Wolff: „Habe immer an Kimis Erfolg geglaubt“

Toto Wolff hat auf den Werdegang von Kimi Antonelli bei Mercedes zurückgeblickt, nachdem der Italiener beim Grand Prix von Mexiko-Stadt seinen ersten Formel-1-Titel gewonnen hat.

Mt P3 in Mexiko sicherte sich Antonelli in seiner erst zweiten F1 Saison den Weltmeistertitel, Auf dem Weg dorthin feierte er heuer bislang insgesamt neun Grand-Prix-Siege.

Nach einer recht holprigen Debütsaison des Italieners, in der er zehn Rennen ohne Punkte geblieben war, kam zahlreiche Kritik an ihm und Mercedes-AMG Petronas F1 Team Chef Wolff auf.

„Kimi damals in die Formel 1 hochzuziehen, war immer ein kalkuliertes Risiko, kein echtes Risiko,“ hielt Wolff nun dagegen.

„Es ist unglaublich. Man muss sich fast kneifen, denn es kommt einem vor, als wäre er erst gestern als Elfjähriger in der Kart-Nachwuchsserie in der Garage gewesen. Die Zeit vergeht so schnell“, sagte der Österreicher.

„Er hat die Nachwuchs-Formelklassen gewonnen, dann folgte ein schwieriges Jahr in der F2 – und schon kamen erste Zweifel auf. Als mir Lewis [Hamilton] dann sagte: ‚Ich gehe zu Ferrari‘, war meine sofortige Reaktion: Wir müssen ihn ins Auto setzen. Doch es gab viele Zweifler.“

Wolff gab Preis, dass „zwei Sponsoren uns damals sogar verlassen haben. Sie fragten sich: ‚Wer ist dieser Junge?‘ Andere sind uns bis heute treu geblieben; einige sind jetzt hier und erleben den Erfolg hautnah mit – nach diesem schwierigen Jahr.“

„Viele sagten, er gehöre noch gar nicht in die Formel 1, er solle besser bei einem kleineren Team fahren. Zehn Rennen ohne Punkte, die Tränen in Spa – und jetzt das! Ich bin einfach unglaublich stolz auf das gesamte Team: Alle haben weiterhin an ihn geglaubt, und er hat geliefert.“

Laut Wolff ist Antonelli auch abseits der Strecke ein absoluter Gewinn für die Silbernen.

„Er hat offensichtlich eine sehr gewinnende Art im Umgang mit dem Team. Wir haben es hier mit sehr reservierten, unemotionalen Engländern zu tun. Und dann kommt dieser italienische Junge, der anfängt, jeden in der Garage zu umarmen. Man konnte richtig sehen, wie sich dadurch die Atmosphäre veränderte – jetzt umarmen sich sogar die Briten untereinander, was schon ein seltsamer Anblick ist.“

„Er ist noch ein Kind. Er ist 20 Jahre alt. Wenn man ihn fahren sieht – seine Reife, den Umgang mit den Partnern –, dann ist es umso schöner zu sehen, dass er an seinem Geburtstag in einen Wasserpark geht. Ich fragte mich: ‚Wo ist Kimi? Ich muss mit ihm sprechen.‘ – ‚Kimi ist mit seinen Freunden im Wasserpark.‘ Wir finden das großartig.“

 

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