Was macht Fernando?

Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Preparation Day - Budapest, HungaryFernando Alonso steht 2015 noch ohne Cockpit da und Red Bull Motorsportdirektor Helmut Marko hat die „Silly Season“ massiv beeinflusst

Auch wenn Ferrari die Vertragsunterzeichnung mit Sebastian Vettel noch nicht offiziell bestätigt hat, so scheint der Abgang von Fernando Alonso bei der Scuderia wohl beschlossene Sache. Doch aus dem großen Gagenpoker dürfte für den Spanier – und auch für andere Piloten – heuer nichts werden. Denn Fernando glaubte wohl, dass er nach dem Vettel-Umzug nur „Sesam öffne Dich“ rufen würde müssen, und bei den anderen Teams Tür und Tor aufgingen. Doch weit gefehlt, denn Red Bull Mann Helmut Marko hat mit der „Beförderung“ von Daniil Kvyat die normalen Mechanismen des F1 Marktes torpediert.

Kein Pokern mehr

Ab sofort sind Gehaltsforderungen in bislang üblicher Höhe nicht mehr zu erwarten, denn eines der Topteams hat nun zwei äußerst günstigen Leuten das Vertrauen gegeben. Dies durchkreuzt vor allem die Pläne Alonsos, aber auch Lewis Hamiltons. Alonso hat keine wirkliche Verhandlungsposition mit McLaren, denn das Team aus Woking ist der einzige freie Topsitz, und damit seine einzige realistische Wahl für 2015. Dies umso mehr als Hamilton bei den Silberpfeilen für kommende Saison bestätigt ist. Doch wenn es einen billigen Alonso auf dem Markt gibt, muss auch Hamilton billiger werden. Und Jenson Button ohnehin, will er noch ein Jahr in der Formel 1 bleiben. Vettel wird der bestbezahlte Fahrer in der Formel 1 für die nächsten Jahre sein, aber die Tage der Megagehälter sind – vorerst – vorbei. Die Gehälter sind immer noch hoch, aber indem Red Bull zwei billige junge Fahrer holte, stürzten die Summen ab.

87122573947223692Auf Dauer nach Woking?

McLaren und Alonso wird keine Traumhochzeit, sondern eine aufgewärmte Beziehung unter neuen Vorzeichen und mit Narben. Zudem steht über der Konkurrenzfähigkeit von McLaren-Honda 2015 natürlich ein Fragezeichen. Und wenn der Spanier nicht glücklich ist, beginnt er immer zu meckern und Unruhe ins Team zu bringen. Aber die Tatsache bleibt, dass er ein fantastischer Fahrer ist und ein Team auch entwickeln kann. Wenn Alonso zu McLaren kommt, muss ein aktueller Fahrer gehen. Das wird wohl Jenson Button treffen, der bereits beginnt über ein Sportwagen-Engagement zu spekulieren. Es wäre schade, ihn aus der Formel 1 zu verlieren, aber nach 14 Jahren kommt irgendwann der Moment, wo es genug ist. Wie ihn sein Kumpel Mark Webber, der heuer bei Porsche fährt, bereits wissen ließ, ist bei den „Autos mit Deckel drauf, das Leben einfacher, die Siege ebenso wertvoll und es gibt Le Mans“.

Auszeit mit Coup?

Angeblich hat Fernando versucht sich bei Mercedes für die Saison 2016 hinein zu reklamieren. Aber erstens ist nicht sicher, dass Lewis ein Siegerauto aus der Hand geben würde, und McLaren will mit Alonso keinen One Night Stand, sondern eine echte Ehe. Bliebe also nur noch ein Jahr Auszeit um dann 2016 – vielleicht sogar mit „F1 Phantom“ Audi – anzugreifen. Doch beide Varianten haben für Vierfach-Champion Alain Prost ihre Tücken: „Wenn man zu McLaren geht, muss man motiviert sein und mehr als ein Jahr bleiben, da es schwer wird, im ersten Jahr zu gewinnen. Ein Sabbatical macht hingegen nur Sinn, wenn man weiß, was man als nächstes machen wird. Man kann es machen, wenn man für 2016 bei Mercedes unterschrieben hat. So war es bei mir, ich war bei Williams (1993)“, so Prost.

Posted in ,

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar abgeben zu können.