinander,“ grinste „Hülk“. Auch Lance Stroll war mit P9 in seinem ersten Rennen fürs neue Team zufrieden: “Es war echt ein guter Tag im Büro heute. Gleich beim Auftaktwochenende Punkte abzugreifen ist super. Aber es war sehr hart da draußen heute. Das Mittelfeld ist unglaublich dicht beisammen.” Generell war das große Problem die Reifen, denn die FIA hatte Pirelli auferlegt, für weniger Blasenbildung zu sorgen. Die Italiener folgten der Vorgabe und produzierten Gummis mit deutlich weniger Auflage, was zwar die Blasenbildung eklatant verringerte, aber am Ende des Rennens nicht mehr wirklich viel Lauffläche hinterließ. „Ich konnte nicht mal mehr auf den Geraden den Wagen in einer Linie halten. Keine Ahnung wie ich es bis ins Ziel geschafft hatte“, lachte Hülkenberg.
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