Ärger um „Abu Double“

Nico Rosberg_Lewis Hamilton_Foto MercedesAMGAufgrund der neu eingeführten Regel der doppelten Punkte beim Saisonfinale ist die WM Entscheidung noch völlig offen

Um einen weiteren Sololauf von Sebastian Vettel zu verhindern, kam F1 Boss Bernie Ecclestone die „glorreiche“ Idee, beim letzten Saisonrennen doppelte Punkte zu vergeben. Obwohl keiner dem Vorschlag so recht etwas abgewinnen konnte, stimmten die FIA und die Teams zu, da die meisten davon ausgingen, „Mr. E“ würde seine Meinung ohnehin wieder im Saisonverlauf ändern. Doch nachdem die Serie 2014 völlig anders verlief als im Vorjahr und es keinen Alleingang eines Fahrers gibt, herrscht nun vor den „zwei Rennen in einem“ Katzenjammer.

formel1fahrer-nico-rosbergNico mit breiter Brust

Verfolger Nico Rosberg brennt schon auf den ultimativen Showdown. „Es zählt nur noch volle Attacke. Ich werde bis zum letzten Meter alles geben und glaube noch immer zu 100% an den Titel.“ 17 Punkte liegt der Deutsche aktuell hinter WM-Leader und Teamkollege Lewis Hamilton, fühlt sich aber nach seinem Sieg in Interlagos „in Top-Form.“ Nach der üblichen Zählweise würde Hamilton ein sechster Platz zum Titel genügen, aber beim Wüstenrennen heimst der Sieger 50 statt 25 Zähler ein. Nur Hamilton kann aus eigener Kraft Weltmeister werden. Der Deutsche muss gewinnen und hoffen, dass Hamilton von einem weiteren Konkurrenten geschlagen wird. Rosberg hofft daher auf Schützenhilfe, besonders von den starken Williams-Piloten Felipe Massa und Valtteri Bottas. „Ich muss Felipe und Valtteri motivieren, dass sie in magischer Form sein und Zweiter werden“ scherzte der Sohn des Weltmeisters von 1982, Keke Rosberg. Platz zwei reicht Rosberg nur, wenn sein Stallgefährte maximal Sechster wird. Rang drei nur, wenn der Brite höchstens als Siebter ins Ziel kommt. Bei einem Ausfall des WM-Leaders müsste Rosberg wieder selbst zumindest Fünfter werden. Scheiden beide aus, ist Hamilton natürlich Weltmeister, denn Red Bull Pilot Daniel Ricciardo hat als WM-Dritter bereits 120 Punkte Rückstand und könnte bei einem Sieg nur 50 Zähler näher rücken.

Motor Racing - Formula One World Championship - British Grand Prix - Qualifying Day - Silverstone, EnglandLewis wenig begeistert

Dementsprechend „not amused“ ist der WM-Führende über die Sonderregel. „Ich denke nicht, dass es diese Regel gebraucht hätte, aber nun ist es so. Schade ist daran, dass alles, was Du eine Saison lang aufgebaut hast, in einem einzigen Rennen weg sein kann.“ Sir Stirling Moss, der erfolgreichste F1 Pilot ohne WM-Titel, beschrieb die Regel „als das Dümmste, das man machen kann“, und auch John Surtees, der bis heute als einziger Pilot WM Titel auf zwei und auf vier Rädern holte, hält „von dieser Regel nichts. Es verfälscht die Saison. Es wird künstlich Spannung erzeugt. So würde ich nicht gewinnen wollen.“ Auch Ex-F1-Fahrer Robert Kubica findet, „dass diese Regel wohl keiner gebraucht hätte. Wenn Du dadurch den Titel noch verlierst, dann wäre das das Schlimmste.“ Nigel Mansell, Champion von 1992, erklärt „die doppelten Punkte sind ein Unsinn. Ich weiß von 1986, dass es bis zur letzten Runde nie vorbei ist.“

Toto Wolff_Mercedes AMG PetronasToto zittert

Noch viel nervöser als seine beiden Piloten wirkt aber Mercedes Teamboss Toto Wolff, denn der Wiener hat bereits eine sprichwörtliche Kerze im Stephansdom angezündet und betet, dass sich Rosberg und Hamilton nicht wie die seinerzeitigen Stallgefährten Ayrton Senna und Alain Prost gegenseitig in die Karre fahren. „Ich kann mich noch gut an die dominante Saison von McLaren 1989 erinnern als sie alles in Grund und Boden gefahren haben. Jeder hat sich nur mehr gedacht wie die das am Saisonende lösen werden. Und diese „Lösung“ (sie crashten, Prost schied aus, Senna gewann, wurde disqualifiziert, und Prost war Champion) war aber nicht das, was wir uns vorstellen. Die beiden Jungs werden frei und voll auf Angriff fahren. Aber sie haben die Aufgabe, die Autos heil nachhause zu bringen.“

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