Weltenbummler Zoechling spricht übers Porsche Cup Comeback

Christopher Zöchling ist in der Steiermark geboren. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er aber im Ausland und sprach Englisch. Im Interview mit Porsche spricht Zöchling über seine Kindheit, seine Rennfahrer-Karriere, und seinen Formel 1 Job

Chris, Du bist gebürtiger Österreicher, aber deine Muttersprache ist Englisch. Wie das?

Genau, meine Eltern stammen aus Österreich und ich bin auch dort geboren. Meine Kindheit habe ich aber im Ausland verbracht und die ersten acht Jahre in Westafrika gelebt. Dort bin ich englischsprachig aufgewachsen, aber ich spreche auch deutsch und französisch. Danach ging es weiter in die Türkei und seit rund 20 Jahren wohne ich in Dubai. Ich bin es also gewohnt, aus dem Koffer zu leben.

Wie kamst Du eigentlich zum Motorsport?

Unsere Urlaube haben wir regelmäßig in Österreich verbracht. Dort habe ich auch mit dem Kartfahren begonnen. Mein Vater war immer schon motorsportbegeistert und ist selbst in der Formel König gefahren. Wir waren früher gemeinsam bei Formel-1-Rennen in Jerez und Monaco. Meine ersten Kartrennen bin ich 2001 gefahren. Aus dem Hobby wurde eine große Leidenschaft und zwei Jahre später war ich Vizemeister in der deutschen Viertakt-Kart Meisterschaft.

Dann folgte eine Periode im Formelsport, unter anderem auch in den USA.

2007 und 2008 bin ich in der Atlantic Championship gefahren, dazu gibt es eine lustige Geschichte. Bei einem unserer ersten Teamtreffen in einem Café in Toronto kam damals plötzlich Frankie Muniz, der Hauptdarsteller aus der Comedy-Serie „Malcolm mittendrin“, zu uns an den Tisch. Ich hatte ihn sofort erkannt und wollte unbedingt ein Foto mit ihm machen. Was ich damals nicht wusste: Er war mein neuer Teamkollege. Mein Teamchef hat mich dann aufgeklärt. Frankie und ich haben bis heute immer mal wieder Kontakt. (2008/9 fuhr Zöchling als Teamkollege von Jacques Villeneuve im arabischen NASCAR Ableger, der Speedcar Series).

Nun bist Du seit vielen Jahren in den Porsche Markenpokalen aktiv. Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Rennen?

Auf jeden Fall, das war 2013 für Konrad Motorsport. Damals kam Franz Konrad auf mich zu, weil er spontan ein Fahrzeug neu besetzen musste. Mein erstes Rennen im Porsche Carrera Cup Deutschland bin ich direkt auf der legendären Nürburgring Nordschleife gefahren.

Du hast inzwischen viele Cup-Fahrzeuge kennengelernt. Wie gefällt Dir der aktuelle Porsche 911 GT3 Cup?

Für Konrad Motorsport bin ich die Modelle 997 und 991 Generation 1 gefahren. Außerdem war ich auch im 991 Generation 2 am Start. Das Cup-Fahrzeug ist sowas wie mein zweites Zuhause. In den ersten Rennen musste ich beim Schalten noch manuell mit Zwischengas arbeiten. Der aktuelle Porsche 911 GT3 Cup hat nochmal mehr Leistung und auch merklich an Aerodynamik gewonnen. Die Geometrie des Fahrzeugs hat sich verändert, da der Motor etwas weiter vorn sitzt und die Front deutlich breiter geworden ist.

Warum hast Du Dich für ein Comeback im Carrera Cup entschieden?

Alex Fach hat einen Fahrer gesucht, der die notwendige Markenpokal-Erfahrung mitbringt. Wir kennen uns seit 2015. Damals habe ich für Fach Auto Tech auf dem Red Bull Ring mein erstes Rennen im Porsche Mobil 1 Supercup gewonnen. Für mich war wichtig, dass ich diese Saison im Carrera Cup und im Supercup fahren konnte. Wenn du vorne angreifen möchtest, musst du das Fahrzeug so gut wie möglich kennen.

Du bist aber nicht nur Rennfahrer, sondern hast auch einen coolen Job im Rahmen der Formel-1.

Ich betreue Gästegruppen des F1 Paddock Club, was mir große Freude bereitet. Der ehemalige Supercup-Fahrer Sam Power hat mich 2017 kontaktiert und seitdem moderieren wir bei ausgewählten Formel-1- Events Touren durch die verschiedenen Fahrerlager, beispielsweise vom Porsche Mobil 1 Supercup.