Michael Schumachers Arzt Professor Payen hat detailliert über die zurückliegenden zehn Monate gesprochen und fordert Geduld
Jean-Francois Payen hat Rekordweltmeister Michael Schumacher nach dessen schwerem Ski-Unfall in Grenoble behandelt und betreut ihn noch immer. Der Neurologe hat nun erstmals über Details der vergangenen zehn Monate gesprochen.
Payen, der noch immer in engem Kontakt mit der Familie Schumacher ist und regelmäßig nach Lausanne gefahren sei, bestätigte, dass Schumacher seit Anfang September in seiner Villa ein Rehabilitationsprogramm absolviert. „Die Bedingungen dort sind sehr günstig. Und dass er sich in einem familiären Umfeld befindet, kann helfen. Man muss aber in erster Linie Geduld haben, denn es ist ein Ein- bis Dreijahresplan.“
Ganz wichtig in der Situation wäre „die außergewöhnlichen Willenskraft von Ehefrau Corinna gewesen. Sie wusste sofort um den Ernst der Lage und den langen Weg, der vor ihnen lag. Sie sieht die Dinge sehr klar und wird alles unternehmen und alles geben, damit sich der Zustand ihres Ehemannes verbessern kann.“
Payen gab Preis, dass die Ärzte damals ihre Handys abgeben mussten und ihren Arbeitsplatz nur durch die Tiefgarage betreten konnten, denn „niemand ist auf so einen Medienansturm vorbereitet. Wir mussten uns enorm schnell organisieren und haben ein medizinisches Bulletin verfasst, um uns vor dem Druck der Medien und der Außenwelt zu schützen.“ Höhepunkt war die die zweite Pressekonferenz zu Schumi Gesundheitszustand, die vor rund 300 Medienvertretern stattfand.
Der Franzose räumte auch mit Gerüchten um eine Vorzugsbehandlung des prominenten Patienten auf. „Michael Schumacher wurde behandelt wie jeder andere Patient auch. Auf der Intensivstation lag er zusammen mit anderen Patienten. Wie haben kein VIP-Zimmer.“
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