Der Fliegende Holländer

merc1  Nachdem sich die beiden Silberpfeile in Runde 1 rausgekegelt hatten, sorgte Max Verstappen bei seinem ersten Rennen für Red Bull Racing für die Sensation

Der Grand Prix von Spanien begann mit einem Paukenschlag – Nico Rosberg entschied den Start gegen Polesetter Lewis Hamilton für sich, doch der setzte noch in Runde 1 zu einem hochriskanten Gegenangriff an. Rosberg drängte ihn auf die Wiese, Hamilton drehte sich und beide flogen ins Kiesbett. Mercedes-Motorsport-Aufsichtsrat Niki Lauda hatte dieselbe Gesichtsfarbe wie sein Kapperl und schimpfte „für mich ist das inakzeptabel, so einfach ist das. So kann man nicht Autofahren. Hamilton versucht vorzufahren, wo man nicht vorfahren kann. Punkt.“ Allerdings lag Niki Nazionale damit aus unserer Sicht nicht ganz richtig. Es war wohl mehr ein Rennunfall, der aber gerade unter Teamkollegen nicht passieren dürfte, und schon gar nicht im ersten Umlauf.

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Die Gunst der Stunde nützte der erst vor wenigen Tagen zu Red Bull Racing beförderte Youngster Max Verstappen. Der Teenager fuhr dank ausgeklügelter Taktik, großartiger Fahrzeugbeherrschung und einer für sein Alter ungewöhnlichen Coolness zum Sieg. Der Niederländer kürte sich damit zum jüngsten Grand Prix Sieger aller Zeiten und natürlich zum ersten Holländer der in der F1 gewinnt. Sein Vater Jos war seinerzeit der erste Pilot aus dem Land von Tulpen und Käse, der es aufs Podium schaffte. Als er nun seinen Sohn aber auf dem obersten Treppchen sah, kullerten viele Freudentränen, während Max‘ Boss, Red Bull Motorsport-Direktor Helmut Marko außer „Wahnsinn!“ keine Vokabeln mehr einfielen. „Unfassbar. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Das ist eine riesengroße Überraschung, auch für mich. Die letzten zehn Runden wollten gar nicht aufhören. Und irgendwie konnte ich nicht glauben, dass ich in Führung liege. Erst als ich die Zielflagge geschwenkt bekam“, strahlte Verstappen jr. bis über beide Ohren.

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Der bisher letzte Nicht-Mercedes-Sieger war Ferrari-Star Sebastian Vettel Mitte September 2015 in Singapur. Und die Roten hatten auch heute den Sieg vor Augen, aber Kimi Räikkönen verzichtete darauf sich mit einer Harakiri-Aktion an Verstappen vorbei zu pressen und begnügte sich mit Rang zwei. „Natürlich hätte ich gerne gewonnen, aber so ist Racing. Es wäre nur mit einem Gewaltakt möglich gewesen vorbei zu gehen, aber dabei hätten wir beide rausfliegen können“, so der Iceman. Hinter dem Finnen landete Vettel, der seinen dritten Platz gegen den heranstürmenden Daniel Ricciardo in der zweiten Renndose abwehren konnte, da der Aussie eine Runde vor Schluss einen Reifenplatzer erlitt.

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