Rene Binder stellt sich der Herausforderung FIA WEC. Hier spricht der Tiroler über die Hintergründe und über die Aufbruchstimmung im Langstreckensport
Rene, Gratulation zu Deiner neuen Partnerschaft mit G-Drive Racing, mit denen Du letztes Jahr schon die Asian Le Mans Series gewonnen hast!
Danke, das sind natürlich sehr schöne Erinnerungen und ich denke, dass wir in einer guten Position sein werden, um auch in der Weltmeisterschaft ein Wort um den Titel mitzureden. G-Drive hat immer den Anspruch, ganz vorne mit zu fahren.
Du startest für eines der stärksten Teams mit einem der stärksten LMP2 Driver-Line-Ups der FIA WEC. Was sind Deine persönlichen Erwartungen an dieses Projekt?
Ich habe vollstes Vertrauen in G-Drive Racing und traue uns in dieser Konstellation einiges zu, auch wenn die LMP2 Klasse im Rahmen der WM noch einmal starken Zuwachs bekommen wird. Wir reden hier von Penske, dem erfolgreichsten Indycar-Team, von Prema, dem aktuell erfolgreichsten Formel 2 Team und von AF Corse, die hier bereits Vorarbeit für Ferrari leisten. Die Liste der Topteams in der WM wird immer länger und weil die Autos baugleich sind, ist das so, als wenn in der Formel 1 zehn Teams mit einem Mercedes unterwegs wären.
Auch andere Top-Teams waren an Dir dran. Was hat den Ausschlag für G-Drive Racing gegeben?
Ich habe mich bei DUQUEINE in der ELMS sehr wohl gefühlt und bin ihnen sehr dankbar für alles, was sie für mich getan haben. Sie haben mir eine faire Chance gegeben, mich als Fahrer neben zwei Routiniers zu etablieren und meinen Marktwert zu steigern. Den Ausschlag für den Wechsel zu G-Drive in die WEC haben sicher der gemeinsame Erfolg in der ALMS und die damit verbundenen Perspektiven gegeben.
Neben Dir und dem Australier James Allen soll demnächst noch ein weiterer Topfahrer bekanntgegeben werden. Was hier der Letztstand?
Im Moment dürfen wir leider noch nichts verraten, aber man kann davon ausgehen, dass G-Drive ein sehr, sehr starkes Driver-Lineup an den Start bringen wird.
Die Langstrecken-WM geht in ihre zehnte Saison mit dem bisher größten Feld. Wird die FIA WEC einmal der Formel 1 Konkurrenz machen?
Nein, die Formel 1 bleibt natürlich die Formel 1, auch wenn die Sportwagen als Hypercars jetzt noch einmal ein großes Comeback erleben werden. Es ist unübersehbar, dass hier etwas Großes im Gange ist und man sieht es eben auch an der Nennliste.
Ferrari, Porsche, Peugeot, Toyota, Audi, Cadillac, Alpine – warum zieht es so viele Hersteller jetzt wieder zurück oder erstmals in den Endurance-Bereich?
Ich glaube, dem ACO und der FIA ist mit dem neuen Konzept ein großer Wurf gelungen. Der Hypercar markiert für den Langstreckensport einen Wendepunkt, weil die Kosten massiv gesenkt und gleichzeitig spektakuläre Autos und ein starker Wettbewerb auf der Strecke geboten werden können. Dieser Ansatz passt sehr gut ins aktuelle wirtschaftliche Klima, außerdem war der Langstreckensport schon immer das wichtigste Testlabor für die Automobilindustrie. Vielleicht entscheidet sich sogar in Le Mans, welches Antriebskonzept das effizienteste der Zukunft sein wird.
Der Rennkalender wird sechs große Rennen umfassen, und es geht im März gleich spannend los mit einem Klassiker in Sebring, Florida…
Auf dieses Rennen in den USA freue ich mich ganz besonders, weil ich erstens ein großer Fan der amerikanische Rennatmosphäre bin und zweitens vor allem Sebring sehr mag, wo ich 2018 meine ersten Runden in einem Indycar gedreht hab.
Zufall oder nicht, Du hast gerade auf Traditionsrennstrecken immer wieder starke Leistungen gezeigt und Erfolge eingefahren….
Schwer zu sagen, aber es stimmt schon: In Monza, Spa, Nürburgring und Monaco aber auch in Sebring, Road Atlanta und Le Mans bin ich auf Anhieb gut zurechtgekommen. Nachdem ich auf den drei erstgenannten Strecken schon gewinnen konnte, wäre es natürlich ein Traum, diese Liste einmal zu komplettieren.
Du hast am Neujahrstag Deinen 30. Geburtstag gefeiert und bist physisch sicherlich auf Deinem Zenit…
Der Ausdauersport ist meine zweite große Leidenschaft geworden und die Bewegung in den Bergen lässt sich perfekt mit meinem Spezialprogramm kombinieren, das ich in einem Fitnessstudio mit einem professionellen Trainer durchziehe. Während im Sommer vorwiegend Joggen, Mountainbiken und Rennradfahren am Trainingsplan stehen, geht es im Winter vorwiegend auf die Langlaufloipe und auf die Skipiste. Das ist für mich der perfekte Ausgleich.
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