„Würde mir keine Yacht kaufen“

Rene Binder_Arden International_GP2_Foto ENIKGP2 Pilot Rene Binder über Monaco, den Flair im Sog der Superreichen und die Herausforderungen im Fürstentum.

Die GP2 gastiert in der dritten Runde in Monaco. Für Rene Binder (Arden International) ist Monaco ein guter Boden. Im Vorjahr feierte er hier sein Debüt und schaffte es gleich zwei Mal in die Punkteränge.

Was macht für dich die Faszination Monta Carlo aus?

Binder: „Am meisten fasziniert mich die Stimmung am Abend, wenn die Leute auf den Straßen Partys feiern. Dort, wo wir ein paar Stunden später wieder mit mehrl als 250 Sachen unterwegs sind. Die Atmosphäre mit all den Yachten und schönen Autos ist schon einzigartig. Man findet das nur in Monaco.“

Wie schwer ist es, die 612 PS auf den engen Straßen zu beherrschen und welche Kurve bzw. Passage ist die fahrerisch anspruchsvollste?

Binder: „Es ist auf jeden Fall ein ganz anderes Rennfahren als auf einer permanenten Strecke. Man kann insbesondere im ersten, zweiten und dritten Gang nicht einfach Vollgas geben, sondern muss das Gaspedal mit viel Feingefühl behandeln. Eine einfache Passage gibt es nicht. Jede Kurve hat seine Tücken und wenn man die Bodenwellen und Unebenheiten nicht genau kennt, hat man ein Problem.“

Die Strecke verzeiht keine Fehler. Wie bereitet man sich mental auf diese Gratwanderung vor?

Binder: Ich gehe einfach locker an die Sache heran und übertreibe es vor allem in den ersten zwei Runden im freien Training nicht. Das heißt zuerst zwei, drei Runden das Gefühl für die Nähe zu den Leitschienen bekommen und erst dann richtig Gas geben. Mit Gewalt geht auf dem Kurs rein gar nichts.“

Der Grand Prix von Monaco ist auch ein Schaulaufen der Superreichen und du bist selbst auf einer Luxusyacht geladen. Wie wohl fühlt sich ein bodenständiger Zillertaler in dieser Glitzerwelt?

Binder: „Flair und Umgebung gefallen mir und ein Mal im Jahr ist das schon ein tolles Erlebnis. Um eine Yacht bin ich allerdings niemandem neidisch. Die würde ich mir nicht einmal zulegen, wenn ich das Geld hätte. Dann schon lieber einen Supersportwagen.“

Du bist seit sechs Monaten Teil von Arden International Motorsport. In welchen Bereichen hast du dich als Fahrer am stärksten weiterentwickelt?

Binder: „Ich habe im letzten halben Jahr viel gelernt. Vor allem fahrerisch und verstehe nach den ersten beiden Rennen viel mehr als letztes Jahr in Bezug auf Autoabstimmung. Im Rennen war ich immer schon gut, aber in den nächsten Rennen gilt es jetzt das Auto-/Fahrerpaket noch einmal zu verbessern, damit wir auch im Qualifying unter die Top zehn kommen.“

Rene Binder liegt in der GP2 Gesamtwertung aktuell auf Platz 15. Der Tiroler hat drei Punkte am Konto. Führender ist der Brite Jolyon Palmer (DAMS) mit 70 Zählern.

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