Der König von Kanada

Unter den aktiven Fahrern ist Lewis Hamilton der „König von Kanada“. Der Brite feierte auf der Ile de Notre Dame seinen ersten Erfolg in der Formel 1 2007 und holte insgesamt sechs Siege in Montreal -nur Michael Schumacher gewann einmal öfter

Und genau dieses gute Omen braucht der WM-Leader auch, denn in Monaco war für den Mercedes-Star nur Hinterherfahren angesagt und sein Vorsprung in der Gesamtwertung durch den zweiten Platz seines Rivalen Sebastian Vettel etwas geschrumpft. „Dein Auto funktioniert nicht auf allen Strecken gleich gut. Wir wussten, dass wir auf langsamen, winkeligen Strecken wie Monaco oder Budapest unsere Probleme haben werden. Zudem ist es für unsere Fahrer heuer schwierig die Reifen ins richtige Temperaturfenster zu bekommen“, erklärt Teamchef Toto Wolff. Aber Montreal ist eine sogenannte „Powerstrecke“ und Power hat der Silberpfeil ausreichend. „Der Kurs hier in Kanada besteht im Prinzip aus zwei Geraden und zwei Haarnadelkurven. Du rast die Insel auf der einen Seite rauf und auf der anderen wieder runter. Da ist viel Motorpower gefragt und das liegt uns“, so Hamilton, der die frankokanadische Metropole in den letzten drei Jahren immer als Sieger verließ.

Bullen im Aufwind

Nach seiner brillanten Vorstellung in Monaco hat Red Bull Racing Ass Daniel Ricciardo Morgenluft gewittert. Der Aussie hat mit dem Erfolg im Fürstentum mit Hamilton und Vettel nach Saisonsiegen gleichgezogen und ist hochmotiviert. „Natürlich ist die Strecke in Montreal für uns nicht so gut wie für Mercedes und Ferrari. Da fehlt uns auf den Geraden die Power. Aber wer weiß, dort gibt es oft Chaos, Safety-Car Phasen und manchmal auch heftigen Regen“, grinst „Disco Dan“ in seiner üblichen Manier. Und er hat Recht, denn kaum wo ist die Safety-Car-Wahrscheinlichkeit höher als auf der Piste auf der Ricciardo 2014 seinen Premierensieg in der Königsklasse feierte. In der Vorsaison kam der Red Bull Pilot vor Ferraris Vettel ins Ziel und landete am Stockerl. „Damit könnte ich auch dieses Jahr gut leben.“

Überraschung möglich

Aufgrund der Tatsache, dass in Kanada immer wieder Chaos herrscht, sind auch Überraschungen nicht ausgeschlossen – allerdings keine kompletten Sensationen. Dennoch war Ricciardos Erfolg 2014 ebenso unerwartet, wie jener von Robert Kubica 2008, der von Ralf Schumacher 2001 oder der von Jean Alesi 1995. Wer also bei den Wettquoten etwas riskieren möchte, der sollte sein Geld auf den „Iceman“ setzen. Kimi Räikkönen ist in guter Form und schon längst bereit für einen Sieg. Warum also nicht in Montreal? 2005 stand der schweigsame Finne hier am Treppchen schon ganz oben.

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