Trotz des nächsten Doppelsiegs der Silberpfeile ist der eigentliche Star des Grand Prix von Belgien Lotus-Pilot Romain Grosjean
Mercedes holte sich durch Lewis Hamilton den erst zweiten Erfolg – zuletzt Juan Manuel Fangio 1955 – in den Ardennen und der Weltmeister zog in der Gesamtwertung mit dem sechsten Saisonsieg weiter davon. Mit dem 39. Rennsieg sicherte sich der Brite auch sein 80. Podium und zog damit in der ewigen Wertung mit dem großen Ayrton Senna gleich. „Nico fuhr ein sehr gutes Rennen und war schnell, aber ich fand immer eine Antwort. Es war ein perfektes Wochenende für unser Team“, so Hamilton. „Der Start war nichts, der Wagen war klasse, und ich gab alles, aber Lewis war heute einfach schneller“, so Rosberg, der sofort zum Helikopter rannte, um mit seiner Frau Vivien der Geburt ihres ersten Kindes beizuwohnen.
Doch die Sensation des Tages lieferte Romain Grosjean, der den Lotus aufs Podium fuhr. Am Samstagvormittag stand noch der Gerichtsvollzieher in der Box, denn Ex-Pilot Charles Pic klagte das Team auf Vertragsbruch. Nach der Quali folgte noch ein teaminterner Streit mit Pastor Maldonado. Also wahrlich keine guten Vorzeichen gerade auf jener Strecke auf der eben dieser Grosjean 2012 eine böse Start-Karambolage in La Source verursachte und danach für ein Rennen gesperrt wurde. In der Folgesaison konnte er mit dem damals starken Lotus und mehr Ruhe sein wahres Potenzial zeigen und holte sechs Stockerl, mit Platz 2 in den USA als Topergebnis. Nun ist der Franzose wieder retour und völlig begeistert: „Es ist unfassbar. Das Qualifying war gut und heute aufs Podest zu fahren, trotz des Penaltys in der Startaufstellung ist einfach überirdisch.“
Es war ein attraktives Rennen in dem die Jungstars aufzeigen konnten. Red Bulls Nummer 2 Daniil Kvyat wurde nach einem bärenstarken und geduldigen Rennen guter Vierter, wodurch er auch Teamleader Daniel Ricciardo, der mit Defekt ausschied, in der WM-Wertung überholte. Max Verstappen zeigte beim halben Heim-Grand Prix – seine Mutter ist Belgierin – ganz großes Kino mit tollen Überholmanövern und stürmte von weit hinten im Feld bis auf P8. Sergio Perez schenkte Force India auf deren Lieblingsstrecke mit Platz 5 ein nächstes Highlight und auch Platz 10 von Marcus Ericsson mit dem lahmen Sauber ist ein Erfolg.
Ein Wochenende zum Vergessen wurde es für Ferrari, Williams und McLaren. Die Roten hatten Sebastian Vettel Dank riskanter Ein-Stopp-Strategie lange auf Podiumskurs, doch zwei Runden vor Schluss explodierte der rechte Hinterreifen des Deutschen und aus war der Traum. „Die Vorgabe von Pirelli war, dass der Reifen 40 Runden hält und wir hatten knapp 30 drauf. Wenn das 200m früher passiert, knall ich mit 300 km/h in die Wand“, wetterte Vettel. Stallgefährte Kimi Räikkönen, der von weit hinten losfahren musste, kam dann nur mehr auf Rang 7. Ähnliches gilt für Williams, die sich mit ihrem großen Heckflügel verzockt haben und so nur die Ränge 6 und 9 einfahren konnten. Peinlich: beim Boxenstopp wurden Valtteri Bottas drei weiche und ein harter Reifen aufgezogen. McLaren war trotz doppeltem Motortausch weit weg von der Musik, auf der Kemel Geraden rund 15 km/h zu langsam.
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