Entlastung für Nico Rosberg: Laut Rennleiter Charlie Whiting stützen die Telemetriedaten seine Darstellung, nachdem er sich vor der Mirabeau verbrämst hat.
Die Frage, ob Nico Rosberg in der Schlussphase des Qualifyings zum Großen Preis von Monaco versehentlich oder absichtlich in den Notausgang der Mirabeau-Kurve gefahren ist, beschäftigt die Formel-1-Welt auch drei Tage später immer noch. Während Lewis Hamilton weiterhin die Meinung vertritt, Nico Rosberg habe vorsätzlich die gelben Flaggen provoziert, um ihn an einer schnellen Runde zu hindern, stützen die Telemetrieaufzeichnungen indes die Aussage des Deutschen, er sei am Limit unterwegs gewesen und habe einen Fahrfehler gemacht.
Aussage stimmt mit Telemetrie überein
Laut Rennleiter Charlie Whiting habe Nico Rosberg die Mirabeau-Kurve in der fraglichen Runde zehn Meter später angebremst, als noch im Umlauf zuvor. Das berichtet das Fachmagazin ‚auto, motor und sport‘. Dies deckt sich mit der Aussage Rosbergs nach dem Qualifying. „Ich habe den Bremspunkt verpasst, fuhr über eine Bodenwelle, eines der Vorderräder blockierte und dann hatte ich nur noch die Möglichkeit, in den Notausgang zu fahren“, hatte er erklärt.
Hamilton und Rosberg fuhren am absoluten Limit
„Ich wusste, dass Lewis mir auf den Fersen war. Ich wollte meine Runde übertreffen und habe es übertrieben“, hatte Nico Rosberg gesagt. Das stimmt mit den weiteren Datenaufzeichnungen überein. So durchfuhr Nico Rosberg laut ‚auto, motor und sport‘ den Messpunkt auf der Geraden zwischen Casino-Kurve und Mirabeau-Kurve mit 215,6 statt in der Runde zuvor mit 208,7 km/h. „Das korrespondiert mit den Telemetriedaten an anderen Streckenpunkten. Beide Mercedes-Fahrer haben auf ihrer letzten Runde Ste. Devote um jeweils acht Meter später angebremst. Das spricht dafür, dass sie volles Risiko gegangen sind“, wird Charlie Whiting zitiert. Auf Grundlage dieser Daten entschieden die Rennkommissare schließlich, keine weiteren Maßnahmen gegen Nico Rosberg zu ergreifen.
Merkwürdige Lenkbewegungen am Kurveneingang
Bleiben noch die ungewöhnlichen Lenkbewegungen des Deutschen während des Bremsvorgangs, über die sich offenbar auch Lewis Hamilton wunderte. „Ich wünschte, Ihr könntet die Telemetriedaten sehen. Ich habe gestern Abend etwas gesehen. Darüber konnte ich nur lachen“, hatte der Brite am Sonntag gesagt. Doch dafür gibt es ebenfalls plausible Erklärungen. So ist beim Studium der TV-Bilder zu erkennen, dass die Hinterachse von Rosbergs Mercedes beim Bremsen kurz blockierte. Das daraufhin ausbrechende Heck könnte Nico Rosberg durch die Lenkbewegungen eingefangen haben. Ein anderer Deutungsversuch seiner Lenkbewegungen läuft darauf hinaus, dass Nico Rosberg unentschlossen war, ob er die Kurve noch nehmen oder in den Notausgang fahren solle.
Lösungsvorschlag von Charlie Whiting
Unterdessen schlägt Charlie Whiting eine Lösung vor, die Diskussionen wie am Samstag im Keim ersticken würde. „Warum verlängern wir nicht die Quali-Runden um jeweils eine Minute, wenn in den letzten drei Minuten eine gelbe Flagge gezeigt wird? Das gäbe den betroffenen Fahrern die Chance, es noch einmal zu versuchen. Und wer auch immer so etwas plant, hätte keinen Grund mehr es zu tun“, so der Brite. Für eine solche Regeländerung während der laufenden Saison wäre allerdings die Zustimmung aller Teams notwendig.
FIA verhängt keine Ladebegrenzung für Batterie für Start
Die FIA hat beschlossen, die Ladebegrenzung für die Batterie während der Einführungsrunde nicht zu erhöhen oder abzuschaffen, obwohl sich einige Teams für mehr Freiheit beim effektiven Laden der Batterien ausgesprochen hatten.
Briatore bestätigt Mercedes-Angebot für Teamanteile
Flavio Briatore bestätigte, dass Mercedes über den Erwerb einer Beteiligung am Alpine F1-Team verhandelt.