Berger: „Ferrari ist noch nicht bereit für den Titel.“

Im offiziellen Formel 1 Podcast, F1 Nation, sagt Gerhard Berger, dass Ferrari in Österreich auch in Sachen Teamleader Glück im Unglück hatte. Der Tiroler glaubt, dass die Scuderia erst in der Zukunft reif für den Titel ist.

„Leclerc ist pfeilschnell, aber Sainz findet sich langsam mit dem neuen Auto zurecht. Er war im letzten Jahr konstanter, konnte Leclerc in der WM schlagen, und nachdem er jetzt seinen ersten Sieg hat, will er mehr. Das ist für Ferrari keine einfache Situation“, beschreibt der Tiroler, der selbst für die Roten aus Maranello fuhr.

Berger streicht heraus, dass „es sogar noch ungemütlicher werden hätte können. Denn Sainz war auch in Österreich gut unterwegs und wäre durch die technischen Probleme bei Leclerc mit dem Gaspedal in einer Position gewesen, zu gewinnen. Das hätte Leclerc wieder Punkte im Titelkampf gekostet. So gesehen, hat der Motorschaden ihm (Teamchef Mattia Binotto) diese Entscheidung abgenommen.“

Für den heutigen DTM Boss ist der Ansatz Binottos aber richtig, seine beiden Piloten kämpfen zu lassen. „Wir sind in einem Sport. Und solange beide die mathematische Chance auf den Titel haben, muss man sie fahren lassen.“

„Ja, es gibt aktuell viele Kritiker, die sagen, die müssen doch endlich eine Nummer 1 bestimmen. Aber ich denke, vielleicht haben sie aus den Zeiten als Rubens Barrichello immer Michael Schumacher vorbeilassen musste, als Jean Todt den Tausch am Red Bull Ring befahl, vielleicht haben sie aus damals gelernt.“

„Frank Williams war der größte Verfechter dieses Gedankens. Er zog das immer durch, vielleicht nicht mehr im letzten Saisonrennen, aber bis dahin definitiv. Und man darf auch nicht vergessen, von wo Ferrari kommt. Hätte man einen Tifoso letztes Jahr gefragt, wärst Du zufrieden, wenn Ferrari nächste Saison mit einem tollen Auto kämpft und Zweiter wird, hätte das wohl jeder gerne unterschrieben.“

Daraus ergibt sich für den zehnfachen Grand Prix Sieger aber auch der Umstand, dass Ferrari seit Jahren nicht mehr um den Titel gekämpft hat. Bei ihnen stimmt die Sensorik noch nicht, sie sind noch nicht bereit, haben noch nicht dieses Mindset. Ich denke, es wird von jetzt an noch 1-2 Jahre dauern, bis das Team selbst bereit für den Titelfight ist.“

Berger bestritt 80 Rennen für Ferrari, holte fünf Siege und wurde mit den Italienern zweimal WM-Dritter.

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