Formelaustria Markenbotschafterin Corinna Kamper analysiert für uns die Rückkehr der Formel 1 nach China – Verstappens überlegenen Sieg, Norris Glanzstück, Strolls Auffahrunfall, und vieles mehr
Nach einer vierjährigen Pause brachte der Grand Prix von Shanghai einige Dramen mit sich. Nicht nur für die Zuschauer barg dieser Grand Prix viel Spannung. Viele der derzeitigen F1-Piloten kannten den Shanghai International Circuit noch nicht und mussten sich im neuen Format des Sprintwochenendes schnell zurechtfinden.
Die größte Schlagzeile letzter Woche war auf jeden Fall das neue Sprintformat mit den Parc-Ferme Regeln. Die Meinungen der Experten und Fans sind dazu sehr geteilt. Spannend ist, dass man erwarten hätte können, dass im Rennen das gleiche Kräfteverhältnis herrscht wie im Sprint. Diese Vermutung konnte man aber am Beispiel Mercedes schnell wieder verwerfen.
Trotz einigen Safety-Car-Phasen hat Max Verstappen das Rennen wieder dominiert, und einen klaren Sieg für Red Bull errungen. Dieses Wochenende war wohl eines der Dominantesten des Niederländers, dessen Auto wie auf Schienen fuhr. Max nähert sich auch von den Statistiken her immer mehr den fünf besten Fahrern aller Zeiten an. Er schreibt mit seiner außergewöhnlichen Leistung Motorsportgeschichte, die stark an die Ära Michael Schumacher von 2004 erinnert. Fun Fact: Verstappen konnte die Hälfte aller seit Shanghai 2019 gefahrenen Rennen gewinnen.
Perez ist zwar der perfekte zweite Fahrer für Red Bull, konnte aber dieses Wochenende nicht seine erwartete Leistung abliefern. Mit Platz 3 war er doch hinter den Erwartungen. Lando Norris und McLaren haben mit P2 einen unglaublich beeindruckenden Job gemacht. Perez konnte von hinten nicht zu Norris aufschließen, natürlich gab es für den Briten aber auch keine Chance Verstappen abzufangen. McLaren hatte am Anfang des Wochenendes schon Bedenken über die Streckencharakteristik geäußert, die sich jedoch in der Realität nicht bewahrheiteten.
Auch Valtteri Bottas einen Schritt nach vorne gemacht. Das Auto ist ebenfalls besser geworden, weshalb der Unterschied zwischen ihm und seinem jüngeren Teamkollegen Zhou Guanyu noch deutlicher hervorkam, der trotz weniger Erfahrung auch bei seinem Heim-Grand-Prix eine tolle Leistung abgeliefert hat. Die Situation mit Double Yellow bzw. dem späten Virtual Safety-Car um Bottas, war nicht schön, denn so etwas kann auch anders ausgehen. Es ist unverständlich, warum die Rennleitung so lange gebraucht hat, um einzugreifen.
Aston Martin betont zwar immer, ein Weltmeister-Team aufstellen zu wollen, doch in dieser Konstellation wird das wohl nicht möglich sein. Lawrence Stroll sollte endlich erkennen, dass das Team wichtiger ist als einzelne Personen, was die Frage über den Verbleib seines Sohnes Lance aufwirft. Auch dessen Crash mit Daniel Ricciardo beim Restart war unnötig. Natürlich versuchen die Piloten immer so knapp wie möglich beieinander zu sein. Aber durch seinen Verbremser hatte Stroll blockierende Räder und krachte in Ricciardo, der sowohl seinen als auch den McLaren von Oscar Piastri dabei beschädigte. Auf der On-Board-Kamera sieht man klar, dass Stroll nur auf den Apex fokussiert war und Ricciardo übersehen hatte. Das hätte ihm nicht passieren dürfen.
Ricciardo konnte trotz unglücklichem Rennausgangs mit dem Three-Place-Grid-Penalty, ein wenig vom „alten Daniel“ zeigen. Durch das neue Chassis hatte er wieder mehr Selbstvertrauen und konnte einen Teil seiner alten Leistung abrufen. Jedoch wirkt es, als wäre er, seit er von seiner Pause zurück ist, vom Pech verfolgt.
Die Ferraris dürften nach ihrer Leistung letzte Woche nicht zufrieden sein und auch der interne Fight dürfte so nicht stattfinden. Charles Leclerc hat geäußert, dass Carlos Sainz gegen ihn härter als gegen alle anderen kämpfe. Das ist natürlich eine Katastrophe. Klar ist, dass Sainz beweisen möchte, was er kann. Auf der anderen Seite stellt er sich selbst in ein schlechtes Licht. Er zeigt damit nur seine egoistische Seite und sollte doch eher ein Teamplayer sein.
Mercedes und Lewis Hamilton haben im Sprint abgeliefert, aber im Qualifying für den Grand Prix nicht einmal Q2 erreicht. Im Rennen konnte sich der Brite wieder etwas nach vorne kämpfen. Es war aber dennoch eine durchwachsene Leistung des Rennstalls aus Brackley.
Alpine hat endlich ein Update in die richtige Richtung gebracht. Für das Team ein großer Erfolg und eine positive Nachricht für die Zukunft. Esteban Ocon, der als einziger die neuen Teile bekam, konnte damit zusätzlich seinen persönlichen Sieg gegenüber Teamkollegen Pierre Gasly feiern. Die neue Punkte-Regel, die vielleicht ab 2025 kommt, würde 12 aus 20 Fahrer belohnen. Allerdings würde ich mir dazu auch ein bis zwei zusätzliche Teams wünschen. Was sagt Ihr dazu?
Bis zum nächsten Mal,
Eure Corinna
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