Nach dem Fiasko um das Qualifying beim Saisonauftakt in Australien, wurde die Besserung für Bahrain abgesagt
„Als ich im Kart saß, wollte ich immer in der Formel 1 fahren. Aber heute muss ich mich oft dafür entschuldigen,“ twitterte Ex-F1-Star David Coulthard über die Königsklasse. Der Schotte schämt sich vor allem für den neuen Qualifying-Modus, der entgegen erster Annahmen für den Grand Prix von Bahrain nun doch nicht geändert wird.
Langeweile pur statt Revolution
Der Modus wird im Fahrerlager als „Reise nach Jerusalem“ beschrieben, denn nach den ersten sieben Minuten von Q1 scheidet alle 90 Sekunden der Pilot mit der langsamsten Zeit aus. 15 Piloten ziehen in die nächste Runde ein, wo sich das Prozedere aus Q1 nach sechs Minuten wiederholt. Sechs der verbliebenen acht Wagen müssen in Q3 nach 12:30 Minuten die Segel streichen. Danach fighten die schnellsten zwei Piloten um die Pole. Was am Schreibtisch ganz gut klang, entpuppte sich beim Saisonauftakt in Melbourne als Griff ins Klo. Viele Teams und Fahrer kamen mit der Hektik in den ersten beiden Abschnitten nicht klar und im Schlusssegment drehten die Piloten nicht viele Runden, wie erhofft, sondern nur 1-2 schnelle und sparten dann Reifen fürs Rennen. Damit stand der Polesetter schon vor Ablauf der Session mit dem Helm in der Hand in den Boxen beim Abwiegen. Langeweile pur statt Revolution.
Noch auf dem Rückflug aus Down Under setzten die Piloten um Fahrersprecher Alex Wurz, Sebastian Vettel und Jenson Button einen offenen Brief an F1 Zampano Bernie Ecclestone auf und forderten ein Überdenken der Führungsstrukturen, was auch eine sofortige Änderung des Qualimoduses beinhaltete. Bernie ließ die Muskeln spielen und forderte gemeinsam mit FIA Präsident Jean Todt eine Entscheidung von den Teams. Doch Red Bull Racing und McLaren stimmten dagegen, nur Q3 zu modifizieren, weil sie komplett zum alten Modus zurückkehren wollten. Eigentlich hatten sich alle Teamchefs in Melbourne auch dafür ausgesprochen, doch nun gab es diesen neuen Vorschlag und folglich keine einstimmige Entscheidung.
Nun hoffen Experten und Fans, dass, wie in Australien, das Rennen in Bahrain für das Zeittrainingsgemurkse entschädigt. Der erste Grand Prix des Jahres war nämlich ein Hingucker und das nicht nur wegen Fernando Alonsos Horrorcrash. Mercedes war wieder top und wird dies auch in der Wüste von Sakhir sein. Aber Ferrari, denen die Strecke im arabischen Inselstaat liegt, ist deutlich näher dran als im Vorjahr. Williams und Red Bull hoffen auf Ausrutscher der beiden Großen. Chancen aufs Podium sollten aber auch Force India und vielleicht sogar die Jungs von Toro Rosso haben. Gespannt sein darf man ebenfalls auf den nächsten Auftritt des Newcomer Haas F1, die in Australien ja durch Romain Grosjean sensationell Sechster wurden.
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