Schumacher muss weiterhin zittern

Williams hat eine Entscheidung getroffen und setzt als Nachfolger für Logan Sargeant auf den F2-Piloten Franco Colapinto ein. Mick Schumachers letzte Chance ist nun Audi.

Vier Tage nahm sich Williams-Teamboss James Vowles Zeit, um über die Zukunft seines Teams nachzudenken. Klar war jedoch von vornherein: Sargeant wird nach dem Crash in Zandvoort sein Cockpit verlieren. In der Zwischenzeit durfte sich auch Mick Schumacher Chancen auf den Platz neben Alex Albon ausmalen, doch diese wurden durch die Verpflichtung eines Williams-eigenen Fahrers zunichtegemacht. Colapinto ist Williams-Juniorfahrer und bringt zahlungskräftige argentinische Sponsoren mit sich, die ihm gegenüber Schumacher den entscheidenden Vorteil brachten.

„Einen Fahrer mitten in der Saison zu ersetzen, ist keine Entscheidung, die wir leichtfertig getroffen haben. Doch wir glauben, dass dies Williams die besten Chancen bietet, in den verbleibenden Rennen der Saison um Punkte zu kämpfen.“, erklärt Vowles. „Wir haben gerade ein großes Upgrade am Auto vorgenommen und müssen jede Möglichkeit, Punkte zu erzielen, in einem äußerst engen Mittelfeldkampf maximieren. Zudem glauben wir daran, in unsere jungen Fahrer in der Williams Racing Driver Academy zu investieren, und Franco erhält eine fantastische Gelegenheit, in den letzten neun Rennen der Saison zu zeigen, was er kann.“

Vowles ist sich sicher, „dass Franco über große Geschwindigkeit und enormes Potenzial verfügt, und wir freuen uns darauf zu sehen, was er in der Formel 1 erreichen kann.“

Zum Pech von Schumacher ist für Vowles der eigene Nachwuchs in einer solchen Situation zu bevorzugen. Zwar konnte der Deutsche mit der Unterstützung von Mercedes-Teamchef Toto Wolff rechnen, doch am Ende war der Juniorenvertrag des Argentiniers gewichtiger.

Weiterhin hoffen darf er noch auf das Cockpit neben Nico Hülkenberg. Das findet auch Sebastian Vettel. „Mick ist ein guter Rennfahrer. Er hat die Formel 2 und die Formel 3 gewonnen – das ist kein Selbstgänger. Jetzt hat er nochmal an Reife gewonnen. Ich wünsche mir, dass er die Chance bekommt und der Welt zeigen kann, was in ihm steckt. Mick ist aufgrund seiner zwei Jahre bei Haas zu Unrecht gebrandmarkt. Klar hat er auch Fehler gemacht, aber das Auto war nicht konkurrenzfähig. Viele Leute haben ein falsches Bild von ihm.“, erklärt er.

Für Audi könnte eine Verpflichtung von Schumacher ebenfalls Vorteile haben. Die Formel 1 braucht mehr deutsche Beteiligung und Audi könnte genau damit seine Werbewirkung in der Königsklasse erweitern.

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