Button mit der Nummer 1 beim DTM Finale

Jenson Button freut sich auf das Gastspiel der drei Autos aus der japanischen SUPER-GT-Serie beim Saisonfinale in Hockenheim (4.–6. Oktober). Formelaustria hat spannende Aussagen des F1 Weltmeister von 2009

Beim historischen Aufeinandertreffen treten Honda, Nissan und Lexus mit je einem Fahrzeug im Feld der 18 DTM-Autos von Aston Martin, BMW und Audi an. Prominentester Starter der Delegation aus Japan ist der aktuelle SUPER-GT-Champion Jenson Button. Der 39-Jährige fährt einen Honda NSX GT des Teams Kunimitsu mit der Startnummer 1.

Was sagst du zum „SUPER GT x DTM“-Konzept?

Ich finde es fantastisch. Ich fahre seit zwei Jahren in der SUPER GT und habe jede einzelne Minute davon genossen! Der Rennsport ist großartig und ich kann Euch bestätigen, dass es genauso hart, genauso ernsthaft zugeht wie im Formelsport. Solche Projekte umzusetzen, ist nicht einfach, vor allem die Detailarbeit. Klar, für uns ist es sehr spannend, auf einem neuen Kontinent und einer neuen Rennstrecke zu fahren. Für mich heißt es: zurück nach Europa. Außerdem betrachte ich es als eine tolle Chance, gegen Audi und BMW und die Power der DTM anzutreten.

Was bedeutet es für dich, erstmals nach so langer Zeit wieder in Deutschland zu fahren?

Ich bin schon so alt, dass ich sogar noch am alten Hockenheimring gefahren bin (lacht). Das werde ich nie vergessen: die wahnsinnig langen Geraden, mit Vollgas in den Wald, mit dem kreischenden V10 im Rücken… Andererseits mag ich auch die neue Strecke. Dort habe ich einige schöne Rennen erlebt. 2004 stand ich dort auf dem Podium, obwohl ich wegen eines Motorwechsels zurückversetzt worden war. 2012 hatte ich ein tolles Rennen gegen Seb (Vettel).

Welche DTM-Fahrer kennst du?

Natürlich Paul (Di Resta), weil wir zusammen in der Formel 1 gefahren sind. Als ich noch in Monaco lebte, sind wir uns oft begegnet. In Hockenheim fahren wir erstmals seit Le Mans 2018, wo wir beide an den Start gingen, mal wieder in einem Rennen gegeneinander. Auch Timo (Glock) kenne ich von der Formel 1 und ich erinnere mich noch an Jamie Green aus dem Kartsport. Seit ich denken kann, gilt die DTM als hochprofessionelle Serie mit hohem fahrerischen Niveau. Ich kann mich noch erinnern, als Mika Häkkinen und David Coulthard dort fuhren. Ich weiß, dass René Rast gerade den Titel gewonnen hat, und dass sowohl Gerhard Berger als auch Keke Rosberg eine sehr hohe Meinung von ihm haben.

Du fährst mit der Startnummer 1. Was bedeutet das für dich?

Das ist, als ob man mit einer größeren Zielscheibe auf dem Rücken fahren würde! Es ist immer ein Privileg, mit dieser Nummer fahren zu dürfen. Ich wusste gar nicht, dass ich die Nummer 1 bekomme, das ist also wirklich cool. Natürlich will man jedes Rennen gewinnen, bei dem man an den Start geht. In der SUPER GT sind wir dazu in der Lage, aber offen gesagt, muss ich in Hockenheim nicht um jeden Preis gewinnen.

Konntest Du in Deiner Zeit in der SUPER GT und auch der WEC wachsendes Interesse für Sportwagen- und GT-Rennen?

Als ich noch Formel 1 fuhr, habe ich immer gesagt, dass ich Rallycross fahren möchte, auch weil das mein Vater immer gemacht hat. Es sah auch immer nach Spaß aus. Dazu ist es bislang nicht gekommen – noch nicht. Als die Chance kam mit Honda SUPER GT zu fahren, sagte mir das auch sofort zu. Der Rennkalender ist nicht so umfangreich, besonders im Vergleich zur Formel 1. Die Autos sind genial und das Konzept einer GT-Langstreckenserie gefällt mir sehr. Natürlich stellt die Formel 1 alle anderen Serien in den Schatten, aber ich bin überzeugt, dass es für Serien wie SUPER GT, WEC und DTM noch Möglichkeiten gibt, eine größere Reichweite zu erzielen.

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