Viele rechneten in Spielberg wohl damit, dass der zweitplatzierte Räikkönen früher oder später auf Anordnung von Ferrari den Platz mit Teamkollegen Vettel tauschen wird – worauf die Scuderia jedoch verzichtete. Ex-F1-Boss Bernie Ecclestone spricht von ‚hoher sportlicher Fairness‘.
Zur Überraschung vieler Fans verzichtete ausgerechnet Ferrari auf die teaminterne Anordnung, Sebastian Vettel an Kimi Räikkönen vorbei zu lassen. Lob gab es dafür unter anderem von Bernie Ecclestone: „An Ferraris Sportsgeist können sich alle ein Beispiel nehmen.“
Vor dem GP von Großbritannien scheint das Team aus Maranello alte Gewohnheiten fallen zu lassen, und das mitten im WM-Kampf mit Mercedes und Lewis Hamilton. Denn am vergangenen Wochenende durfte Kimi Räikkönen den zweiten Platz doch tatsächlich behalten, der Finne musste seinen Teamkollegen Vettel nicht passieren lassen, obwohl dieser um die Weltmeisterschaft kämpft.
Ecclestone rechnet den Roten diesen Verzicht auf ein Eingreifen des Teams hoch an: „Es wäre einfach gewesen, Vettel kurz vor Schluss vorbeizuwinken“, sagte der 87-Jährige gegenüber ‚Sport Bild‘. „Aber Ferrari verzichtete darauf. Damit hielten sie nicht nur die sportliche Fairness hoch, sondern auch die Moral von Kimi.“
Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hält die Entscheidung ebenfalls für richtig und war darüber auch ’nicht überrascht‘. „Für den ganzen Sport, die Fahrer und auch die Fans wäre es eine brutale Entscheidung gewesen. Wir hätten es auch nicht getan.“
Vettel führt vor Hamiltons Heimrennen in Silverstone nun also mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Briten das WM-Klassement an, nach einem Platztausch mit Räikkönen hätten es 4 sein können. Sollte er die WM am Ende für sich entscheiden können, wird dieser Titel also umso mehr wert sein.
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