„Bitte warten“, sagen die Neuzugänge der F1 Teams

Was nach den ersten beiden Rennen der Formel 1 Saison 2021 augenscheinlich ist, ist, dass sich die Neuzugänge bei den Teams (Anm. Rookies nicht eingerechnet) unisono schwertun

Von Sergio Perez bis Sebastian Vettel klagen alle Piloten, dass sie sich im Wagen noch nicht wohlfühlen und sind dankbar für die ihnen von den Teams gewährte Eingewöhnungszeit. Dementsprechend haben wir uns einmal angesehen, wie sich die „Neuen“ bisher bei ihren aktuellen Arbeitgebern so geschlagen haben.

Carlos Sainz, Ferrari   P8 Bahrain GP & P5 Imola GP

Ferrari-Neuzugang Carlos Sainz scheint derjenige Pilot zu sein, der sich am schnellsten an sein neues Arbeitsgerät gewöhnt hat. Auch wenn er noch hinter Teamkollege Charles Leclerc Zeit verliert, ist er nicht allzu weit weg vom Monegassen. Zudem hat er sich von Rennen zu Rennen gesteigert, obwohl er in Imola „noch zu wenig Gefühl für das Bremsen im Nassen“ verspürte. „Angesichts der Tatsache, dass es erst mein zweites Rennen ist, das erste bei Nässe, dass ich als Elfter gestartet bin, und Fünfter geworden bin, ist es alles in allem ein gutes Ergebnis für mich“, sagte der Spanier gegenüber Sky Italia. „Aber ich will natürlich mehr. Wir waren heute sehr nah am Podium dran. Mir fehlten am Ende zwei oder drei Sekunden und ich weiß, wie viel Zeit ich im Kies verloren habe.“ Sainz sagte, dass ihm „das Gefühl beim Bremsen gefehlt hat. In den Kurven spürte ich den Grip und das gefiel mir, aber beim Bremsen fehlte es mir ziemlich. Dann habe ich diesen Fehler gemacht, bei dem ich ungefähr zehn Sekunden verloren habe. Danach habe ich mich aber sehr schnell erholt und im Trockenen war ich auch sehr schnell, aber uns fehlt immer noch ein bisschen Geschwindigkeit.“ Der Scuderia-Neuzugang habe aber „heute viel gelernt und ein gutes Gefühl mitgenommen. Denn beim ersten Mal bei Nässe so schnell sein zu können und so viel riskieren zu können, wie ich zu Beginn habe, um viele Autos zu überholen, sind ein gutes Zeichen.“

Daniel Ricciardo, McLaren    P7 & P6

Daniel Ricciardo hat bei McLaren eigentlich einen soliden Einstand gefeiert und gute Punkte geholt. Aber da sein neuer Arbeitskollege Lando Norris sich aktuell in Überform präsenterit, schaute der Aussie doch das eine oder andere Mal etwas alt aus. Nach 16 Runden lag er in Imola vor Norris, wobei das McLaren Duo hinter Sergio Perez im Red Bull auf den Plätzen fünf und sechs steckte. Norris funkte, er wäre schneller, benötige aber saubere Luft. Daraufhin wurde Ricciardo vom Kommandostand angehalten ihn passieren zu lassen. Norris fuhr später auf P3, Ricciardo wurde Sechster. „Ich denke, hier musste ich meinen Stolz runterschlucken“, sagte Ricciardo gegenüber Sky Sports F1. „Ehrlich gesagt war das Team fair genug. Sie gaben mir Zeit, mein Tempo zu zeigen. Es gab einige Runden, in denen ich eine anständige Zeit fahren konnte. Aber, um ehrlich zu sein, habe ich mir beim Pushen den rechten Vorderreifen ein bisschen getötet.“ Daher war es für Danny OK, Norris passieren zu lassen. „Sie haben mir die Zeit gegeben, um zu zeigen, was ich draufhatte, und heute war es nicht genug. Also werden wir keine Faustschläge austeilen.“ Dennoch glaubt er nicht, den Wechsel unterschätzt zu haben. „Ich war mir dessen sehr bewusst, seit ich von Red Bull zu Renault wechselte. Leider wird es ein bisschen dauern. Die Saison ist noch lange, aber natürlich möchte ich schon schneller sein. Und langsam war ich ja nicht. Aber Lando ist ein außergewöhnliches Rennen gefahren.“

Sergio Perez, Red Bull           P5 & P11

„Checo“ Perez hat von den „Wechselkandidaten“ mit Sicherheit das beste Auto bekommen, aber auch jenes, das am meisten auf den Stammfahrer zugeschnitten ist. Der Mexikaner hat den Bullen phasenweise schon sehr gut im Griff, wie er in Bahrain im Rennen und in Imola in der Quali zeigte. Doch er spürt das Potenzial seines Rennwagens und will dann oft mehr als er augenblicklich schon damit draufhat. Daher machte er besonders im Rennen letzten Sonntag zu viele – und eben entscheidende – Fehler. „Es muss besser werden, denn wir hätten einen Doppelsieg erzielen müssen. Es ist sicher eine schwierige Aufgabe, das Team zu wechseln und dann am zweiten Wochenende unter diesen brutalen Bedingungen zu fahren.“ Denn Imola sei einer der schlimmsten Kurse, den man mit einem neuen Auto fahren könne: „Ein kleiner Fehler im Qualifying oder Rennen kann sehr teuer werden. Ich bin noch nicht da, wo ich sein will. Man hat gesehen, wie weit ich noch weg bin und wie schwierig die Dinge sind. Ich lerne weiter dazu. Das ist ein Prozess. Wir machen Fortschritte und nehmen hoffentlich eine Lektion aus diesem Rennen mit.“

Fernando Alonso, Alpine      DNF & P10

Rückkehrer Fernando Alonso sieht sich bei seinem Comeback noch immer in der Testphase. „Wir hatten drei Tage in Bahrain, anderthalb für jeden Fahrer. Und dann wird man in die WM geworfen. Das ist so, als würde man sich ohne Training auf die Olympischen Spiele vorbereiten. Viele Dinge, die im Rennen passieren, kann man auch nur im Rennen trainieren.“ Natürlich nimmt der Spanier den „geschenkten Punkt“ vom Imola GP mit, aber spart nicht mit Selbstkritik. „Ich habe schon mehrmals die Wagen und Serien gewechselt, aber das war nie eine Entschuldigung für eine schlechte Leistung. Und das wird auch in Zukunft nicht so sein“, so der Spanier, der am grünen Tisch noch P10 erbte, nachdem Kmi Räikkönen eine Zeitstrafe erhielt. „Ich muss schlichtweg besser sein. Das war an diesem Wochenende nicht die Leistung, die ich von mir erwarte, aber in Portimao werde ich wieder da sein.“ „Es liegt nicht am Team, denn die Jungs machen einen sehr guten Job, auch Esteban ist stark. Wir sind genau dort, wo ich es erwartet habe. Nur ich habe in Imola meine Leistung nicht gebracht. Ich fühle mich im Wagen noch nicht wirklich wohl, weil so etwas nicht über Nacht geht. Aber ich bin hier, um zu lernen und hart zu arbeiten.“

Sebastian Vettel, Aston Martin       P15 & P15

Sebastian Vettel hat zurzeit wohl alles Pech der Welt am Stiefel kleben, aber der Heppenheimer macht auch massig Fehler. „Wenn du dir vor dem Rennen überlegen würdest, was alles schief gehen kann, könntest du dir unser Rennen heute so nicht ausdenken. Der Wurm war von vorne bis hinten drin“, wirkte Vettel etwas ratlos. Der Deutsche fühlt sich im Aston Martin schon „ein bisschen besser, aber im Moment sind es noch sehr wenige Runden, die ohne Probleme für uns laufen.“ Vettel ist überzeugt, dass „wir uns noch steigern, aber uns passieren noch zu viele kleine Fehler, auch mir.“ Aber der Kampf im Mittelfeld der Formel 1 ist heuer noch enger. Vettel weiß daher: „Ich glaube, wir brauchen einen größeren Schritt nach vorne, um wirklich einen Unterschied machen zu können. Im Moment sind wir eher im hinteren Teil des Mittelfeldes. Aber das kann sich schnell ändern, wenn Upgrades wirken und etwas Ruhe einkehrt, mal ein ordentliches Rennen für uns herausspringt.“ Der viermalige Weltmeister kritisiert nach dem Imola GP auch die FIA, wohl zurecht, auch wenn ihm das in der Führungsriege sicher keine Pluspunkte einbringen wird. „Die Jungs haben alles in der Startaufstellung versucht (um das Auto zu reparieren) und sie haben es wirklich gut gemacht, aber ich denke, wir hätten ein besseres Rennen haben können, wenn die FIA schneller reagiert hätte. Ja, wir haben gegen eine Regel verstoßen, aber sie haben sich bis weit ins Rennen nicht darum gekümmert. Das ist nicht sehr professionell.“

 

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