Der Belgien GP bildet den Auftakt der zweiten Saisonhälfte. Doch alles spricht derzeit nur von den bevorstehenden Fahrerwechseln
Die Sommerferien der Formel 1 Piloten sind zu Ende. Mit dem Klassiker von Spa in den belgischen Ardennen beginnt die zweite Saisonhälfte der Königklasse 2018. Und obwohl der Titelkampf zwischen Mercedes Star Lewis Hamilton und Ferrari Ass Sebastian Vettel kaum spannender sein könnte, redet alles nur davon, wer kommendes Jahr wo fahren wird.
Die Silly Season
Ex-F1 Zampano Bernie Ecclestone hatte sie einst als „Silly Season“ bezeichnet, die Zeit in der die neuen Verträge mit den Piloten ausgehandelt werden. Und die ist traditionell in der rennfreien Sommerzeit. Nach wochenlangen Gerüchten und Verhandlungen sind die zwei Königswechsel nun über die Bühne gegangen: Daniel Ricciardo schockte alle Red Bull Fans mit seinem Abgang zu Renault F1, während Altmeister Fernando Alonso die Erwartungen mehr oder weniger erfüllte und seinen Rücktritt aus der Formel 1 bekanntgab – auch wenn das nur ein Sabbatical sein könnte, bis McLaren siegfähig ist. Im Fahrwasser des Spaniers übernahm nun sein Landsmann Carlos Sainz jr., der eigentlich Red Bull gehört und bei Renault durch Ricciardo ersetzt wird, Alonsos Sitz bei McLaren. Dadurch gibt es einen Kandidaten weniger für das freie Cockpit neben Max Verstappen. Die wahrscheinlichste Lösung hierfür ist Jungspund Pierre Gasly. Der Red Bull Junior aus Frankreich zeigte bereits mehrmals im Schwesterteam Toro Rosso auf und steht auch in der Gunst von Motorsportdirektor Helmut Marko.
Viele Wechsel
Weniger gut sieht es aktuell für Gaslys Teamkollegen Brendon Hartley aus. Der Langstreckenweltmeister kommt in der Formel 1 einfach nicht auf Touren, ist auch vom Pech verfolgt. Er könnte am Jahresende durch F3 Shooting-Star Dan Ticktum ersetzt werden. Apropos ersetzt – dieses Schicksal könnte sogar dem 2007er Weltmeister Kimi Räikkönen drohen. Der „Iceman“ liefert zwar weiterhin sehr gute Dienste als Nummer 2 hinter Vettel, stand schon achtmal am Podium dieses Jahr, aber viele Experten und Fans fordern eine Chance für Charles Leclerc. Der Monegasse zeigte heuer im unterlegenen Sauber einige herausragende Auftritte und irgendwie haben alle die Hoffnung, dass hier ein neuer Ferrari-Weltmeister drinsteckt. Müsste Räikkönen tatsächlich gehen, würde er wohl entweder aufhören oder unter Umständen noch einmal zu McLaren – oder zu Sauber – zurückkehren. Denn dort sitzt Stoffel Vandoorne alles andere denn sicher im Sattel. Der Belgier ist gegen Alonso nicht nur unterlegen, was zu erwarten war, sondern komplett chancenlos. Weder im Qualifying, noch im Rennen hat er auch nur einmal Land gesehen. Und Kimis Erfahrung und Klasse würden dem angeschlagenen Traditionsteam guttun.
Rettung in Sicht
„Angeschlagen“ ist das passende Stichwort für die ehemaligen Höhenflieger von Force India. Das beste Privatteam der letzten beiden Jahre steckte in argen finanziellen Schwierigkeiten bis Milliardär Lawrence Stroll mit einem Konsortium zur Hilfe eilte. Damit dürfte wohl auch klar sein, wo Sohnemann Lance nächste Saison fährt. Wer neben dem Kanadier im „Pink Panther“ sitzen wird? Esteban Ocon könnte zu McLaren wechseln, Sergio Perez hat laut eigener Aussage mehrere Optionen, darunter auch Haas F1. Bei den Amerikanern sind beide Piloten nicht bestätigt. Allerdings war Renndirektor Günther Steiner mit Kevin Magnussen zuletzt sehr zufrieden, wogegen Romain Grosjean wohl zu oft schimpft und crasht. Sollte Leclerc nicht direkt bei Ferrari landen, könnte er beim besten Kunden Haas F1 „geparkt“ werden. Aber es gibt laut Steiner zahlreiche Anfragen auf einen Platz bei Haas.
Topfahrer oder Notlösungen
Geht Leclerc von Sauber, hat Ferrari Junior Antonio Giovinazzi die besten Karten auf seinen Platz. Der zweite Pilot des Teams, Marcus Ericsson, wird wohl aufgrund seiner Sponsorengelder seinen Sitz bei den Schweizern behalten. Dasselbe gilt wohl auch für Sergey Sirotkin, dessen Geldkoffer für Williams ebenfalls lebensnotwendig scheint. Durch den Abgang von Stroll, dürfte aber Robert Kubica zu einem vielbeachteten Comeback kommen, wenn Motorenlieferant Mercedes nicht den eigenen Junior George Russell durchpeitscht. Dessen britischer Landsmann Lando Norris könnte sich in letzter Sekunden noch den zweiten Platz bei McLaren neben Sainz schnappen. Bevor all das aber in trockenen Tüchern ist, möchte sich Hamilton aber noch den fünften WM-Titel schnappen, wozu ein Sieg in Belgien der richtige Auftakt wäre. „Ein Erfolg in Spa würde uns im Vorhaben den Titel zu verteidigen sehr helfen. Wir kämpfen gegen ein Team, das aktuell schneller ist als wir. Daher müssen wir an den Wochenenden mehr riskieren und über uns hinauswachsen. Das liegt aber in meiner DNA.“
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