Peter Schober sicherte sich mit einem souveränen Sieg beim letzten Lauf in Brünn den österreichischen Tourenwagen-Staatsmeistertitel. Formelaustria.at sprach mit ihm über seine erfolgreiche Saison und blickte auch voraus auf 2015
Peter, wie bist Du zum Motorsport gekommen?
Das hat sich nicht verhindern lassen. Ich bin zwar Wiener, aber mein Vater kommt ursprünglich aus Sachendorf bei Knittelfeld. Anfang der 1970er haben meine Eltern dort ein Wochenendhaus gebaut und ich verbrachte meine Jugend in den Ferien direkt am Österreichring. Ein Haus mit direktem Blick auf die Rennstrecke, vom Hella-Licht-S bis zur Glatzkurve, einfach herrlich. Kaum wurden die Motoren gestartet, radelte ich schon ins Fahrerlager. (lacht) Ich erinnere mich an die Testfahrt von Markus Höttinger im BMW M1, oder an die Rennschulen von Jim Russel, Walter Lechner und Walter Penker. Und natürlich waren die Formel-1-Rennen immer der Höhepunkt. Somit habe ich den Virus schon früh inhaliert und ich musste selbst aktiv werden.
Wie verlief Deine Karriere?
Von 1983 bis 1990 fuhr ich unzählige Formel Ford Rennen, aber mehr als einige zweite Plätze konnte ich nie erringen. Wie bei vielen anderen scheiterte es am Kapital. Es folgte eine lange Motorsportpause, die mich auch nach Spanien führte, wo ich als Designer bei Volkswagen tätig war. Als der Slovakia Ring aber seine Formen annahm, kam ich nach einem 10-jährigen Aufenthalt im Süden wieder zurück und gründete Procar Motorsport in der Slowakei. Ich bin seit 1993 glücklich mit meiner Slowakischen Frau verheiratet, was mir das ganze Projekt erleichterte, und ich Procar Motorsport gemeinsam mit meinem Schwager auf die Beine stellen konnte. Mittlerweile sind wir einer der größten und erfolgreichsten Anbieter für Motorsportevents. Und wenn den Mythos Motorsport verkauft, sollte man auch selbst fahren. (lacht)
Was gefällt Dir am Rennfahren?
Das ist fast unmöglich zu beschreiben. Ist es die Atmosphäre, der Sound, sind es die Gerüche, das Vibrieren, der Wettkampf, die Pulsfrequenz kurz vor dem Start oder das Gefühl mit dem Rennwagen zu verschmelzen und sich mit der Technik zu vereinen? Wahrscheinlich alles zusammen. Dazu kommen auch noch die Emotionen, die man verspürt, wenn man gewinnt, das befreiende Gefühl nach der Zieldurchfahrt, die Tränen in der Auslaufrunde, wenn man eine Meisterschaft gewonnen hat Das sind unvergessliche Momente.
Du bist mit einem älteren BMW Modell gestartet und konntest dennoch den Titel holen. Wo liegt das Geheimnis?
Ich glaube, dass es kein Geheimnis gibt. Der BMW ist einfach ein sehr gutes Fahrzeug und meine Routine hat in manchen Situationen sehr geholfen. 2014 war dennoch sehr schwierig, da wir oft mit technischen Problemen zu kämpfen hatten. Ich habe aber eine super Mannschaft, die mit viel Einsatz kämpfte und Lösungen fand.
Wie geht die Reise 2015 weiter?
Als Fahrer habe ich derzeit keine konkreten Pläne und die Sponsoren stehen trotz aller Erfolge leider nicht Schlange. Als Teamchef von Procar Motorsport plane ich den Einsatz eines oder mehrerer Fahrzeuge im Kundenmotorsport, wie etwa einen Formel Renault 2.0 Boliden, den wir in der FIA CEZ und in der Österreichischen Rennwagenmeisterschaft einsetzen wollen. Wir suchen derzeit aber noch einen guten Fahrer.
Was ist Deine Lieblingsstrecke?
Es gibt so viele super Rennstrecken, wo ich mich wohl fühle. Unsere Hausstrecke ist natürlich der Slovakia Ring, aber auch Brünn, Most, oder den Österreichring liebe ich. Gerade der alte Ö-Ring mit Hella Licht S, Glatzkurve, der originalen Bosch und der Jochen Rind Kurve. Klar, es ist super dass es jetzt den Red Bull Ring gibt und wir haben Hrn. Mateschitz viel zu verdanken, aber die alte Strecke war echt der Hammer.
Am Red Bull Ring hattest Du heuer einen Motorschaden, aber war es dennoch ein besonderes Gefühl hier zu fahren?
Ja klar, ist ja fast bei mir Zuhause, und das ist emotional natürlich schon ganz anders als sonst. Ich hatte Besuch von Verwandten und Freunden, und alleine schon deshalb war es ein besonderes Gefühl hier zu sein. Schade wegen des Motorschadens, der schon im ersten der beiden Rennen passiert ist. Zum Glück konnte ich mich noch ins Ziel schleppen, aber leider habe ich dann den Parc Ferme mit einer Öllacke verunreinigt.
Apropos RBR, wie beurteilst Du das Comeback der Formel 1 in Spielberg?
Perfekt! Die Formel 1 gehört nach Österreich, hat hier große Tradition. Ich war schon als Kind immer dabei und schon damals fasziniert von diesem Rummel. Leider konnte ich 2014 aus Termingründen nicht vor Ort sein, aber ich hoffe es wird 2015 möglich sein.
Wer wird Deiner Meinung nach F1 Weltmeister?
Es sieht ganz nach Hamilton aus, obwohl ich allerdings mit Rosberg sympathisiere. Aber im Motorsport ist auch alles Unmögliche möglich. Das habe auch ich schon gelernt.
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