Corinnas Corner – Großbritannien GP

Formelaustria Markenbotschafterin Corinna Kamper analysiert für uns das spektakuläre Silverstone-Rennen, den Heimsieg von Hamilton, die bösen Strategiefehler von McLaren, und vieles mehr

Es hat lange gedauert, aber nun war es wieder soweit – nach 945 Tagen und ein wenig von Englands regnerischer Energie konnte Lewis Hamilton endlich wieder einen Sieg erringen! Und nicht nur das: Er hat Geschichte geschrieben, indem er als erster Fahrer neun Siege auf derselben Strecke und beim selben Grand Prix erzielen konnte.

Meiner Meinung nach war es ein großartiges und spannendes Rennen und wohl die wenigsten Fans verließen dieses Rennen ohne ein Lächeln im Gesicht. Silverstone ist bekannt für tolle Grands Prix, denn die Strecke ist geprägt von schnellen und langsamen Kurvenkombinationen. Es ist auch ein exzellenter Test für die Reifen und die Wahl der Strategie. Natürlich spielt das Wetter in Silverstone zudem immer eine Rolle. Fragt man Fans nach ikonischen F1-Strecken, wird Silverstone immer – neben Suzuka, Monza und Spa – genannt.

Es ist schön zu sehen, dass die Saison immer mehr aufblüht. Anfangs sah es danach aus, als würde sich die Dominanz von Verstappen und Red Bull aus 2023 wiederholen, doch nun scheint sich das Blatt zu wenden. McLaren und Mercedes machen Fortschritte, während Ferrari momentan zurückfällt. Wer hätte gedacht, dass ich das nach dem Saisonbeginn schreiben könnte? Die Saison hat sich wirklich spannend entwickelt.

Das Wetter in Silverstone ist oft unvorhersehbar, was die Wahl der richtigen Strategie für Fahrer und Teams sehr schwer macht. Einer, der das gut beherrscht, ist Max Verstappen. Doch dieses Wochenende verlief nicht ganz nach seinen Erwartungen. Nach einem großen Fehler im Qualifying und dem daraus resultierenden Schaden am Fahrzeugboden wurde seine Performance beeinträchtigt. Trotz eines großartigen Starts konnte er nicht mit Mercedes mithalten, vermutlich weil er die Reifen mit dem gewählten Setup nicht im optimalen Fenster fahren konnte. Dennoch erreichte er mit Platz 2 ein fantastisches Ergebnis, obwohl laut Red Bull nur der 4. oder 5. Platz möglich gewesen wäre.

Hamilton errang seinen 104. Sieg bei einem Rennen, das sich wie ein „Februarwetter-Rennen“ anfühlte, obwohl es im Juli stattfand. 56 Grand Prix mussten vergehen, bis der Mercedes-Star wieder gewinnen konnte. Sein Teamkollege George Russell hatte hingegen Probleme und musste als Führender das Auto vorzeitig abstellen. Mercedes war in der Anfangsphase des Rennens bei trockenen Bedingungen am schnellsten und konnte die Geschwindigkeit gut einteilen, vor allem Hamilton. Im nassen Teil des Rennens, als alle mit Intermediates unterwegs waren, zeigte sich Hamiltons Klasse als Regenfahrer. Seine Erfahrung und Fähigkeit, die Reifen zu schonen und die Geschwindigkeit durch die Kurven mitzunehmen, waren beeindruckend.

McLaren hatte im Rennen Probleme mit der Strategie. Einige Entscheidungen, wie das Timing der Boxenstopps und die Reifenwahl, waren nicht optimal. Piastri verlor dadurch Positionen, und Norris kritisierte ebenfalls die Teamentscheidungen. Andrea Stella gestand nach dem Rennen ein, dass das Team manchmal zu gierig ist und falsche Entscheidungen trifft. McLaren muss daraus lernen, proaktiver zu sein, ähnlich wie Mercedes es in diesem Rennen gezeigt hat.

Zu Sergio Perez: Es ist offensichtlich, dass er momentan nicht die gewünschte Leistung bringt. Es ist jedoch fraglich, ob ein sofortiger Fahrerwechsel die beste Lösung ist. Die Unterstützung des Teams ist wichtig, um das Beste aus einem Fahrer herauszuholen. Es gibt derzeit keine klaren Alternativen zu Perez bei Red Bull.

Ferraris Update zum Barcelona GP war ein Schritt in die falsche Richtung. Sie verloren dadurch 2 bis 3 Monate Entwicklungszeit und sind nun nur mehr das viertschnellste Team.

Nico Hülkenberg zeigte in Silverstone erneut eine hervorragende Leistung. Die Updates, die Haas umgesetzt hat, scheinen bei ihm gut zu funktionieren. Teamchef Ayao Komatsu leistet großartige Arbeit und sorgt für eine bessere Kommunikation innerhalb des Teams.

Aston Martin, Williams und Alex Albon sind ebenfalls positiv hervorzuheben. Das Rennen in Silverstone war aufregend und spannend, und ich bin gespannt, was uns dieses Wochenende in Budapest erwartet!

Bis zum nächsten Mal!

Eure Corinna

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