Toyota-Ausfall ebnete Audi-Doppelsieg in Le Mans

 Alexander Wurz-Stephane Sarrazin-Kazuki Nakajima_Toyota Racing_Toyota TS 040 - Hybrid_Foto John RourkeIm 24 Stunden Rennen von Le Mans feierte Audi seinen 13. Triumph im 16. Anlauf mit einem Doppelsieg. 

 

 

 

Audi nur Geheimtipp in Südfrankreich

Vor dem Rennen war Audi bestenfalls ein Geheimtipp: Die drei R18 e-tron quattro konnten im Zeittraining den Speed des LMP1-Gegners Toyota nicht mitgehen. Doch Audi hatte früher schon Rennen in Le Mans gewonnen, obwohl der zeitliche Rückstand noch größer ausfiel als 2014. Wenn man nicht mit purem Speed gewinnen kann, dann halt mit den Defensivwaffen des Motorsports: Zuverlässigkeit, Konstanz, Strategie. Das aber bedeutet auch: Man ist auf das Missgeschick der Gegner angewiesen.

Dank Toyota-Ausfall zum Sieg

Und genau so sollte es auch kommen: Die ersten drei Rennstunden sahen zwei heftige Regenschauer, die jeweils auch Safety-Car-Phasen auslösten. Toyota-Pilot Nicolas Lapierre entglitt sein TS040 Hybrid bei strömenden Regen auf Slick-Reifen, damit war der erste Gegner aus dem Rennen. Allerdings auch ein Audi, denn Marco Bonanomi wurde zeitgleich unverschuldet in eine Auffahrkollision mit einem GT-Ferrari verwickelt, er konnte das Auto nicht mehr an die Box zurückbringen.

Bis dahin war das Bild einigermaßen klar. Bei trockenenen Bedingungen konnte Toyota seinen überlegenen Speed in eine klare Führung ummünzen, dahinter stritten sich die beiden Porsche 919 Hybrid und die zwei verbliebenen Audi R18 e-tron quattro um die Verfolgerplätze. Der Toyota mit der Startnummer 7 von Alexander Wurz, Kazuki Nakajima und Stéphane Sarrazin hatte fast 14 Stunden alles im Griff, der Vorsprung auf den später siegreichen Audi mit der Startnummer 2 betrug über zwei Minuten. Doch dann gegen 5.00 Uhr morgens rollte der Toyota TS040 in Arnage aus: Ein schadhafter Sensor hat vermutlich einen Kurzschluss in der Elektrik ausgelöst, woraufhin das Motorsteuergerät in Brand geriet – Feierabend.

Damit war der Weg eigentlich für Audi frei, es kam jedoch anders. Der Turbolader beim Audi mit der Nummer zwei musste gewechselt werden, dies dauerte 22 Minuten und der Rückstand betrug drei Runden auf die Audi-Teamkollegen, die den Platz an der Sonne nur kurze Zeit genießen konnten. Denn auch bei ihnen musste der Turbolader gewechselt werden, so war plötzlich der Porsche mit der Nummer 20 in Führung. Diese hielt aber nicht lange an, weil der Porsche nicht die Leistung und Geschwindigkeit der Audis mit gehen hat können.

Audi mit dem zuverlässigsten Auto zum Sieg

Damit kam Audi – trotz der Zuverlässigkeitsprobleme mit den Turboladern – mit dem insgesamt dennoch zuverlässigsten Auto zum Doppelsieg: André Lotterer, Benoît Tréluyer und Marcel Fässler siegten mit drei Runden Vorsprung auf den Schwesterwagen von Tom Kristensen, Marc Gene und Lucas di Grassi, auf Platz drei folgte der Toyota. „Wir haben in Le Mans schon viele spannende Rennen erlebt und große Siege gefeiert, aber diese Erfolg hat einen ganz besonderen Stellenwert“, sagt Audi-Chef Rupert Stadler angesichts der starken Rivalen Toyota und Porsche.

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