Der große Formelaustria-Teamcheck

Pünktlich zum Saisonauftakt der große Formelaustria-Teamcheck

 

Team Ausblick
     mercedes-amg-petronas-logo Nach 16 Siegen, 18 Poles und 31 Podestplätzen in 19 Grands Prix 2014 sind die Silberpfeile selbstredend der große Gejagte. Sieht man sich die Pre-Season Tests an, wo Mercedes oft mit mehr Sprit unterwegs war, können sich Lewis Hamilton und Nico Rosberg auch diese Saison wohl nur selbst besiegen. Doch diesmal könnte der Erfolgsdruck fast noch größer sein, denn alles erwartet die Fortsetzung der Dominanz. Toto Wolff und Niki Lauda müssen wieder Dompteure spielen und das heiße Fahrerduo im Griff haben. Auch wenn Rosberg heuer zurückschlagen will, ist dem vor Selbstvertrauen strotzenden Hamilton die Titelverteidigung zu zutrauen.
Infintiti_RBR Bei den Renndosen hat ein Komplettumbau stattgefunden. Design-Guru Adrian Newey widmet sich nur mehr teilweise der Formel 1, seine rechte Hand Peter Prodromou ging zu McLaren. Chefmechaniker Kenny Handkammer ging zu Saisonmitte 2014. Vettels Ex-Chefingenieur Guillaume Rocquelin fungiert nun als Head of Race Engineering. „Russian Rocket“ Daniil Kvyat wurde von Toro Rosso befördert, Daniel Ricciardo ist die neue Nummer 1. Der 25-Jährige holte im Vorjahr drei Siege und will mehr. Doch es wird für den Aussie eine Schnittsaison – kann er das Niveau halten oder war‘s eine Eintagsfliege? Einen großen Sprung erhofft man sich durch die klare Verbesserung der Renault Power Unit.
Wiliams-Logo-2 Williams war 2014 der Aufsteiger des Jahres und ist laut Technikchef Pat Symmonds heuer noch stärker. Der erste Sieg seit Spanien 2012 ist das erklärte Ziel und Felipe Massa träumt sogar vom Titelkampf. Das ist zu hoch gegriffen, aber Sir Franks Burschen hinterließen einen guten Eindruck im Winter. Große Stärke war die Konstanz, aber man verschenkte mit zu wenig Risiko mögliche Siege. So gut wie Massa und Valtteri Bottas auf der Piste waren, so mies war die Boxencrew. Daher fuhr der Finne in Spanien einen ganzen Testtag Boxenstopps. Massa will in seiner 14. Saison noch einmal voll angreifen, Bottas endlich gewinnen.
SCUDERIA-FERRARI-20111 Bei den Roten ist nach der Katastrophen-Saison alles neu: neuer Präsident, neuer Teamchef, neue Designer und neuer Fahrer. Eine Saison wie 2014 darf es laut Ferrari-Präsident Sergio Marchionne nie wieder geben. Bei den Wintertestfahrten schaute Ferrari stark aus, auch wenn Tagesbestzeiten wenig aussagen. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen waren aber happy. Neo-Teamboss Maurizio Arrivabene pusht seine gesamte Truppe. Technikchef James Allison, der 2013 den Lotus-Siegerwagen entwarf, ist für den SF15-T verantwortlich und Mattina Binotto und Lorenzo Sassi konnten das Aggregat deutlich verbessern. Der Bolide ist deutlich ruhiger zu fahren und die Effizienz der Power Unit ist auch Anlass zur Freude.
mclaren_log 2014 war für Ron Dennis eine sportliche Schmach. Da kommt die Wiedervereinigung mit Automobil-Gigant Honda, mit dem man eine glorreiche Vergangenheit teilt, gerade recht. Das Duo steht aber vor einer harten Saison, denn der Honda Motor kämpft noch mit Kinderkrankheiten und Rennchef Eric Boullier rechnet damit, erst in Spanien konkurrenzfähig zu sein. An den Fahrern liegt‘s nicht, denn mit Jenson Button und Fernando Alonso hat man zweimal großes Können und Routine pur. Beide sind in der Lage ein Fahrzeug zu entwickeln, doch das wird bis 2016 dauern. Ein großer Schock war Alonsos Crash in Barcelona, der noch immer nicht aufgeklärt ist.
SaharaForceIndia Force India hat zwar eine der talentiertesten Fahrerpaarungen im Feld – Nico Hülkenberg und Sergio Perez – allerdings gab es bei der Produktion des neuen Wagens massive Verzögerungen und der Bolide konnte nur an den letzten drei Tagen der Wintertests gefahren werden. Auch finanziell ist die Lage nicht unbedingt rosig. Force India erhielt, wie Lotus und Sauber, einen Teil der Preisgelder im Voraus, um überhaupt in Australien starten zu können. Dank Mercedes-Motor wird man genug Power haben. Dass Hülkenberg und Perez für großes Kino sorgen können, wenn der Wagen passt, steht außer Frage. Highlight für „Checo“ wird sein Heim-GP in Mexiko Anfang November.
2000px-Scuderia_Toro_Rosso_logo.svg Kann die Scuderia Toro Rosso mit zwei hochtalentierten Youngstern endlich einmal seit Sebastian Vettels Sieg in Monza 2008 für Überraschungen sorgen? Mit Max Verstappen und Carlos Sainz Jr. hat Teamchef Franz Tost zwei Raketen, aber auch zwei Zeitbomben im Auto. Beide Jungs sind schnell, aber Geduld ist nicht deren große Stärke. Toro Rosso hat Dank Renaults neuer Antriebsgeneration mehr Power im Heck als noch 2014 und Technikdirektor James Key ist auch mit dem STR10 zufrieden. Der Abtrieb wurde deutlich verbessert und auch die Zuverlässigkeit sollte kein Problem darstellen. Mit 5.534 Kilometern belegte das Team immerhin den dritten Platz in der Kilometerbilanz.
800px-Lotus_F1_Team_logo.svg Lotus ist angeblich finanziell saniert und Teamchef Gerard Lopez hat mit seinen Designern für 2015 ein konservativeres Auto entwickelt. Bei den Wintertests zeigte der E23 gute Ansätze. Auch die Standfestigkeit scheint gesichert zu sein, denn Lotus 4.230 Kilometer zurück und hatte mit der Mercedes-Powerunit keine Probleme. Romain Grosjean und Pastor Maldonado sind Piloten, die gewinnen, aber auch heftig crashen können. Wenn der Wagen sich so weiter entwickelt und die beiden Jungs hinterm Steuer die Ruhe bewahren, sind wieder Podiumsplätze möglich. Wenn nicht, dann gibt’s ganz bestimmt wieder viel Karbonsalat und möglicherweise einen Fahrerwechsel unter der Saison.
Teamlogo_SauberF1Team Eigentlich möchte man bei Sauber nur nach vorne schauen, denn 2014 war eine einzige Katastrophe. Doch Ex-Pilot Giedo van der Garde hindert die Schweizer daran. Teamchefin Monisha Kaltenborn krempelte alles um, engagierte mit Marcus Ericsson und Felipe Nasr zwei vor allem finanzkräftige Piloten und bei den Testfahrten präsentierte sich Sauber zuverlässig. Nasr holte in Jerez sogar eine Tagesbestzeit. Dank Spitzeninfrastruktur mit Windkanal scheint der C34 gut gelungen. Doch Nasr war bisher nur Freitagstester und Ericsson hat rollte mit dem Caterham 2014 aber meist nur herum. Sollte sich van der Garde vor Gericht durchsetzen, wird kein Stein auf dem anderen bleiben.
index Erst vor wenigen Tagen bestätigte das 2014 insolvente Marussia-Team sein Comeback am Grid 2015 als „Manor Marussia F1 Team“. Dank Ausnahmeregelung kann Manor mit einem gepimpten 2014er Boliden antreten und erst im Laufe der Saison den neuen Wagen nachliefern. Das Supermini-Budget liegt bei gerade einmal 92 Millionen Dollar. Knapp die Hälfte davon hat Investor Stephen Fitzpatrick, Chef des Energiekonzerns Ovo Energy, eingebracht. Wesentlich wird zu sein, sich als Team wieder zu stabilisieren, sportlich nicht ganz abzufallen und über die gesamte Saison mit an Bord zu bleiben. Wer neben Will Stevens im zweiten Wagen sitzen wird, braucht viel Geduld und einen großen Batzen Körberlgeld.
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