Red Bull kritisiert Ferrari

Ferrari hat sich erst kürzlich den FIA-Mann Laurent Mekies als Verstärkung geholt. Nach McLaren Rennleiter Boullier kritisiert jetzt auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner den Deal. Ferrari habe das Gentlemen’s Agreement von zwölf Monaten Arbeitssperre gebrochen.

Christian Horner ärgert sich über den Ferrari Neuzugang, denn Laurent Mekies war zuvor bei der FIA beschäftigt. Bereits im Vorjahr hatte Renault sich den Ex-FIA-Technikchef Macin Budkowski als Verstärkung geholt, der wie Mekies durch seine frühere Aufgabe Einblicke in die Geheimnisse der Rennställe hatte.

Da ein solcher Wechsel arbeitsrechtlich nur bedingt abgedeckt ist und es von Land zu Land Unterschiede gibt, hat man sich auf einen freiwilligen Verzicht von zwölf Monaten geeinigt. „Ich habe das auf den Tisch gebracht, und es war absolut klar. Es würde eine zwölfmonatige Frist geben, wenn von der FIA oder der FOM – oder umgekehrt von einem Team – jemand wechselt. Und nur sechs Wochen nach diesem Meeting haben wir den Fall, dass jemand mit enormem Know-how weggeht“, ärgert sich Horner.

„Ferrari war am lautstärksten und wollte eine Sperre von drei Jahren. Und dann geht man von drei Jahren auf drei Monate herunter. Das war so überhaupt nicht ausgemacht und ist am enttäuschendsten. Ich bin sicher, dieses Thema wird beim nächsten Mal wieder an der Tagesordnung sein“, fügt Horner hinzu.

Doch Horner will sich mit der Pause von letztendlich sechs Monaten nicht zufriedengeben. „Erst im vergangenen November, Dezember hat unsere Technikabteilung mit ihm bei einem Meeting die Aufhängungssysteme und anderes durchbesprochen. Und es ist einfach falsch, denn man vertraut diesen Funktionären. Und zwar zurecht, weil sie ja die Regelhüter sind. Aber dann landen sie beim Konkurrenten“, ärgert sich Horner.

Ferrari soll sich den Franzosen vor allem wegen seiner Einblicke als Verstärkung geholt haben: „Beim besten Willen – das Wissen ist sein wahrer Wert. Okay, er ist gut in seinem Job, aber sein Wert wird erweitert, weil er privilegierte Informationen hat. Und es ist auch nicht verboten, dass er sie mitnimmt, solange er keine Zeichnungen oder Daten hat, woran ich doch sehr zweifle. Aber er hat das Know-how immer noch in seinem Kopf.“

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