Geht Alonso nach Indy? Formelaustria hat sich die Leistungsbilanz seiner F1-Arbeitskollegen, die nach Übersee gingen, angesehen
Nach seinem nun fixen Abschied aus der Formel 1 deutet alles auf einen Wechsel von Fernando Alonso in die IndyCar Series hin. Bereits 2017 wagte er einen Abstecher zu den Indy 500, lernte in kürzester Zeit im Oval konkurrenzfähig zu sein und hatte absolute Siegchancen ehe ihn sein Honda-Motor im Stich ließ. Das große Ziel des Spaniers ist die „Triple Crown“, Sieg beim Monaco F1 GP, den 24h von Le Mans und den Indy 500. Die ersten beiden Punkte auf der Checkliste hat Alonso schon erfüllt. Ryan Hunter-Reay, einer der Teamkollegen des Doppelweltmeisters bei seinem Indy-Start mit Andretti Autosport, wäre über einen permanenten Wechsel des Andalusiers in die Verizon IndyCar Series begeistert. „Das wäre fantastisch. Ich habe schon länger gesagt, unsere Serie ist die kompetitivste der Welt. Du kannst nie sagen, wer das Rennen gewinnt. Es gibt keine klaren Favoriten. Auch heuer haben wir wieder viele unterschiedliche Sieger. Für einen Fahrer ist das die ultimative Herausforderung und für uns wäre es eine gegen ihn eine ganze Saison zu fahren. Die Aktien von IndyCar würden an der Börse nach oben schießen!“
Große Vorgänger
Ex-Formel 1 Champions wie Jim Clark, Graham Hill, Jackie Stewart, Mario Andretti, Emerson Fittipaldi oder Nigel Mansell matchten sich alle einen Namen in der höchsten amerikanischen Formelserie. Der Erste unter ihnen war der Schotte Clark, der bis heute der einzige Pilot ist, der den Formel-1-WM-Titel und die Indy 500 in derselben Saison gewann. Ein Jahr später ging Doppelweltmeister Graham Hill in Indiana an den Start und sicherte sich die 500 Meilen vor Clark. Dank seines Erfolgs bei den 24 Stunden von Le Mans 1972 und seinen fünf Siegen beim Monaco GP ist er der bislang einzige Pilot, der die „Triple Crown“ im Motorsport holte. Emerson Fittipaldi ging nach seiner langen F1 Karriere in die USA und machte dort mit Rennerfolgen das große Geld. Der brasilianische Weltmeister von 1972 & 1974 fuhr 1989 und 1993 als Erster in Indy durchs Ziel und krönte sich 1989 zum CART Champion. 1992 wurde Nigel Mansell souverän F1 Weltmeister, trat zurück und ging in die USA, wo er 1993 auch CART Champion wurde.
Umgekehrt selten erfolgreich
Natürlich gab es auch zahlreiche Fahrer, die den Weg aus der IndyCar in die Königsklasse suchten. Doch nur wenige davon waren später in der Formel 1 erfolgreich. Jacques Villeneuve krönte sich 1995 zum Indy 500 Champion und gewann die Meisterschaft. 1997 wurde er mit Williams auch Formel 1 Weltmeister. Juan Pablo Montoya durfte 2000 und 2015 die Sieger-Milch beim Indy 500 trinken. F1 Champion wurde er nie, war aber mit Rang 3 2002 und 2003 knapp dran. Die wohl größten Enttäuschungen aus Sicht der nordamerikanischen Fans waren die Indy-Dominatoren Sebastian Bourdais, Alex Zanardi und Michael Andretti. Der vierfache ChampCar Meister Bourdais brachte bei Toro Rosso kein Bein vor das andere und wurde vom damaligen Teamchef Franz Tost nach neun Läufen 2009 durch Jaime Alguersuari ersetzt. Der Italiener Zanardi wurde 1997 und 1998 überlegen CART Meister, holte in der Formel 1 1999 aber nicht einen einzigen Punkt, während Teamkollege Ralf Schumacher mit drei Podiumsplätzen WM-Sechster wurde. Die größte Blamage war sicher Andretti junior, der als CART Champion 1991 und vierfacher Vizemeister 1993 Stallgefährte von Ayrton Senna bei McLaren wurde. Senna wurde hinter den überlegenen Williams Fahrer Alain Prost mit 73 Zählern WM-Zweiter, während Michael Andretti mickrige 7 Punkte einfuhr, in sieben von 13 Rennen ausfiel und nach dem GP in Monza entnervt das Handtuch warf. Ein gewisser Mika Häkkinen ersetzte ihn.
Eintagsfliegen und Handwerker
Daneben gab und gibt es Fahrer mit Formel 1 Vergangenheit, die entweder den einen Ausreißer nach oben schafften oder sich als brave, verlässliche Arbeiter etablierten. Zur ersten Gattung zählt sicher Takuma Sato, der 2017 die Indy 500 gewann. Der Japaner, der in der Formel 1 zwar immer schnell, aber meist zu riskant unterwegs war, führte aber lediglich 17 von 200 Runden und siegte dank hervorragender Boxenstrategie. 2012 absolvierte Rubens Barrichello eine komplette IndyCar Saison und wurde im Alter von 40 Jahren „Rookie des Jahres“. Der leider 2015 verstorbene Justin Wilson war ein Punktelieferant. Zwischen 2005 und 2007 gewann er vier Rennen und war am Saisonende nie schlechter als Dritter. Später sorgte er bei kleineren Teams immer wieder für Highlights mit drei Siegen und sieben Podiums von 2008 bis 2014. In seinem letzten Jahr klappte es dann endlich mit einem Vertrag bei Andretti Autosport und er bedankte sich mit P2 in Mid Ohio. Danach kam der tödliche Unfall in Pocono. Ein sehr beliebter CART Pilot mit F1 Wurzeln war Roberto Moreno. Der Brasilianer sprang immer wieder als „Super Sub“ für verletzte Kollegen ein, holte u.a. zwei Siege und wurde 2000 Meisterschaftsdritter. Keine Eintagsfliege ist wohl auch Alex Rossi. Der Amerikaner, der in der Formel 1 nur bei den Nachzüglern Caterham und Marussia am Steuer saß, holte 2016 sich gleich als Rookie den Sieg bei den Indianapolis 500. Seither hat sich der 26-jährige Kalifornier stetig gesteigert und kämpft heuer um den Meistertitel.
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