Abschied von Sepang

Nachdem der Vertrag zwischen Liberty Media und der malaysischen Regierung nicht verlängert wurde, ist der Grand Prix 2017 der vorläufig letzte sein

Zwischen 1962 und 1995 fanden mit Unterbrechungen 18 Große Preise von Malaysia auf als Bestandteil verschiedener Rennserien wie der Formel 2, der Formel Pacific oder der Formel Holden statt. Bekanntester Sieger war 1982 der spätere Renault und Ferrari Formel 1 Pilot Patrick Tambay. 2003 wurde der Shah Alam Circuit, auch dem auch die Motorrad-WM gastierte und Mick Doohan vier Rennsiege holte, abgerissen und in ein Areal von Luxusapartments umgewandelt. Seit 1999 wird der Malaysia GP in Sepang ausgetragen. Die 5,54 km lange Rennstrecke wurde von Hermann Tilke entworfen und zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Breite von bis zu 22 m aus. Der Formel 1 Streckenrekord von 1:34,223 Minuten von Juan Pablo Montoya aus dem Jahr 2004 hat bis heute Bestand. Achtmal stand ein deutscher Pilot auf dem obersten Treppchen, Sebastian Vettel ist mit vier Erfolgen Rekordsieger. „Wir haben mit Mr. Ecclestone und der Formel 1 in den letzten Jahren keine guten Erfahrungen gemacht. Daher werden wir uns in Zukunft auf die MotoGP konzentrieren,“ Sepang Circuit Manager Razlan Razali.

Ferrari will zurückschlagen

Und genau das ist die große Hoffnung für die Roten. Nachdem sich Ferrari anstatt des einkalkulierten Sieges in Singapur nur einen Megacrash und Karbonschrott abholte, stehen Vettel und Co. im WM-Duell gegen Lewis Hamilton und Mercedes mächtig unter Druck. Der Plan mit fetten Punkten beim Nightrace und dann in Sepang den silbernen Rivalen abzuhängen, ging für Seb schief. Bei dem von ihm ausgelösten Startcrash in Singapur hatte der Ferrari-Star sogar noch Glück, dass er ohne Bestrafung davonkam, denn es gab heuer schon für weniger harte Aktionen Rückversetzungen in der Startaufstellung des nachfolgenden Rennens. Um im Titelkampf weiterhin dranzubleiben, muss der Deutsche in Malaysia vor Hamilton ins Ziel kommen und wenn möglich auch gewinnen. „Die Geschichte in Singapur war sicher unglücklich und für uns nicht gut. Aber das ist abgehakt und nun müssen wir nach vorne schauen. Sepang liegt uns und wir werden natürlich alles tun, um dort den Sieg zu holen“, so Vettel. Aber im Vorjahr dominierte der Brite das Qualifying und auch das Rennen, bis in Runde 40 von 56 sein Mercedes-Motor hochging und Red Bull Fahrer Daniel Ricciardo den Sieg erbte. „Mit Sepang habe ich noch eine Rechnung zu begleichen. Ich denke, diesmal wäre ein sehr guter Zeitpunkt“, grinst Singapur-Sieger Hamilton.

Bullen lauern

Apropos Red Bull – die Österreicher wollen in Malaysia an ihre gute Form von Singapur anknüpfen und wieder ganz vorne mitfighten. Einen Doppelsieg wie im Vorjahr, als Ricciardo eher zufällig gewann und Max Verstappen das Duell um Platz 3 gegen Nico Rosberg für sich entschied, wird es heuer wohl eher nicht geben. Aber dennoch ist Teamchef Christian Horner durchaus zuversichtlich: „Der Kurs liegt uns trotz der beiden langen Geraden recht gut und ich denke, dass wir wieder ums Podium kämpfen werden. Wenn das Wetter wieder einmal Kapriolen schlägt, ist ohnehin alles möglich.“

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