Seit 2018 ist der Frankreich GP wieder am Formel 1 Kalender. Im Vorjahr siegte Lewis Hamilton, doch die Strecke in Paul Ricard sollte den Ferraris liegen
Seit letzter Saison ist der Grand Prix von Frankreich, eines der sieben Rennen aus dem Gründungsjahr der Formel 1 1950, wieder fix im Rennkalender. Gefahren wird auf dem Circuit Paul Ricard, vielen Motorsportfans besser in Erinnerung als Le Castellet, wo schon Niki Lauda 1975 im Ferrari siegte. Die Strecke in der Wein- und Sandgewinnungsgegend wurde Pastis Produzent Paul Ricard gebaut, der schon früh den Nutzen von Sportgroßveranstaltungen als Werbeplattform erkannte. Da gewöhnliche Werbung für Alkohol in Frankreich zu diesem Zeitpunkt verboten war, nutzte er den Sport. Er war der erste Sponsor der Tour de France im Jahr 1948 und investierte später in die Formel 1 und den Motorradsport. Mit der Errichtung der Rennstrecke wollte er auch aufzeigen, um wie viel mehr private Firmen in Sachen Infrastrukturbau leisten können, als der aus seiner Sicht korrpute und schwerfällige Staatsapparat. Sein Anislikör wird auch heute noch erfolgreich unter dem Label Pernod Ricard vertrieben.
Industrieller als Urheber
Der Circuit Paul Ricard wurde unter Mithilfe der Formel 1 Piloten Henri Pescarolo und Jean-Pierre Beltoise in nur zehn Monaten entworfen und gebaut. Die beeindruckendsten Merkmale waren die ursprünglich 1,6 km lange Mistral-Gerade -ähnliches gab es bis dahin nur in Le Mans und Reims, wo allerdings auf öffentlichen Landstraßen gefahren wurde -und die Mutkurve Signes. Bei der Eröffnung 1970 galt Paul Ricard als neuer Maßstab für Rennstreckenführung und -sicherheit, mit damals noch seltenen Curbs und großen Kiesbetten. Im Laufe der Jahre wurden die Rennwagen aber zu schnell für die Strecke und die Sicherheitsmaßnahmen gerieten an ihre Grenzen. Nach dem tödlichen Unfall von Supertalent Elio de Angelis bei Testfahrten 1986 wurde die Mistral verkürzt und die ursprüngliche Variante nicht mehr verwendet.
Hamilton Rückkehr-Sieger
Beim Comeback der Formel 1 im Vorjahr wurde erstmals wieder auf der großen 5,8 Kilometer langen Schleife gefahren. Sieger Lewis Hamilton brannte gleich einen neuen Durchschnittsgeschwindigkeitsrekord in den Asphalt. Der Brite spulte die 53 Runden im Schnitt mit 206,026 km/h ab und überbot damit die alte Bestmarke von Alan Jones aus dem Jahr 1980 um satte drei Stundenkilometer. Mit seinem Rennsieg übernahm Hamilton wieder die WM-Führung von Sebastian Vettel, denn der Ferrari-Pilot hatte gleich nach dem Start in einer Rempelei Valtteri Bottas gedreht und sich dabei den Frontflügel ramponiert sowie eine 5-Sekunden-Strafe abgeholt.
Gute Karten für Rot
Heuer könnten die Karten aber unterschiedlich gemischt sein, denn Paul Ricard ist eine High-Speed-Strecke und beim absoluten Tempobolzen hat Ferrari die Nase vorne gegenüber Mercedes. Im letzten Jahr hat sich auch Red Bull Racing beachtlich geschlagen, also muss man auch auf die Bullen achten. Eine wesentliche Rolle könnte auch das Wetter spielen, denn in Le Castellet ist der Wind immer stark und die Vorhersage hat Gewitter und ein 50%ige Regenwahrscheinlichkeit am Radar.
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