Alle F1 GPs von Österreich im Rückblick

In 52 Jahren fanden 28 Formel 1 Grands Prix in der Region Zeltweg/Spielberg statt. Zwei am Zeltweger Flughafen, die weiteren im Aichfeld. Formelaustria.at hat alle für Euch zusammengefasst

GP von Österreich: 52 Jahre, 28 F1 Rennen

Jahr Strecke Sieger Rennbericht
1963 Zeltweg Jack Brabham (Brabham-Climax) Für den in der Formel-1-Saison 1963 erstmals ausgetragenen Großen Preis von Österreich wählte man den Flugplatz von Zeltweg als Rennstrecke. Dieses Rennen, das nicht zur Formel-1-Weltmeisterschaft zählte, gewann Jack Brabham. Lokalmatador Jochen Rindt fiel nach einem Motorschaden aus.
1964 Zeltweg Lorenzo Bandini (Ferrari) Die Favoriten Graham Hill und Jim Clark fielen am Start zurück und so setzten sich Dan Gurney und John Surtees ab. Clark stürmte durchs Feld und Lorenzo Bandini hängte sich dran. Als Surtees, Clark und Gurney mit Aufhängungsbrüchen ausgefallen waren, schlug Bandinis Stunde.
1970 Spielberg Jacky Ickx (Ferrari) Nachdem Fanliebling Jochen Rindt nach nur einem Viertel der Renndistanz mit Motorschaden ausrollte, gab es einen Ferrari-Doppelsieg durch Jacky Ickx und Clay Regazzoni. Mit eineinhalb Minuten Rückstand erreichte Rolf Stommelen als Dritter den einzigen Podestplatz seiner F1-Karriere.
1971 Spielberg Joseph Siffert (B.R.M.) Der Schweizer Jo Siffert feierte einen souveränen Start-Ziel-Sieg und Jackie Stewart wurde trotz seines späteren Rennausfalls vorzeitig Weltmeister, weil Jacky Ickx im Ferrari ausschied und Ronnie Peterson weit hinten ins Ziel kam. Es war Sifferts zweiter und letzter Grand-Prix-Sieg.
1972 Spielberg Emerson Fittipaldi (Lotus-Ford) Jackie Stewart stürmte sofort an die Spitze, doch nach 20 Runden schloss Emerson Fittipaldi die Lücke und zog vier Umläufe später vorbei. Auch Denis Hulme überholte den Schotten und fightete mit Fittipaldi bis zur Zielflagge. Mit dem 4. Saisonsieg sorgte „Emmo“ für eine WM-Vorentscheidung.
1973 Spielberg Ronnie Peterson (Lotus-Ford) Ronnie Peterson ging in Führung, ließ Lotus-Stallgefährte Emerson Fittipaldi dann aber vorbei, um dessen WM-Chancen aufrecht zu erhalten. Bis zur 49. Runde blieb „Emmo“ an der Spitze, ehe er wegen eines Defekts an der Kraftstoffzufuhr aufgab. Peterson siegte und Carlos Pace holte sein erstes F1-Podium.
1974 Spielberg Carlos Reutemann (Brabham-Ford) Carlos Reutemann dominierte das ganze Wochenende und siegte überlegen. Niki Lauda schied in seinem ersten Ferrari-Jahr mit Motorproblemen aus, Denis Hulme wurde vor Hesketh-Stammfahrer James Hunt Zweiter.
1975 Spielberg Vittorio Brambilla (March-Ford) Kurz vor Rennstart begann es an manchen Stellen heftig zu regnen. Niki Lauda führte 15 Runden vor James Hunt und Vittorio Brambilla. Dann zogen beide vorbei und Ende der 29. Runde brach die Rennleitung den Lauf ab. Brambilla war über den Sieg so überrascht, dass er bei der Zieldurchfahrt jubelnd die Arme nach oben riss und crashte. Tom Pryce stand als Dritter erstmals am Podest.
1976 Spielberg John Watson (Penske-Ford) Lange duellierten sich John Watson, Ronnie Peterson und Jody Scheckter um die Führung. Scheckter verunfallte mit Aufhängungsschaden und Peterson fiel zurück. Watson feierte seinen 1. GP-Sieg, zugleich der erste für das Penske-Team, und rasierte seinen Bart ab, wie er mit Teamchef Roger Penske gewettet hatte.
1977 Spielberg Alan Jones (Shadow-Ford) Das Rennen startete bei Regen, aber ab Runde 10 war die Strecke trocken, und Alan Jones im Shadow stürmte durchs Feld. Als James Hunt in Runde 44 mit Motorschaden ausfiel, war der Weg für Jones zum 1. GP-Sieg frei. Es war der erste für einen Aussie seit Jack Brabham 1970 und der einzige für Shadow.
1978 Spielberg Ronnie Peterson (Lotus-Ford) Nach zahlreichen Drehern und Abflügen bei regnerischen Bedingungen wurde das Rennen unterbrochen. Beim Restart kam es zu einer Massenkollision und Ronnie Peterson holte sich nach hartem Kampf mit Carlos Reutemann und dessen Ferrari-Teamkollegen Gilles Villeneuve den Sieg.
1979 Spielberg Alan Jones (Williams-Ford) Gilles Villeneuve duellierte sich rundenlang mit Alan Jones um die Führung. Jean-Pierre Jabouille flog mit dem Renault-Turbo von hinten heran und war in Runde 13 schon Zweiter. Doch wenig streikte seine Kupplung und Jones gewann vor Villeneuve und Jacques Laffite im Ligier.
1980 Spielberg Jean-Pierre Jabouille (Renault) Die Renault-Piloten René Arnoux und Jean-Pierre Jabouille jagten Alan Jones mit ihren Turbos um den Kurs. In Runde 12 flog Derek Daly bei über 240 km/ in einen Stacheldrahtzaun, blieb aber unverletzt. Nigel Mansells Grand-Prix-Debüt endete in Runde 41 mit Motorschaden. Jabouille siegte hauchdünn vor Jones.
1981 Spielberg Jacques Laffite (Ligier-Matra) Die beiden Renaults mit Alain Prost und Rene Arnoux setzten sich schnell vom Feld ab, zumal Didier Pironi im Ferrari den Rest aufhielt. In Runde 9 kam Jacques Laffite endlich an Pironi vorbei und holte den 20 Sekunden Rückstand auf das Renault-Duo noch auf und gewann.
1982 Spielberg Elio de Angelis (Lotus-Ford) Während die fünf Turbofahrzeuge sofort davonzogen, kam es hinten im Feld zum Massencrash. Elio de Angelis lag als bester Saugmotor-Fahrer auf Rang sechs. Als in Runde 49 Alain Prost als letzter Turbo-Pilot liegenblieb, kam es zum Duell zwischen de Angelis und Keke Rosberg um den Sieg. Der Italiener rettete 0,05 Sekunden über die Linie zum letzten Sieg des Teams, den Gründer Colin Chapman erlebte.
1983 Spielberg Alain Prost (Renault) Gleich am Start kam es zu einem Unfall acht Autos. Lange hielt eine Ferrari-Doppelführung durch Patrick Tambay und Rene Arnoux. Tambay schied mit einem Ölleck aus, Arnoux wurde langsamer und Nelson Piquet fiel mit Motorproblemen zurück. Alain Prost zog vorbei und siegte.
1984 Spielberg Niki Lauda (McLaren-TAG Porsche) Das Rennen brauchte zwei Startanläufe und Nelson Piquet übernahm die Spitze vor dem McLaren-Duo Alain Prost und Niki Lauda. In Runde 29 drehte sich Prost auf einem Ölfleck ins Aus und Lauda ging elf Umläufe später an Piquet vorbei. Lauda gewann als erster und einziger Österreicher sein Heimrennen.
1985 Spielberg Alain Prost (McLaren-TAG Porsche) Niki Lauda ging zunächst in Führung, aber aufgrund einer Massenkollision wurde das Rennen abgebrochen. Beim Neustart ergab sich eine McLaren-Doppelführung und als Lauda mit Turboladerschaden ausfiel, war Prosts Sieg sicher. Andrea de Cesaris crashte böse und wurde in der Box noch von Teamchef Guy Ligier entlassen.
1986 Spielberg Alain Prost (McLaren-TAG Porsche) Youngster Gerhard Berger schoss nach vorne, bleib aber in Runde 26 mit Elektrikdefekt stehen. Alain Prost gewann, begünstigt durch die Ausfälle der Williams-Piloten Nigel Mansell und Nelson Piquet. Das Team Haas fuhr mit P4 & P5 das beste Saisonergebnis ein. Christian Danner holte seinen ersten WM-Punkt.
1987 Spielberg Nigel Mansell (Williams-Honda) Kurz nach dem Start verursachte Martin Brundle eine Massenkollision, woraufhin das Rennen abgebrochen wurde. Beim Restart kam es erneut zu Unfällen – wieder Rennabbruch. Nigel Mansell siegte. Aufgrund der Sicherheitsmängel der Strecke fand fortan kein Formel-1-Rennen mehr auf dem Hochgeschwindigkeitskurs statt.
1997 Spielberg Jacques Villeneuve (Williams-Renault) Jacques Villeneuve hatte sich seine siebte Pole Position des Jahres geholt und feierte einen souveränen Sieg. David Coulthard und Heinz-Harald Frentzen komplettierten das Podium, nachdem Villeneuve’s ärgster WM-Rivale, Michael Schumacher, durch einen 10 Sek. Stop/Go Penalty nur Sechster wurde.
1998 Spielberg Mika Häkkinen (McLaren-Mercedes) Nachdem schon das Training die Reihenfolge etwas durcheinandergebracht hatte, gab es in der ersten Runde gleich mehrere Kollisionen. Michael Schumacher fightete anfangs mit Mika Häkkinen, zerstörte dann aber seinen Frontflügel. Seine Aufholjagd blieb unbelohnt und McLaren-Mercedes feierte einen Doppelsieg.
1999 Spielberg Eddie Irvine (Ferrari) Mika Häkkinen und David Coulthard crashten in Kurve 1 und der Finne fiel bis auf den letzten Platz zurück. Häkkinens eine Aufholjagd führte bis auf Platz 3, jedoch konnte das McLaren-Team aufgrund einer falschen Taktik den Sieg von Eddie Irvine (Ferrari) nicht verhindern.
2000 Spielberg Mika Häkkinen (McLaren-Mercedes) Dominator Michael Schumacher schied durch Kollision mit Ricardo Zonta, Giancarlo Fisichella und Jarno Trulli nach wenigen Metern aus. Mika Häkkinen feierte einen souveränen Sieg, aber doch McLaren-Mercedes wurden aufgrund eines fehlenden FIA-Siegels nachträglich zehn Punkte in der Konstrukteurswertung abgezogen.
2001 Spielberg David Coulthard (McLaren-Mercedes) David Coulthard holte sich den lang erwarteten Sieg. Die Geschichte des Rennens ereignete sich in der letzten Runde als der an Position 2 liegende Rubens Barrichello von Ferrari-Teamchef Jean Todt – „Let Michael pass for the championship“ – angewiesen wurde, Stallgefährte Michael Schumacher vorbei zu lassen.
2002 Spielberg Michael Schumacher (Ferrari) Rubens Barrichello dominierte alle Trainings, das Qualifying und das Rennen. Der Brasilianer sah wie der sichere Sieger aus ehe erneut kam der Befehl von Jean Todt kam Teamkollege Michael Schumacher gewinnen zu lassen. Rubinho bremste vor der Ziellinie, die Fans buhten und das Rennen wurde zum „Sieg der Schande“.
2003 Spielberg Michael Schumacher (Ferrari) Heinz-Harald Frentzen flog in Runde 1 böse ab. Zahlreiche Piloten wurden Opfer von technischen Defekten. Michael Schumachers Wagen geriet beim Nachtanken in Brand, doch die Mechaniker konnten das Feuer löschen und Schumi holte sich noch den Sieg inklusive schnellster Rennrunde.
2014 Spielberg Nico Rosberg (Mercedes) Williams-Pilot Felipe Massa hatte überraschend die Pole geholt, doch im Rennen setzte sich Rosberg im Silberpfeil durch. Der Deutsche gewann vor Teamkollege Lewis Hamilton, der nur von P9 ins Rennen gegangen war, und Valtteri Bottas. Es war das erste F1 Podium für den Finnen.

 

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