Aus der Formel 1 aufs Abstellgleis DTM?

Red Bull Racing parkt Alex Albon 2021 in der DTM. Bislang fuhren 27 Piloten sowohl in der Formel 1 als auch in der modernen DTM. Formelaustria hat sich deren Erfolgsbilanzen einmal angesehen

Für unsere Liste war die Bedingung, dass der Fahrer mehr als 10 Formel 1 Starts absolviert haben und direkt nach der F1 in die DTM gewechselt sein muss, also dazwischen in keiner anderen Serie gefahren ist.

Daher fehlt zum Beispiel DTM-Legende Bernd Schneider, denn er kam nur auf neun F1 Starts mit seinem defektanfälligen Zakspeed. Dennoch passt das gut, denn Schneider war einer der Superstars der Tourenwagenszene, was auf die gelisteten Herren – mit wenigen Ausnahmen leider nicht zutrifft.

  1. Paul di Resta 2014-18 (HWA Mercedes), 2019 (R-Motorsport Aston Martin) 99 Rennstarts, 5 Siege, 16 Podestplätze

Nachdem Paul Di Resta seinen Sitz in der F1 Ende 2013 verloren hatte, kehrte der DTM Champion von 2010 nach Deutschland zurück. 2015 nützte er zur Eingewöhnung und griff danach wieder an. Vor dem Saisonfinale 2018 führte er die Meisterschaft an, verlor den Titel aber in einem Herzschlagfinish noch an Gary Paffett.

  1. Timo Glock 2013-15 (MTEK BMW), 2016 & 2020 (RMG BMW), 2017-19 (RMR BMW) 130 Rennstarts, 5 Siege, 15 Podestplätze

Nach drei Jahren des Hinterherfahrens in der Formel 1 mit dem Marussia, war es für Glock sicher eine Freude in der DTM wieder vorne angreifen zu können. Der Deutsche war auf Anhieb wieder konkurrenzfähig, doch für den Titelgewinn fehlte dem Ex-Toyota F1 Piloten die Konstanz und später auch immer wieder die Power im BMW.

  1. Mika Häkkinen 2005-07 (HWA Mercedes) 31 Rennstarts, 3 Siege, 8 Podestplätze

Mika Häkkinen verbindet jeder Fan eigentlich mit der Formel 1. Aber auch die DTM Zeit des Finnen war absolut erfolgreich. Der F1 Doppelweltmeister fuhr drei Saisons für HWA Mercedes, schnappte sich drei Siege und mehrere Stockerlplätze. Dennoch konnte er sich nie wirklich mit der Serie, und vor allem deren Reglement, anfreunden.

  1. Jean Alesi 2002-05 (HWA Mercedes), 2006 (Persson Mercedes) 62 Rennstarts, 5 Siege, 8 Podestplätze

Ähnlich wie in der Formel 1, war auch Alesis DTM Karriere bereits zu Beginn am Höhepunkt und flachte dann ab. Gleich beim Auftakt stand er am Stockerl, gewann beide Rennen in Runde 3 und wurde Fünfter der Gesamtwertung. 2003 lief es noch besser, 2005 gewann er den Auftakt, doch danach ging nicht mehr viel vorwärts.

  1. Heinz-Harald Frentzen 2004-05 (Holzer Opel), 2006 (Abt Audi) 32 Rennstarts, 4 Podestplätze

Der F1 Vizeweltmeister von 1997 startete im Werksopel, aber der neu eingeführte Vectra lief einfach nicht rund. Auch 2005 war nicht besser und Opel ließ es am Saisonende gut sein. Der dreifache Grand Prix Sieger ging zu Audi Abt und ihm gelangen einige Podestplätze. Am Saisonende zerkrachte er sich aber mit Audi Boss Dr Ullrich.

  1. Pedro Lamy 2000-01 (Rosberg Mercedes) 18 Rennstarts

In der Formel 1 hatte der Portugiese nie das nötige Material, aber der FIA GT Champion fuhr in der DTM beim Mercedes Team Rosberg. Lamy hatte seinen Stallgefährten, McLaren F1 Tester Darren Turner, im Griff und holte einige vierte Plätze. Mehr war nicht drin mit nicht-Werksmaterial.

  1. Ralf Schumacher 2008 (Mücke Mercedes), 2009-12 (HWA Mercedes) 52 Rennstarts, 2 Podestplätze

Die ersten Jahre lief es für Ralf bei Mercedes nicht rund in der DTM – lediglich eine Pole Position am Norisring schaute dabei heraus. Erst mit dem Wechsel von Dunlop auf Hankook Reifen kam Schumi II besser zurecht und er holte am Red Bull Ring sogar fast den Sieg. Dennoch waren die Tourenwagen nicht wirklich sein Metier.

  1. Robert Kubica 2020 (ART BMW) 18 Rennstarts, 1 Podium

Der Pole hatte mit seinem ART BMW nie wirklich eine Siegchance, denn die Saison wurde von den Audis dominiert und sein Team kam auch erst wieder in die Serie zurück. Im Laufe der Saison konnten sich jedoch beide steigern und Kubica holte sich in Zolder sogar noch einen Podestplatz.

  1. Pascal Wehrlein 2018 (HWA Mercedes) 20 Rennstarts, 1 Podium

Wehrlein ist auch ein Fahrer, der zunächst aus der DTM in die Königsklasse aufstieg, und dann zurückkehrte. Teil 2 seiner Karriere war kurzlebig, denn Hersteller Mercedes stieg am Saisonende aus. Der Ex-Champion war immer bereits nach dem Qualifying geschlagen und holte im ganzen Jahr ein Stockerl, während HWA Teamkollege Gary Paffett Meister wurde.

  1. Emanuele Pirro 2004 (Joest Audi) 11 Rennstarts

Pirro war bereits 42 als er in die DTM zurückkehrte, nachdem er sich weder bei Benetton noch bei der Scuderia Italia in der Formel 1 groß in Szene setzen konnte. Als sechsfacher Rennsieger aus alten DTM Zeiten, konnte er in den modernen Wagen nicht mehr an seine besten Tage anschließen, trotz Top 10 Plätzen in über 50% der Rennen.

  1. David Coulthard 2010-2012 (Mücke Mercedes) 31 Rennstarts

“DC” fuhr bei Mücke Motorsport leider ein Vorjahresmodell und daher ähnlich erfolglos wie seine Teamkollgen. Nur in der Saison 2012 bekam der Schotte ordentlich eine drüber vom damaligen Rookie Robert Wickens, der ihn in den Qualifyings mit 9-1 abservierte, in den Rennen fuhren dann beide hinterher.

  1. Allan McNish 2005 (Abt Audi) 11 Rennstarts

2002 kam seine kurze Formel 1 Karriere bei Toyota F1 zu einem Ende und der Schotte stieg 2005 in die DTM ein. Seine Audi Abt Teamkollegen Matias Ekstrom und Tom Kristensen waren für ihn unerreichbar, aber McNish hielt immerhin den späteren DTM Champion Martin Tomczyk im Zaum. Nach dem Ausstieg von Opel erbte Heinz-Harald Frentzen sein Cockpit.

  1. Karl Wendlinger 2002-03 (Abt Audi) 29 Rennstarts

Obwohl Wendlinger längst bewiesen hat, dass er nicht nur Formel 1, sondern auch Sportwagen kann – u.a. mit Siegen in Le Mans, Sebring oder Spa – lief es in der DTM für den Tiroler einfach nicht rund. In zwei Saisons sammelte er bei Audi Abt nur magere vier Punkte, obwohl er im Qualifying oft schnell war.

  1. Stefano Modena 2000 (Euroteam Opel) 14 Rennstarts

Nachdem Modena in den 1990ern starke Auftritt im deutschen Tourenwagensport gezeigt hatte, waren die Erwartungen beim Comeback hoch. Allerdings wurden sie massiv enttäuscht. Der Opel-Pilot schlug sich in den Qualis nicht schlecht, war aber in den Rennen zu oft in Unfälle verwickelt.

  1. Christijan Albers 2007 (Futurecom-TME Audi) 11 Rennstarts

Bei Albers, der vor seiner F1 Zeit mit HWA Mercedes gut unterwegs war, lief es nach der Rückkehr überhaupt nicht. Mit dem zwei Jahre alten Kolles-Audi war aber auch nicht wirklich was drin. Das Team holte in vier Jahren keinen einzigen Punkt und daher Albers auch nicht – ein Comeback, das sich nicht gelohnt hat.

  1. Vitaly Petrov 2014 (Mücke Mercedes) 10 Rennstarts

Vitaly Petrov is an F1 podium finisher pretty much on merit. Nach einem Jahr Pause bekam Petrov den zweiten Mercedes Sitz bei Mücke Motorsport neben Daniel Juncadella. Der panierte den Russen allerdings in jedem Qualifying und Petrov holte bis Saisonende keinen einzigen Punkt.

 

Präsentiert von der BMW Group Austria

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