Während die Trauer um den viel zu früh verstorbenen Jules Bianchi allen in den Konochen steckt, geht der WM-Fight am Hungaroring weiter
Am vergangenen Wochenende verstarb das französische Supertalent Jules Bianchi neun Monate nach seinem bösen Crash im Grand Prix von Japan an den Spätfolgen. Er ist das 26. Formel-1-Opfer durch einen Unfall an einem GP-Wochenende seit der WM-Einführung 1950 und das erste seit Imola 1994 als Ayrton Senna und Roland Ratzenberger den Tod fanden. Daher steht das Rennen in Budapest kommenden Sonntag unter einem dunklen Stern.
Manor-Teamchef John Booth nahm mit bewegenden Worten von seinem Ex-Fahrer Abschied. „Man kann die enorme Trauer in unserem Team an diesem Morgen nicht in Worte fassen“, so Booth, „er hat eine unauslöschliche Spur in unser aller Leben hinterlassen und wird immer Teil dessen sein, was wir erreicht haben. Jules war ein brillantes Talent und für große Dinge in unserem Sport vorherbestimmt. Leider hat man ihn uns viel zu früh genommen.“ Auch sein letzte Teamkollege, Max Chilton, war geschockt und twitterte: „Worte können nicht beschreiben, was seine Familie und der Sport verloren haben. Es war eine Freude, dich gekannt und mit dir Rennen gefahren zu haben.“ bei Marussia Bianchis letzter Teamkollege.Trotz tiefer Betroffenheit müssen sich die Piloten wieder auf ihre Jobs konzentrieren und voll angreifen. „Es wird sicher kein leichtes Wochenende, denn unsere Gedanken sind alle bei Jules und seiner Familie. Aber als Profis müssen wir zusehen, in Budapest einen Topjob abzuliefern“, so Routinier Fernando Alonso.
Silbernes Duell geht weiter
Während WM-Leader Lewis Hamilton noch den Jubel der 140.000 Fans beim Heimsieg in Silverstone im Ohr klingt, bedauert Stallgefährte und Rivale Nico Rosberg den Ausfall des Deutschland GP. „Das ist echt schade, denn das Rennen in Deutschland war immer ein Highlight in der Saison. Mit dem Silberpfeil da zu gewinnen, ist ein unglaubliches Erlebnis“, so der gebürtiger Wiesbadener. Erstmals seit 55 Jahren findet in dieser Saison kein Formel-1-Rennen in Deutschland statt. Nun konzentriert sich Nico voll und ganz auf den Hungaroring. „Ich weiß bei jedem Rennen: Wenn ich einen guten Job mache, kann ich gewinnen. Es wird wieder ein ganz enges Duell mit Lewis.“ In der Weltmeisterschaft liegt der Deutsche nach neun Saisonrennen mit 177 Zählern 17 Punkte hinter Hamilton (194).
B
ullen-Trendwende?
Bei Red Bull setzt man nach der bisherigen Katastrophen-Saison beim halben Heim-Grand-Prix aufs Ganze. So baute man beim Rennen in Spielberg bei beiden Autos die fünfte Antriebseinheit ein und nahm so Strafversetzung in Kauf um am engen Hungaroring vorne mitmischen zu können. „Ungarn wird unsere stärkste Strecke des Jahres sein, also müssen wir so weit vorne wie möglich starten“, legt Teamchef Christian Horner die Stoßrichtung fest. Die Schwächen des Renault-Motors machen auf dem winkeligen Puszta-Kurs, der in der Szene als „Monaco ohne Mauern“ bezeichnet wird, weniger aus und so erhofft man sich Ähnliches wie im Fürstentum. An der Cote d’Azur schafften es Daniil Kwjat und Daniel Ricciardo mit P4 und P5 beinahe aufs Podest. „Ich liebe die europäischen Sommerrennen mit hohen Temperaturen“, schwärmt Ricciardo, der im Vorjahr in Budapest einen überraschenden Sieg feiern konnte.
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