Das Reglement der F1-Sommerpause

Die Sommerpause der Formel 1 bringt ebenfalls ein strenges Reglement mit sich.

Bevor die Formel 1 nach Zandvoort und Monza weiterreist, machen die Teams eine wohlverdiente Pause. Seit 2014 ist die 14-tägige Sommerpause für alle verpflichtend. Die Fabriken stehen in diesem Zeitraum still. Aber was darf danach gearbeitet werden?

„Im Grunde ist es ganz einfach. Alle Arbeiten am Wagen sind während der Pause untersagt. Es gibt keine Entwicklung. Es gibt keine Herstellung. Aber die administrative Seite ruht natürlich nicht. Immerhin musst du ja weiterhin Rechnungen bezahlen und dich um die Gehälter der Angestellten kümmern.“, erklärt Ex-Haas-Teamchef Günther Steiner.

Vereinfacht ausgedrückt, die Fabriken dürfen keine Teile herstellen, keine Autos aufbauen und keine Arbeit im Windkanal ausführen. Außerdem steht das Management ebenfalls still.

Fremdaufträge von Kunden sind jedoch im eigenen Windkanal gestattet. Die IT und Bauarbeiten an Gebäuden bleiben ebenfalls aktiv und auch administrative Arbeiten sind erlaubt.

Kontrolliert wird die Einhaltung der Regeln von „niemandem. Es gibt keine Stichproben, es gibt keine Einsicht ins Werk. Wir vertrauen darauf, dass sich die Teamchefs als Verantwortliche ans Reglement halten.“, meint ein ranghoher Funktionär der FIA.

Die Teamchefs haben jedoch „Zweifel, dass sich alle komplett an die Sommerpause halten. Selbst wenn es Stichproben im Werk gäbe – wer will denn kontrollieren, was Mitarbeiter zuhause machen? Aber hier zu tricksen, birgt große Risiken. Die größte Gefahr, erwischt zu werden, sind für mich die so genannten Whistleblower.“, so ein Teamchef, der lieber anonym bleiben möchte. „Zwischen den Rennställen kommt es jeweils zu zahlreichen Wechseln beim Perosnal, und da kann es leicht mal einen Mitarbeiter geben, der die Firma im Groll verlässt und sein früheres Team verpfeifen könnte. Oder es könnte ein Leck bei Drittfirmen entstehen, bei Unternehmen, die für verschiedene Rennställe arbeiten.“

„Erwischt zu werden, wäre für die ganze Formel 1 und ganz besonders fürs betreffende Team überaus peinlich. Potenzielle Whistleblower sind für die FIA die beste Garantie, dass sich die Rennställe an die Vorschriften halten.“, erklärt er.

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