Nach fünf Saisonen bei Mercedes wechselt Valtteri Bottas auf die Saison 2022 hin zu Alfa Romeo. Bei unseren Kollegen von The Race zog der Finne Bilanz
Valtteri, für Dich geht das Kapitel beim besten Team zu fahren zu Ende. Hast Du Dich bei Mercedes gut verkauft?
Ich kann nicht sagen, dass ich meine Erwartungen übertroffen habe. Ich persönlich habe ziemlich hohe Erwartungen an mich. Vielleicht etwas zu hoch. Ich habe ehrlich gesagt das Gefühl, dass ich an meinen besten Tagen, egal ob Rennen oder Qualifying, unschlagbar bin. Aber leider habe ich nicht immer die besten Tage. Aber die hat niemand.
Du musstest Dich aber immer Deinem Teamkollegen, Lewis Hamilton, geschlagen geben. Bist Du bei den Silberpfeilen gescheitert?
Wo ich das Gefühl habe, gescheitert zu sein, ist die Fahrermeisterschaft zu gewinnen. Aber an der Seite von Lewis war das nicht einfach. Er hat immer die Oberhand behalten. Das Grundniveau als Fahrer ist bei ihm so hoch, dass es ziemlich schwierig ist, ihn ständig zu übertreffen.
Was macht Hamilton so stark?
Es ist ein sehr mentaler Sport und ich denke, eine Stärke von Lewis ist seine Konstanz. Die Wochenenden, an denen seine Leistung nicht absolut top ist, sind sehr selten Und wenn es variiert, dann ist es nur marginal.
Bist Du glücklich, dass Du nahe an Lewis dran bist und ihn gelegentlich schlagen kannst, oder frustriert, weil Du weißt, dass Du ihn nie auf Dauer besiegen konntest?
Ich denke, es ist ein bisschen von beidem. Das Größte ist für mich, dass es sich für mich ein bisschen wie ein Misserfolg anfühlt, dass ich in diesen fünf Jahren mit Mercedes keinen Titel gewinnen konnte und Lewis es immer schafft, ihn zu gewinnen. Aber er ist der beste Fahrer der Formel-1-Geschichte. Also, zu wissen, dass ich ihn manchmal schlagen kann, ist eine schöne Sache.
Also doch glücklich?
Man strebt immer nach Perfektion und wenn du nicht perfekt bist, kannst du nicht glücklich sein.
Immerhin hast Du mehr Rennen für Mercedes gewonnen als Juan Manuel Fangio…
Ich habe das Gefühl, dass diejenigen, die sich mit dem Sport auskennen und den Sport verfolgen, definitiv anerkennen, dass ich an meinem Tag ziemlich schnell sein kann.
Was nimmst Du abseits des Sportlichen aus diesen fünf Jahren mit?
Ich habe viel über mich als Mensch und als Fahrer gelernt. Auf jeden Fall habe ich mich sehr weiterentwickelt, vor allem technisch in diesem Team.
Wie hast Du die Saison 2021 erlebt? Da lief für Dich doch vieles schief…
Der Beginn der Saison war eine ziemliche Katastrophe mit Unfällen und so, und dann gefühlt fast endlosen Motorstrafen. Es sollte einfach nicht sein. Wenn ich auf die Saison zurückblicke, eigentlich auf jede, habe ich immer alles versucht, was ich konnte. Zumindest habe ich noch nicht herausgefunden, was ich anders hätte machen sollen.
Und wie wird das bei Alfa? Dort geht es vorerst wohl nicht um Siege….
Ich bin sicher, wenn ich mit einem anderen Team antrete, denke ich, dass ich eine andere Perspektive habe, wenn ich außerhalb dieses Teams bin, dass es so viele Dinge gibt, auf die ich definitiv stolz sein kann. Ich muss stolz sein. Und ich muss auch versuchen, positiv zu sein.
Wird Dir das dennoch Spaß machen?
Meine Formel 1 Karriere war ein ziemliches Auf und Ab. Ich denke, es ist aber auch die Schönheit unseres Sports, dass Du ständig auf einer Welle reitest. Manchmal bist Du einige Zeit im Hoch, und dann folgt wieder ein Tief. Für mich zählt aber, dass ich immer noch hier bin, immer noch weitermache, und ich es immer noch genieße.
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